Detaillierte Auswertung

Woher kommen die Kunden der Dieburger Innenstadt?

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Wer mit dem Fahrrad in die Dieburger Innenstadt kommt, dürfte meist aus Dieburg selbst sein. Viele Kunden kommen aber auch aus Münster, Groß-Zimmern, Groß-Umstadt und Babenhausen.

Dieburg – Helmut Schelter hat in der Adventszeit anhand der Glückstaler-Karten eine detaillierte Auswertung darüber gemacht, aus welchen Kommunen die Kundschaft der Dieburger Innenstadt stammt. Von Jens Dörr

Einzelhändler und Dienstleister sind in Dieburg nicht allein in der Innenstadt zu finden – allerdings konzentrieren sich dort besonders viele auf engerem Raum. Auch der Großteil jener Geschäfte, die die Glückstaler des Gewerbevereins ausgeben, befinden sich im Zentrum der Gersprenzstadt. Für fünf gesammelte Taler (entspricht einem Umsatz von 50 Euro) tauschten auch in der Adventszeit 2018 tausende Kunden Gewinnkarten ein, mit denen sie bei den Verlosungen auf dem Glückstalermarkt Gutscheine und Sachpreise gewinnen konnten.

Marktmeister Helmut Schelter hat sich die Arbeit gemacht, auf alle 9 968 Karten einen Blick zu werfen. Auf ihnen stehen auch die Wohnorte der Ausfüllenden – herausgekommen ist eine detaillierte Auswertung, wo die Kundschaft der Dieburger Innenstadt herkommt.

Natürlich beinhaltet das Ergebnis von Schelters stundenlanger Sortierung und Zählung kleinere Schwächen. So lassen sich eben nur die Wohnorte der Kunden herausfinden, die in jenen Geschäften eingekauft oder (zum Beispiel Friseur-)Dienstleistungen in Anspruch genommen haben, welche Mitglied im Gewerbeverein sind und Glückstaler ausgeben. Selbst von den rund 200 Mitgliedsunternehmen des Gewerbevereins – unter denen freilich auch einige im Business-zu-Business-Bereich ohne Endverbraucher-Kontakt tätig sind – beteiligt sich mit rund drei Dutzend nur ein Teil an der Glückstaler-Ausgabe. Selbst in der Innenstadt machen nicht alle Mitgliedsgeschäfte mit. Auch gibt die Auswertung keinen Aufschluss darüber, wer zum Beispiel in die Innenstadt kommt, um Ärzte oder das Landratsamt aufzusuchen.

Dennoch liefert Schelters Untersuchung sehr gute Anhaltspunkte. Eine Quintessenz zur Beobachtung der Wochen vor Weihnachten: „Die getätigten Umsätze lagen in den ersten beiden Wochen der Adventszeit zu je der Hälfte bei Kunden aus Dieburg und Kunden aus dem Umland. Je näher es auf Weihnachten zuging, desto höher wurde der Anteil der Dieburger Kunden. In der letzten Woche vor Weihnachten gingen die Umsätze zu etwa zwei Dritteln auf Dieburger zurück.“

Unter dem Strich ergab sich über alle Glückstaler-Wochen hinweg, dass von den fast 10 000 Karten etwas mehr als 6 000 von Dieburgern ausgefüllt wurden. Über den kompletten Untersuchungszeitraum hinweg gingen in den teilnehmenden Geschäften also rund 60 Prozent der Umsätze auf Dieburger Kunden zurück.

Die zweitgrößte Kundengruppe, kommt aus Münster: Bei vier von fünf Verlosungen lagen am zweithäufigsten Karten aus der nördlichen Nachbargemeinde Dieburgs in der Trommel (und später für die Auswertung auf Schelters Tisch). Einmal machte Groß-Zimmern das „Rennen“ um die meisten auswärtigen Kunden. Auf Münster und Groß-Zimmern folgten in den letzten Wochen 2018 Kunden aus Groß-Umstadt. Dabei sind die Ortsteile (bei Münster etwa Altheim, bei Groß-Umstadt zum Beispiel Semd) jeweils eingerechnet.

In die Top Ten der Wohnorte der Innenstadt-Kunden schafften es darüber hinaus Babenhausen, Reinheim, Roßdorf, Eppertshausen, Rödermark sowie fast gleichauf Messel und Darmstadt. Weiter entfernte Ostkreis-Kommunen wie Schaafheim oder Groß-Bieberau waren hingegen selten vertreten, hier orientieren sich die Menschen zum Einkaufen offenbar bereits Richtung anderer Orte.

Insgesamt wurde von Einwohnern aus 96 verschiedenen Städten je mindestens eine Karte abgegeben. Vertreten sind mit Einzelfällen auch Berlin, Hamburg und Aschaffenburg. Etwas häufiger kommen hingegen schon Kunden aus Frankfurt, Offenbach und Rodgau. Manchmal bündeln sich Umsätze auch in einzelnen Wochen: So wurde in Woche drei aus Otzberg keine einzige Karte eingereicht – in Woche vier waren es aber gleich 41 (entspricht einem Umsatz von mehr als 2 000 Euro) auf einen Schlag.

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Zu berücksichtigen ist auch, dass es natürlich vom Kunden selbst abhängt, ob er nach einem Einkauf die angebotenen Glückstaler annimmt und ab einer Zahl von fünf Talern auch wirklich eine Karte ausfüllt und rechtzeitig abgibt. Helmut Schelter schätzt nach Rücksprache mit einigen ausgebenden Händlern, dass „vielleicht jeder zweite bis dritte Kunde“ die Glückstaler sammele.

Wer eine Karte ausfüllt, muss übrigens nicht bei der Ziehung der Gewinner auf dem Marktplatz dabei sein, sondern genießt Komfort: Wer etwas gewonnen hat, den informiert der Gewerbeverein schriftlich. Ausnahmen sind die Sonderziehungen an den späteren Samstagnachmittagen, wo die gewonnenen Gutscheine direkt in den verbleibenden Stunden bis Geschäftsschluss am selben Tag eingelöst werden müssen.

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