Sanierung

Aus Alt wird Neu im Landratsamt

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Im März sollen die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Landratsamt beginnen.   J Archivfoto: Axel Häsler

Dieburg Im März geht es los: Das Dieburger Landratsamt wird für mehrere Millionen Euro saniert. Den alten und neueren Gemäuern rücken dann die Handwerker auf den Leib. Von Jens Dörr

Aktuelles zu den Sanierungsarbeiten des Altbaus von 1908 sowie des Zwischen- und des sechsgeschossigen Verwaltungsgebäudes (beide von 1960) stellte Landrat Klaus Peter Schellhaas am Montagnachmittag im Sitzungssaal des Hauses vor.

Im Erdgeschoss des Altbaus war bisher die Kfz-Zulassungsstelle untergebracht. Sie ist ab März beim TÜV in der Frankfurter Straße zu finden. Der Bereich wird umgestaltet und künftig zum Teil als Bistro genutzt. Dort könnten zukünftig die Mitarbeiter des Dieburger Kreishauses in angenehmer Atmosphäre ihr Mittagessen einnehmen, erläuterte Schellhaas.

Um den Bauarbeitern Platz zu machen, ziehen weitere Teile der Verwaltung vom 6. bis 11. März aus. Sozialamt, Ausländerbehörde und Ausgleichsamt arbeiten dann vorrübergehend in der Hans-Böckler-Straße (Resopal) in Groß-Umstadt. Dort hin (genauer: ins ehemalige Pflegeheim am Kreiskrankenhaus) ziehen vorerst auch Verkehrsbehörde, Vhs und das Amt für Zuwanderung und Flüchtlinge.

Mehr Kreisbedienstete

Neu am Verwaltungsstandort in Kranichstein sind die Bediensteten der Abteilung für Ordnungs- und Gewerberecht. Die Hauptabteilung Sicherheit und Ordnung, die Kommunalaufsicht, die Kultur sowie das Büro für Senioren und der Pflegestützpunkt bleiben in Dieburg. Wenn alle zurück sind, wird es in Dieburg ohne die Zulassungsstelle mit den Mitarbeitern des Sozialamts mehr Kreisbedienstete geben als zuvor.

Im Frühjahr 2015 soll die Sanierung abgeschlossen sein. „Wir sind voll im Zeitplan“, teilte Schellhaas mit. In erster Linie wird der Verwaltungsbau saniert. Er soll entkernt werden und in den ehemaligen Kellerräumen soll Büroraum gewonnen werden. Nach der Sanierung werde es in den sechs Geschossen sowohl Gruppen- als auch Zellenbüros geben. Trotz hellerer und breiterer Flure würden zehn zusätzliche Büroplätze gewonnen.

Kleiner Platz vor dem Eingang

Der Sitzungssaal, früher vor allem für die Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse genutzt (die jetzt in der Regel im Kreishaus Darmstadt-Kranichstein tagen), bleibt erhalten. Vor allem die Volkshochschule kann dann zunehmend Gebrauch von dem Saal machen. Er befindet sich im denkmalgeschützten, ältesten Part des Gebäudekomplexes. Dort wird im Dachgeschoss im Wesentlichen auf eine Sanierung verzichtet: „Aus Brandschutzgründen wäre ein weiteres Treppenhaus notwendig geworden, was mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre“, so Schellhaas.

Ganz abgerissen und neu gebaut wird die Verbindung zwischen Alt- und Verwaltungsbau, wo der heutige und zukünftige Eingang von der Albinistraße her ist. Er wird optisch aufgewertet, erhält einen kleinen Vorplatz und wird dann der einzige Eingang sein. Der Zugang auf der Südseite (Albinisches Schloss) entfällt. Dort soll der Innenhof „zurückgebaut“ werden, so Schellhaas, was zu einer „Aufwertung des Gesamtensembles“ führe.

Albinistraße soll sich verändern

Der Planer des Berliner Büros Bolwin Wulf Architekten nannte den künftigen Hof – wohl in Unkenntnis des Dieburger Originals – einen „Schlossgarten“. Der Landrat und die Kreisdezernenten bleiben am Standort Kranichstein, teilen sich aber in Dieburg künftig zur zusätzlichen Nutzung eine gewisse Büroinfrastruktur. Abriss und Entkernung sollen in diesem Jahr noch beendet werden und die „Hülle“ wieder dicht sein. 2014 kann dann der Innenausbau beginnen, im März 2015 sollte alles bezugsfertig sein. Rund 14 Millionen Euro werden die Bauarbeiten kosten, 7,1 Millionen davon sind für Bauwerk und Konstruktion, 3,6 Millionen für die technischen Anlagen. Fast drei Millionen seien für die Baunebenkosten veranschlagt. Auf die ursprünglich vom Landrat genannten Gesamtkosten von 16 Millionen Euro kommt man, wenn man die zusätzlichen Kosten für den Übergangsbetrieb der Verwaltung addiert, zum Beispiel für Miet- und Umzugskosten in und nach Groß-Umstadt.

Auch die Albinistraße soll sich verändern. Die Kurve kann vor dem Kreishaus-Eingang wegen des neu gestalteten Vorplatzes (wir berichteten) nicht am jetzigen Ort bleiben. Die Straße wird in nordöstliche Richtung verschwenkt. Darin – und in einer Teilung der Kosten – sei man sich mit der Stadt Dieburg einig, ohne dass dies bisher schriftlich fixiert worden sei, so Schellhaas.

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