Wohnwagen verhindern Party

Taschen durchsuchen? „Das ist in jedem Fußballstadion auch so.“

Dieburg - Am Montagabend ging das 51. Dieburger Schlossgartenfest zu Ende. Zum ersten Mal hatten es nicht die Vereine organisiert. Von Jens Dörr

Das Schlossgartenfest endete mit einem großen Knall. Nicht aber, dass es eine Gewalteskalation gegeben hätte oder gar einen verbalen Paukenschlag in Form einer brisanten Ankündigung: Vielmehr war es ein Knall im wortwörtlichen Sinne. Der letzte des Feuerwerks nämlich. Das Lichtspektakel, das Stadt, Ferling GbR (Vergnügungspark) und Franz Widmann Festzeltbetriebe GmbH zu je einem Drittel bezahlten, läutete die letzten Feststunden ein.

Mancher Besucher war zum Zeitpunkt des Feuerwerks schon zehn, elf Stunden auf dem Fest gewesen –nach dem Frühschoppen zog es bei Weitem nicht jeden zum Pausieren nach Hause. Vermeintlich zu hohe Preise hin, neuer Ausrichter her – Biergarten und auch Zelt waren um die Mittagszeit proppenvoll. Während der Rest der Stadt, das Industriegebiet-Nord einmal ausgenommen, vor sich hindämmerte und die Einwohner komplett auf dem Festplatz zu sein schien, war festzustellen: Die Dieburger begreifen noch immer den Montagmittag als „ihren“ Termin für den Gang aufs Fest. Mancher Gast aus den umliegenden Ortschaften staunte: So voll habe er ein hiesiges Volksfest an einem Wochentag selten erlebt. Dem vergnüglichen Montag tat auch keinen Abbruch, dass beim Frühschoppen der Funke der Band Winfried Stark und seine Steigerwälder nicht so recht auf das Publikum überspringen wollte. In Sachen Stimmungsmache kam die Formation nicht an Musikuss von Samstagabend heran.

Zu gediegen war vielen das Treiben an den Abenden in der Bar. Musik zu leise, Platz zu eng, zu früh wieder Lichter an. Dass dort nicht alles zur Zufriedenheit der Gäste lief, gestanden auch Festwirt Franz Widmann und Wolfgang Dörr von der Stadt Dieburg ein. Grund für die zu leise Musik, die Party-Atmosphäre verhinderte: In der Nähe des Barbereichs hatten Widmanns Mitarbeiter ihre Wohnwagen aufgestellt. Sie wollten nach anstrengendem Tagwerk irgendwann auch schlafen. „Das müssen wir beim nächsten Mal anders machen“, waren sich Widmann und Dörr einig.

Positiv sei laut Wolfgang Dörr dagegen der sehr friedliche Verlauf des Fests gewesen, zu dem auch die präventive Arbeit umhergehender Polizisten beigetragen habe. Zudem hatte Widmann Sicherheitspersonal engagiert, das nach Meinung einiger Besucher in manchen Fällen etwas mehr Lockerheit gegenüber den – in der Regel zahlenden – Gästen hätte walten lassen sollen. Die Taschendurchsuchungen fand WolfgangDörr derweil okay: „Das ist in jedem Fußballstadion auch so.“

Auch wenn es, wie berichtet, sicherlich noch Überlegungen wert sein wird, die Preise zu korrigieren oder auch das Thema Logen voranzubringen oder zu streichen sowie am Programm und vor allem der Bar zu feilen, war Wolfgang Dörr insgesamt sehr positiv gestimmt: Bis auf „kleine Dinge, die man noch ändern müsste“, zeigte er sich „rundum zufrieden“. Franz Widmann kündigte an: „Wir sehen uns wieder!“ Das wäre erst 2014, sofern es 2013 nicht zu einer Zusammenarbeit mit dem Turnverein kommt.

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