„Winterfeuer“ lockt 500 Zuschauer

Weich wie ein Bett oder das Gefühl auf mehreren Igeln zu sitzen? Nur Achim Berner, der beim Christbaumeinsammeln die ausgedienten Nadelträger auf die Ladefläche zog, kennt die Antwort. Die ausgedienten Bäume wurden am Abend schließlich ein Raub der Flammen. Foto: just

Die Georgspfadfinder und die Feuerwehr sind mit ihrer Premiere auf dem Festplatz hochzufrieden. VON JENS DÖRR

Dieburg – Das war ein Auftakt, der nach Wiederholung schreit: Das erste „Winterfeuer“ der Dieburger Georgspfadfinder und der Freiwilligen Feuerwehr hat am Samstagabend viele hundert Zuschauer in den Schlossgarten gelockt. Hunderte Weihnachtsbäume brannten in kaum einer halben Stunde ab und sorgten gerade zu Beginn für ein beeindruckendes Schauspiel.

Wer sich die Kraft des Feuers in den vergangenen Wochen vor allem vor dem TV-Apparat vorstellte, wenn es um die verheerenden Brände in Australien ging, bekam am Samstag auf dem Festplatz einen Live-Eindruck. Rund 600 Bäume hatten die Georgspfadfinder dorthin gebracht; etwa die doppelte Zahl hatten sie tagsüber mit 20 Leuten und fünf Lkw in ganz Dieburg eingesammelt. Während die eine Hälfte der mehr als 1 000 Gewächse ihren gewohnten Weg in die Kompostierungsanlage nach Semd fand, wurde die andere im Schlossgarten aufgeschichtet.

Dabei türmten Georgspfadfinder und Feuerwehr zunächst nur einen Teil auf etwa vier Metern Höhe auf und behielten noch zwei Haufen Bäume zum Nachlegen in der Hinterhand. Zu denen mussten sie schneller greifen als gedacht: Nach dem Anzünden der Nadelbäume durch Mitglieder der Jugendfeuerwehr und des Pfadfinder-Nachwuchses hielten die sieben, acht Meter hohen Flammen samt 20 Meter hohem Funkenflug etwa eine Viertelstunde ohne weiteres Zutun an. Dann legten die Helfer –neben den 20 von den Georgspfadfindern waren in das „Winterfeuer“ auch 35 Feuerwehrleute involviert, davon ein Dutzend in den Brandsicherheitsdienst – die Bäume von den Ersatzstapeln nach.

Rund 25 Minuten lang dauerte der Höhepunkt des Spektakels auf diese Weise. Das Tempo des Niederbrennens überraschte selbst die Organisatoren. Das Publikum blieb hinter der Absperrung zunächst auf 20 Metern Abstand. Ab zehn Metern Nähe zu den Flammen wurde die Hitze unerträglich.

„Wir hatten die Wetterprognose genau im Blick“, sagte Stadtbrandinspektor Carsten Hammer. „Da es trocken war und kaum Wind ging, war es für das Winterfeuer optimal.“ Die Zahl der Zuschauer schätzte er auf 500 – und dürfte selbst damit noch ziemlich konservativ überschlagen haben.

Auch Thomas Ottenbacher von den Georgspfadfindern war vom Zuspruch überwältigt. Beim Verkauf von Würsten, Kartoffelsuppe und Getränken, den Georgspfadfinder und Feuerwehr gemeinsam übernahmen, konnten sich die Veranstalter über mangelnde Nachfrage nicht beklagen.

Eine finale Aussage, ob es auch im kommenden Januar ein „Winterfeuer“ auf dem Dieburger Festplatz geben wird, trafen Georgspfadfinder und Feuerwehr am Samstag noch nicht. Der Erfolg der Erstauflage und die bei den Zuschauern zu spürende Faszination für den Brauch sprach am Wochenende aber dafür.

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