Wirken und Alltag der Dieburger Kapuziner

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„Volksnah und Gott verbunden“:

Dieburg - Fast lebensgroß stehen sie dem Betrachter gegenüber: der heilige Bonaventura und der heilige Felix von Cantalice in ihren Ordenstrachten. Von Laura Hombach

Die beiden aus Holz gearbeiteten Skulpturen aus dem Dieburger Kapuzinerkloster sind Teil der Sonderausstellung „Volksnah und Gott verbunden – Die Kapuziner in Dieburg“, die am morgigen Sonntag, 24. Februar, um 16 Uhr im Museum Schloss Fechenbach eröffnet wird.

Mit zahlreichen Exponaten, die von Gemälden, alten Dokumenten und Büchern bis zu einem Habit, den Bruder Berthold dem Museum geliehen hat, Alltagsgegenstände und Mobiliar aus dem Kloster reichen, wird das Leben der Dieburger Kapuziner lebendig veranschaulicht. Texttafeln führen durch die Geschichte des Ordens. Eine Tafel versammelt Nachrufe für verstorbene Kapuzinerbrüder, während eine andere das geschäftige Alltagsleben der Mönche demonstriert. Sie zeigt Fotos von Bruder Nikodemus, der sich 1980 einen Tag lang mit der Kamera über die Schulter schauen ließ. Auch in einem Videobeitrag jüngeren Datums werden den Besuchern Einblicke in das Alltagsleben der Kapuziner gewährt – diesmal von Bruder Berthold.

Ganz zeitnah würdigen

Dass die Kapuziner, die 362 Jahre lang das Leben der Stadt mitgeprägt haben, zum Zeitpunkt der Ausstellung schon Abschied von Dieburg genommen haben würden, war zu Beginn der Planungen noch nicht bekannt. Umso schöner findet es Museumsmitarbeiterin Karin Zuleger, dass das Museum mit dieser Ausstellung die Kapuziner und ihre Verdienste um Dieburg noch einmal ganz zeitnah würdigen kann. Gemeinsam mit den damals noch in Dieburg lebenden vier Brüdern wurde die Schau seit September letzten Jahres geplant. „Die Brüder haben selbst auch ihre Ideen eingebracht“, so Zuleger. Besonders erfreut ist sie über die große Resonanz, die auf den Aufruf an Zeitzeugen folgte, sich zu melden. Was die Zeitzeugen zu berichten haben, können Ausstellungsbesucher in einem Lesebereich nachschmökern, in dem auch viele Bücher aus der Klosterbibliothek einsehbar sind.

Die Exponate aus dem Dieburger Kapuzinerkloster werden nach Ende der Ausstellung nicht wieder ins Minnefeld zurück gebracht werden. Die Sonderausstellung ist somit auch eine besondere Gelegenheit, die Exponate noch einmal alle in Dieburg versammelt zu haben.

Und so beeindruckend die Skulpturen des heiligen Bonaventura und Felix auch sind, für noch größere Freude bei den Ausstellungsbesuchern dürfte sorgen, dass sie – zumindest bei der Eröffnung – auch Brüdern in Fleisch und Blut begegnen können. Denn Bruder Berthold und Bruder Eckehard, die beide noch bis vergangenen November im Minnefeld lebten, werden am Sonntag nach Dieburg kommen. Bruder Eckehard wird zur Ausstellungseröffnung in das Klosterleben einführen.

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