SV Blau-Gelb will Tennisanlage behalten

„Wir verteidigen unser Terrain“

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Der neue Vorstand des SV Blau-Gelb nach seiner Wahl (v. l.): Hendrik Aelken, Susanne Weber, Dieter Hergott, Erik Lundt, Jana Ditter, Renate Klimsa, Robin Ditter und Michael Schroth.

Dieburg -  Auf der Mitgliederversammlung des SV Blau-Gelb Dieburg im Vereinsheim am Schwimmbadweg stand ein Thema klar im Vordergrund: die vom Kreis-Schuldezernenten Christel Fleischmann ersonnene Schulrochade und speziell die daraus resultierenden Folgen für den Verein. Von Jens Dörr 

Die Blau-Gelben wollen um ihre Anlage kämpfen. Kommt es zur beabsichtigten Schulrochade zwischen Alfred-Delp- und Goetheschule wird auch der SV Blau-Gelb direkt betroffen sein – es geht um seine Tennisplätze. Die Blau-Gelben, die vor wenigen Jahren zum reinen Tennisverein wurden, können mit dem derzeitigen Plan, dass ihr Areal umgelegt werden und auch das Vereinsheim weichen soll, wenig anfangen.

Am Freitag verabschiedeten die 50 anwesenden der insgesamt 220 Mitglieder auf ihrer Versammlung einstimmig eine Resolution, in der sie den Kreis Darmstadt-Dieburg ersuchen, die Umsiedlung der Tennisanlage zwecks Schaffung von Parkplätzen für Alfred-Delp-Schüler nicht weiter zu verfolgen; die nach Fleischmanns Vorstellungen in wenigen Jahren in die heutige Goetheschule umziehenden Delp-Schüler fahren teils mit dem Auto zur Schule.

„Wir haben beschlossen, dass wir unser Terrain verteidigen“, erläuterte nach der Versammlung der erneut zum Vorsitzenden gewählte Blau-Gelb-Chef Dieter Hergott (siehe auch Infokasten). Zuletzt seien einige ob der Zeitungsberichterstattung „schon nervös geworden“, weil sie den Verlust ihres idyllisch gelegenen Domizils mit sieben Plätzen, Vereinsheim und Sommerterrasse mit traumhaftem Blick gen Schlossgarten fürchten.

Auch Hergott hatte kürzlich bereits verdeutlicht, dass die Pläne zur Umsiedlung der Tennisanlage die Existenz des SV Blau-Gelb bedrohen würden. Der Verein, in dem fast alle Mitglieder (darunter 60 minderjährige) aktiv dem gelben Filzball hinterher jagen, verlöre nach den derzeitigen Planungen einen Platz und käme auf dem neuen Areal nur noch auf sechs Spielfelder. Zudem fielen während der Umsiedlung zwei weitere Felder weg. Außerdem würde das Vereinsheim abgerissen und nicht mehr neu an jetziger Stelle gebaut werden. Stattdessen wurde dem SV Blau-Gelb als Ersatz bisher nur angeboten, sich Vereinsheims-Räumlichkeiten im ebenfalls geplanten Neubau der Schlossgartenhalle einzurichten.

All das ist für den Verein unter dem Strich indiskutabel. So haben es die Blau-Gelben in ihrer Resolution wie folgt formuliert: „Der Sportverein Blau-Gelb Dieburg e. V. weist mit Nachdruck darauf hin, dass jeglicher Eingriff in die gegenwärtig bestehende Tennisanlage für ihn zu schwerwiegenden Nachteilen führen wird. Die seit Jahren intakte Struktur des Vereins droht [...] beschädigt zu werden.“ Man befürchte „die Abwanderung zahlreicher Mitglieder zu benachbarten Tennisclubs“ sowie die Abmeldung von Mannschaften. Und: „Ohne sein eigenes Vereinsheim würde der Sportverein Blau-Gelb Dieburg einen Großteil seiner Identität verlieren.“

Mit der Resolution beauftragten die Mitglieder den Vereinsvorstand zugleich, mit der Stadt Dieburg als Eigentümerin des Grundstücks in Verhandlungen zu treten –mit dem Ziel, den Ende 2019 auslaufenden Erbpacht-Vertrag „angemessen zu verlängern“. Den Vertrag hatte im Vorfeld Rechtsanwalt und Vereinsmitglied Berthold Rist näher unter die Lupe genommen. Zudem gründete der SV Blau-Gelb einen Arbeitskreis, der die Verteidigung des gepachteten Geländes koordinieren soll. Erste baldige Maßnahmen laut Hergott: „Auf dem Gelände wollen wir Plakate aufhängen nach dem Motto: Wir wollen hierbleiben!“ Zudem sollen Dieburgs Stadtverordnete zu den ersten Medenspielen eingeladen werden, „damit sie sehen, in welch tolles Gelände man eingreifen will“.

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