„Wollen mehr als nur eine Mensa- und Mehrzweckhalle“

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Der Agrarzweig an der Dieburger Landrat-Gruber-Schule zieht in einen eigens errichteten Neubau – dazu soll ein Mensa- und Mehrzweckgebäude entstehen, auch für alle anderen Schulen Auf der Leer.

Dieburg - Da hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise in Dieburg vor kurzem wahrlich für einen – sehr positiven – Paukenschlag gesorgt: Unter dem Namen „Leer-Zentrum“ soll aus dem Sonderinvestitionsprogramm (SIP) des Landes Hessen für einen Millionenbetrag ein Mensa- und Mehrzweckgebäude auf der Leer gebaut werden. Von Jens Dörr

Daran hätten die Landrat-Gruber-Schule, die Alfred-Delp-Schule, die Gustav-Heinemann-Schule sowie die Anne-Frank-Schule Anteil. Die Schulen äußern sich zu ihren Wünschen und Erwartungen ans neue „Leer-Zentrum“, dessen exakte Ausgestaltung sowie der genaue Bauort noch nicht feststehen.

Dieter Staudt, Schulleiter der Landrat-Gruber-Schule (LGS), die bald mehr als 2000 Schüler zählt, hat sehr genaue Vorstellungen. „Es wird zurecht von einem Multifunktionsgebäude gesprochen“, sagt Staudt, der sich als „einer der Urheber der Idee“ bezeichnet. Es müsse mehr als „nur“ Mensa und Aufenthaltsräume geben. „Wir könnten dort dem Wildwuchs an Beratungszentren entgegenwirken und selbst Angebote für alle Lebenslagen machen“,so Staudt. Das sei auch in der Landratsskizze drin, die beim Kultusministerium vorliegt. „Wir haben in Dieburg eine optimale Situation, viele wichtige Anlaufstationen liegen nur drei Minuten voneinander entfernt“, erklärt der LGS-Chef weiter. „Deshalb würde die gemeinsame Nutzung Sinn machen.“ Damit meint Staudt nicht nur die vier Schulen: „Es wäre klug, wenn das Landratsamt, das Technologie- und Innovationszentrum und die Volkshochschule Mitnutzer würden.“

Ebenfalls sehr genaue Vorstellungen zum „Leer-Zentrum“ hat Renate Stiebing, Schulleiterin des Oberstufengymnasiums Alfred-Delp-Schule (ADS): „Da die ADS saniert werden soll, ergänzt das Zentrum unsere Planungen sinnvoll. Diese Sanierung sollte modernes Lernen räumlich unterstützen. Schüler-, Lehrerarbeits- sowie Hörsäle sind in unserem Konzept enthalten.“ Auch schnellere Internetverbindungen stehen auf dem Wunschzettel des Oberstufengymnasiums. Nach Stiebings Informationen soll bereits im Mai mit der Zusammenarbeit mit einem ausgewählten Architekturbüro begonnen werden.

Stiebing denkt auch an die langfristige finanzielle Seite der Medaille: „Der Vorteil ist, dass die Einrichtungen durch die gemeinsame Nutzung ausgelastet und damit Steuergelder effizient eingesetzt werden“,so die Schulleiterin.

Das Thema Mittagessen ist aus Stiebings Sicht schon seit einiger Zeit nicht optimal gelöst: „Eine Mensa wird von uns schon lange als notwendig erachtet, da der Unterricht an der ADS auch nachmittags stattfindet“, sagt Stiebing. Eine gemeinsame Mensa müsse den Vorteil bringen, dass die Angebote kostengünstig kalkuliert würden.

Generell begrüßt Stiebing die Zusammenarbeit mit LGS-Schulleiter Staudt, Bürgermeister Dr. Werner Thomas und Schuldezernent Christel Fleischmann, mit denen man sich abstimme. Überdies sei weiterhin die Sporthallen-Problematik akut für die ADS, bei der man sich durch die Erweiterung der Gutenberghalle Linderung erhoffe.

In eine etwas andere Richtung denkt unterdessen Gabriele Kregelius, wenn sie vom „Leer-Zentrum“ spricht. Die Schulleiterin der Gustav-Heinemann-Schule (GHS), einer Schule für praktisch bildbare Kinder und Jugendliche, hat den sozialen Aspekt des Zusammentreffens behinderter und nicht-behinderter Schüler im Blick. „Ich erhoffe mir auch, dass es für unsere Schüler möglich sein wird, zum Beispiel in der Mensa-Küche Praktika machen zu können.“

Kregelius wünsche sich sogar die Schaffung eines Arbeitsplatzes für eines der GHS-Kinder. Selbstverständlich müsse das Zentrum Barrierefreiheit garantieren, so dass man etwa mit Rollstühlen an alle relevanten Orte gelangen könne. „Zudem wäre es schön, wenn es dort einen Ausstellungsort geben würde, an dem wir unsere Arbeiten aus dem Kunstunterricht zeigen könnten“,so Kregelius.

„Von der Idee her eine tolle Sache“, lautet die erste Bewertung von Ingrid Spiehl, Leiterin der vierten Bildungsstätte im Bunde, der Anne-Frank-Schule (AFS). Ein Aufenthaltsraum mit Spielmöglichkeiten steht dort ganz oben auf dem Wunschzettel. Die gemeinsame Nutzung mit wesentlich älteren Schülern sieht sie mehr als Chance, denn als Problem: „Für uns ist es schwieriger, wenn wir isoliert bleiben.“An einen Versammlungsraum solle ebenfalls gedacht werden. „Hier in der Anne-Frank-Schule sind wir zurzeit absolut beengt mit unseren 140 Schülern.“ Die AFS sei bislang allerdings noch nicht in die Planungen eingebunden worden, sagt Spiehl.

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