Bei Projekt auf dem ehemaligem Ludwigshallengelände sieht Bauausschuss noch Klärungsbedarf

Wohnen nicht nur für Senioren

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Dort, wo sich heute noch die alten Gebäude und Parkplätze auf dem ehemaligen Ludwigshallengelände befinden (auf dem Luftbild unten links), sollen barrierefreie Wohnungen und Praxisräume entstehen.

Dieburg - Vielversprechend hatten sich die Pläne der Konzeptbau Betreuungsgesellschaft angehört, auf dem alten Ludwigshalle ngelände Seniorenwohnungen zu bauen. Von Laura Hombach

Damit will der Investor eigentlich genau das umsetzen, was das Parlament 2007 als gewünschte Nutzung für das Gelände beschlossen hatte. Nach dem im Juni dieses Jahres gefassten Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans, soll nun das Parlament dem Verkauf des fast 3 500 Quadratmeter großen Geländes an die Betreuungsgesellschaft seinen Segen geben.

Ganz so schnell wird es mit dem Verkauf indes nicht gehen, wie am Montagabend im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung deutlich wurde. Insbesondere Fragen nach den Stellplätzen sowie der barrierefreien Bauweise der rund 26 Wohnungen ließen den Ausschuss zu dem Schluss kommen, dass weiterer Beratungsbedarf besteht.

Nicht wenige der Ausschussmitglieder waren dabei hin und her gerissen zwischen der Sorge, den Investor durch zu enge Vorgaben zu verschrecken, und dem Ziel, die gewünschte Bebauung vor dem Verkauf des Grundstücks mit dem Käufer konkret festzulegen.

Zusätzliche Verpflichtung des Investors?

Sorge bereitete dabei die Definition von senioren- beziehungsweise behindertengerechtem Wohnen. Der Seniorenbeirat hatte in einem Brief an die Fraktionen angeregt, mit dem Verkäufer vertraglich den barrierefreien Bau entsprechend einer genau überprüfbaren DIN-Norm festzulegen. Der Investor hatte auf Nachfrage der SPD-Fraktion einen barrierefreien Bau der Wohnungen zugesagt. Konkret bedeute das, dass alle Zugänge, Türen und Flure eine entsprechende Breite hätten, die Bäder den Wendekreis eines Rollstuhls berücksichtigen und es keine Stufen oder andere bauliche Hindernisse gäbe.

Um zu klären, inwieweit eine zusätzliche Verpflichtung des Investors auf die Erfüllung der DIN-Norm sinnvoll ist, will sich der Bauausschuss nun noch einmal von der Stadtleitbild-Patin für ein barrierefreies Dieburg, Eva Rosenau, beraten lassen.

Auch beim Thema Stellplätze gibt es noch Klärungs- bedarf. Abweichungen gibt es dabei schon bei der Festlegung der für das Bauprojekt mit seinen rund 26 Wohnungen und 800 Quadratmeter großen Artzpraxis-Räumen benötigten Stellplätze. Während die Verwaltung anhand der städtischen Stellplatzsatzung 105 benötigte Parkplätze errechnet hat, kommt der Planer des Investors gerade einmal auf 75. In einer Tiefgarage sollen laut Planung 85 Stellplätze geschaffen werden und damit zehn mehr als nach den Berechnungen des Investors benötigt. Da aber nach Meinung des Investoren-Planers nicht davon auszugehen sei, dass alle Parkplätze vermietet würden, kommt er in seiner Berechnung gar auf 42 Parkplätze für Kurzzeitparker. Zumindest rein rechnerisch wird er so auch dem städtischen Wunsch nach der Schaffung von rund 40 zusätzlichen öffentlichen Parkplätzen gerecht. Insgesamt bleiben die Planungen aber weit hinter dem Ergebnis der Berechnung durch die Verwaltung zurück und sorgen so für weiteren Klärungsbedarf.

Schaffung von Wohnraum für Senioren sinnvoll

Prinzipiell sprachen sich die Mitglieder des Bauausschusses dafür aus, dass der Investor die Vorgaben der städtischen Stellplatzsatzung einzuhalten habe. Wobei eine endgültige Berechnung der benötigten Plätze erst möglich sei, wenn eine konkrete Planung vorliege, mahnte Marc Hiltrop (CDU) zur Geduld. Die CDU-Fraktion will indes noch einmal darüber beraten, ob sie an ihrer Forderung nach der Schaffung von 40 öffentlich nutzbaren Parkplätzen festhalten möchte oder ob man die Hürden für den Investor damit unnötig hoch legt, wie die SPD fürchtet.

Grundsätzlich aber sind sich Dieburgs Politiker einig darin, dass die Schaffung von Wohnraum für ältere und behinderte Menschen an dieser Stelle zu begrüßen ist. Und das auch, wenn sich die ausschließliche Nutzung der Wohnungen durch die gewünschte Zielgruppe nicht festzurren lässt. Es sei rechtlich nicht möglich, festzulegen, welcher Personenkreis sich ausschließlich in die Wohnungen einmieten darf, war eine der wenigen konkreten Antworten, die sich an diesem Abend finden ließ.

Da die Beantwortung der anderen Fragen, die an diesem Abend diskutiert wurden, noch aussteht, will der Bauausschuss zunächst weiter beraten, bevor seine Mitglieder dem Parlament eine Empfehlung für den Verkauf des Geländes geben.

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