Sauerstoffmangel offenbar Grund

Im Dieburger Wolfgangsee sterben Fische

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Vor allem Karpfen sind nach einem ersten Überblick im Wolfgangsee verendet.

Dieburg - Schock am Dieburger Wolfgangsee: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat im Gewässer am westlichen Stadtrand ein Fischsterben stattgefunden. Die verwesenden und immer übler riechenden Kadaver werden am heutigen Samstag entsorgt.

Am Donnerstagvormittag verbreitete sich zunächst im Angelsportclub (ASC) Dieburg die schlechte Nachricht: An die drei Dutzend toter Fische trieben an der Oberfläche vor allem im nordöstlichen Teil des Sees. Nach erster Inaugenscheinnahme durch die Angler handelt es sich vor allem oder ausschließlich um Karpfen. Da nur wenige Tiere ans Ufer getrieben wurden, konnte man dies bislang aber noch nicht mit letzter Sicherheit sagen.

Auch der Grund für das Massensterben der Fische, das auch manchen Spaziergänger entsetzte, kann erst in Kürze sicher benannt werden. Wahrscheinlich sind die Tiere nach der langen Trockenheit und Hitze im immer wärmeren Wasser des Wolfgangsees an Sauerstoffmangel gestorben. Noch vor zwei Wochen hatte der ASC Dieburg neue Sprudler im See eingebaut, um ihn weiter und noch besser als mit den alten Sprudlern zu „durchlüften“. In diesem Zusammenhang hatte unsere Zeitung auch über die grundlegenden Probleme im Wolfgangsee –verschlammter Grund, niedriger Wasserstand, fehlender Zufluss, zu viele Nilgänse und die Lage in praller Sonne – berichtet.

Auszeit von der Hitze: Wochenende mit moderaten Temperaturen

Die Angler gehen nun wie folgt vor: Am heutigen Samstag fahren sie mit einem Boot auf den See hinaus und sammeln die Fischkadaver von der Oberfläche. Anschließend kann die Zahl und das Gewicht genauer bestimmt und auch festgestellt werden, ob weitere Fischarten betroffen sind. Zudem misst der ASC Dieburg heute auch Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt des Wolfgangsees. Anschließend lässt sich voraussichtlich Näheres über den Grund für das Fischsterben sagen.

Schon jetzt ist allerdings offensichtlich, dass trotz des Elektrofischens 2017, bei dem die Angler Exemplare diverser Arten in Forsteck-Weiher und Gersprenz umsiedelten, noch immer viele Fische im Wolfgangsee zu finden sind. Die präventive Maßnahme zur Rettung der Tiere lässt sich aus Kostengründen nicht in jedem trockenen und heißen Sommer durchführen. (jd)

Quelle: op-online.de

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