Winterdienst kann aus dem Vollen schöpfen

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Insgesamt 3 350 Tonnen Salz fasst jetzt der Winterstützpunkt an der Frankfurter Straße. 

Dieburg - Mittlerweile ist die 13,5 Meter emporragende Halle des neuen Winterstützpunktes an der Frankfurter Straße mit ihrem dazugehörigen Streusalzsilo auch durch den morgendlichen Nebel gut zu erkennen. Von Sebastian Faerber

Voraussichtlich in einer Woche wird die kurz vor Münster gelegene Anlage einsatzbereit sein und ein Plus an Versorgungs- und Arbeitssicherheit bieten. Vor allem aber, so der Plan der Verantwortlichen, auf das Portemonnaie soll sich das Streusalz-Depot positiv auswirken.

Von dem Gelände an der L 3094 aus steuerten auch in den vergangenen Wintermonaten Lkw des Winterdienstes Groß-Umstadt und der Autobahnmeisterei Rodgau mit Streusalz beladen die glatten Straßen an. Sie haben auch Teile der B 26 und der B 45 unter ihren Fittichen.

Damals wartete ihre Fracht in der alten braunen Holzhalle mit ihrem Fassungsvermögen von 600 Tonnen. Dieses alte Lager bleibt. Hinzu kommen 2 500 Tonnen, die in der neuen Halle auf einer Fläche von 30 mal 17 Metern untergebracht werden können. Das Ganze bei einer Füllhöhe von fünf Metern. So hoch reicht die hölzerne Innenverkleidung, die Zimmermänner derzeit anbringen. Ein anderes Material würde dem aggressiven Salz nicht standhalten.

Im Sommer Salz auf Lager kaufen

Zu den 600 und den 2 500 kommen weitere 250 Tonnen, die das neue runde Silo vor der Halle fasst. Durch die große Lagerkapazität spekuliert Projektleiter Andreas Born auf Schnäppchen: „Wir können im Sommer nun mehr Salz auf Lager einkaufen. Dann, wenn es billiger ist.“ Der Preisunterschied, der für das Schmelzmittel im Sommer beziehungsweise Winter gezahlt werden muss, liegt bei rund 15 Prozent.

Im vergangenen Jahr wurden allein im Bezirk der Meisterei Groß-Umstadt rund 300.000 Euro für Streustoffe ausgegeben. Gekostet hat die neue Halle zwischen Münster und Dieburg, mit deren Errichtung Arbeiter im Frühjahr begonnen haben, 1,3 Millionen Euro, komplett aus Bundesmitteln finanziert.

Daneben soll die Anlage die Ladezeiten für Winterdienstfahrzeuge reduzieren und die Arbeitssicherheit erhöhen: Von der Halle gelangt das Salz über verschiedene Förderanlagen in das Silo. Die Streuwagen fahren lediglich unter die Öffnung des 18 Meter hohen Turms und werden von oben befüllt. Anschließend können sie um die Halle herumfahren und das Gelände wieder verlassen, ohne zu rangieren. Denn „besonders, wenn es dunkel ist und wegen vieler zu streuender Straßen hektisch zugeht, bergen rückwärtsfahrende Transporter für die Arbeiter eine Gefahr“, erklärt Born.

Feuchtsalz für effektiveres Streuen

Außerdem bietet die vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen auf dem Papier unter dem Namen „Streusalzstützpunkt Münster“ geführte Anlage die Möglichkeit, sogenanntes Feuchtsalz auf die Fahrbahnen zu bringen. Dazu wird das Trockensalz mit einer Magnesiumchlorid-Lösung (Sole) angefeuchtet. Dieses „nasse“ Salz verweht zum einen weniger und kann so sparsamer und effektiver gestreut werden. Zum anderen entfaltet es seine Schmelz-Wirkung schneller.

In einer Woche soll die neue Halle befüllt werden. Die noch ausstehenden Arbeiten an der Außenverkleidung sollen nach und nach abgeschlossen werden.

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