Wird das Weizen oder Gerste?

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Landwirtschafts-Azubi Alexander Kern vom Hofgut Oberfeld benennt Werkzeuge.

Dieburg ‐   Oft sind kleine Begebenheiten der Anfang eines großen Wegs. Der Darmstädter Alexander Kern etwa hatte mit Wiesen, Feldern und Schweineställen wenig am Hut, als er eines Tages in den Ferien ehrenamtlich tätig wurde. Von Jens Dörr

Er pflegte Streuobstwiesen bei Eberstadt - sein Einstieg in die Landwirtschaft. Der fühlte er sich nach und nach so verbunden, dass er inzwischen eine Ausbildung zum Landwirt absolviert, derzeit auf dem Hofgut Oberfeld im Osten Darmstadts, einem Biobetrieb.  „Ich bin Quereinsteiger“, sagt er und schildert, was ihn an der Landwirtschaft begeistert: „Sie ist sehr vielseitig, das treibt mich an.“ Es gehe um Natur und Tiere auf der einen Seite sowie um Maschinen und Unternehmensführung auf der anderen.

Die Freude und Präzision, mit der der 18-Jährige spricht, dürfte ihm auch gestern im Agrargebäude der LGS zugute gekommen sein. Inmitten der Schulinsel richteten Bauernverband, Landjugend, Landfrauenverband und Schorlemer Stiftung die erste Runde des „Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend 2011“ aus. 42 von 45 Landwirtschafts-Azubis, die neben den Fachoberschülern den Agrarzweig an der LGS mit Leben füllen, waren beim Pflichtwettbewerb dabei.

Kollege Sebastian Schmidt muss sein Wissen über Saatgut beweisen. Gestern fand in der LGS ein Wettbewerb für künftige Landwirte statt.

Und bei der musste man eben auch überzeugend vor Publikum reden können, wie es eingangs erwähnter Alexander Kern tat, der übrigens prompt auf dem ersten Platz landete. Denn ein Landwirt ist längst nicht mehr „nur“ (An)Bauer, sondern Betriebs-Manager und teils auch Vermarkter seiner Erzeugnisse. Schweigend die Bahnen auf dem Traktor ziehen, reicht nicht mehr und hat wohl noch nie gereicht. Wissen, was auf dem Feld gedeiht oder im Stall zu tun ist, müssen aber natürlich auch die Landwirte des 21. Jahrhunderts. Neben der Präsentation des Ausbildungsbetriebs vor zwei Prüfern spielten auch zwei weitere Herausforderungen eine Rolle bei dem Wettbewerb, auf dessen Bestplatzierte bis zu zwei weitere Runden warten: Einerseits mussten im noch jungen LGS-Bau 20 Saatmittel und Werkzeuge in acht Minuten erkannt und notiert werden. Sebastian Schmidt (19), der auf dem Roßbacher Hof bei Erbach ausgebildet wird und aus der Nähe von Alsfeld kommt, ist nach getaner Übung überzeugt, das Meiste richtig aufgeschrieben zu haben. Er kommt aus einer Landwirtsfamilie, was aber nicht bei allen der Fall ist.

Die machen ihre Ausbildung in der Regel nicht im elterlichen Betrieb, wenn die Eltern denn in diesem Metier tätig sind. „Das ist nicht gewünscht“, verdeutlicht Peter Schäfer, Abteilungsleiter Agrarwirtschaft an der LGS. Was aber zugelassen werde und üblich sei, ist der Wechsel des Ausbildungsbetriebs während der zwei- bis dreijährigen Ausbildung. Schwerpunkte sind in der Regel Tierhaltung und Pflanzenproduktion, mehr und mehr entwickle sich aber auch das Berufsbild des Energiewirts, der etwa Biogasanlagen betreibe. Dem wird die LGS mit ihrem Angebot auf der Fachoberschule - deren Abschluss ein späteres Hochschulstudium ermöglicht - gerecht.

Werkzeug-Gutscheine für die Besten

Neben Präsentation und dem Erkennen von Saatgut und Werkzeugen galt es für die Azubis auch, die Desinfektion eines Kälberstalls durchzuspielen: In einer Halle des Neubaus war ein Fläche mit Sand bestreut, wo die Desinfektion vorgenommen werden musste. Auch den Arbeits- und Gesundheitsschutz galt es zu beachten, können die eingesetzten Mittel doch äußerst gefährlich beispielsweise für die Augen werden.

Die besten Teilnehmer erhielten Werkzeug-Gutscheine, die Ehrungen nahm mit Walter Schütz der Vorsitzende des Regionalbauernverbands Starkenburg vor.

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