Wunsch: Römerman etablieren

+
Getümmel im Wasser: Gleich setzen sich wieder 88 Athleten vom Beckenrand des Dieburger Freibads ab.

Dieburg - Eine gelungene Premiere feierte gestern der Römernman in Dieburg. Der Wunsch der Triathleten zum Schluss war eindeutig: „Etabliert diese Veranstaltung!“, hörte man allerorten. Von Jens Dörr

Wer schnippische Schlagzeilen wollte, hätte diese beim gestrigen „1. Suzuki Römerman Dieburg | 140.6 Team“ en masse gefunden. Etwa die: „CDU kommt wieder nicht an Thomas ran.“ Oder die: „Rochus-Vorstand steht Wasser bis zum Hals.“ Oder die: „Sparkasse laufen die Mitarbeiter davon.“ Doch einerseits sind im Gersprenz-Städtchen gerade weder Bürgermeister-Wahlen, noch wackelt der Stuhl von Rochus-Vorstand Armin Probst. Auch gibt es bei der Sparkasse keinen personellen Aderlass. Insofern waren diese Botschaften nur im unmittelbaren Wortsinn zutreffend.

Überschrieben werden könnte die erste Nachbetrachtung (weiterer Artikel und Ergebnisse folgen in der Donnerstags-Ausgabe) anders: „Triathleten-Wunsch: Etabliert den Römerman Dieburg!“

Bilder vom Römerman

"Römerman"-Triathlon feiert Premiere

Denn schon ehe am frühen Sonntagnachmittag die letzten der knapp 700 Teilnehmer das Ziel auf dem Parkplatz an der Skater-Anlage vis-à-vis des Ludwig-Steinmetz-Bads erreichten, hatten etliche „Finisher“ den Organisatoren attestiert: Die Premiere sei eine sehr gelungene gewesen, man hätte gerne mehr davon - und käme bei einer Neuauflage auch 2013 gerne wieder.

Ex-Olympionik Sebastian Dehmer, zusammen mit dem Dieburger David Thomas Veranstalter der Triathlon-Premiere, und die rund 100 Helfer im Freibad, an Rad- und Laufstrecke sowie im Zielbereich hatten ganze Arbeit geleistet.

„Die ersten Kinderkrankheiten habe ich schon festgestellt“

Als die ersten Teams im Ziel waren, meinte Dehmer zwar: „Die ersten Kinderkrankheiten habe ich schon festgestellt.“ Das waren jedoch Kleinigkeiten - wie Rechts-Links-Verwechslungen: Als die Radfahrer von ihrer zweiten Runde aus Klein-Zimmern über die B 26-Brücke kamen, wiesen sie die Ordner etwa an, links an ihnen gen Wechselzone zum Laufen vorbeizufahren. Mancher Athlet dachte, es sei die linke Seite aus Sicht der Ordner gemeint - also die rechte aus Sicht der auf sie zukommenden Sportler.

Doch die Ordner hatten einen Schritt weiter gedacht und sich in die Athleten-Perspektive hineinversetzt. Meist konnten sie die Irritationen noch rechtzeitig beseitigen. Auch in der ersten Wechselzone kam es hin und wieder zu etwas Enge, wenn sich Radfahrer und Läufer begegneten. Doch bis auf wenige Teilnehmer sahen die meisten über derlei optimierungsfähige Passagen locker hinweg.

Veranstaltung bringt Dieburg ein Stück nach vorn

Die meisten klangen wie René Exner, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament: „Das war einfach nur ein tolles Rennen. Die Veranstaltung bringt Dieburg wieder ein Stück nach vorn. Ich hoffe, dass sich das etabliert.“ Team-Wettbewerbe wie der „Römerman Dieburg“, in dem zehn Starter (plus ein Joker) einen „Ironman“ (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen) absolvierten, würden „die Leute zusammenschweißen“.

Dem pflichtete Carsten Helfmann, Bürgermeister von Eppertshausen, bei: „Eine klasse Veranstaltung. Ich habe aber gemerkt, dass ich vorher nur zweimal Rad gefahren bin. Am Ende waren die Beine ziemlich hart.“

Diese liebe Unterstützung für den sportlichen Papa hat bestimmt geholfen.

Exner und Helfmann starteten in einem Team aus Prominenten der Region, darunter auch Rochus-Vorstand Armin Probst und Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas. „Er ist ein Ausdauertier“, zollte ihm Exner Respekt. Weder er noch Helfmann hielten sportlich mit dem zähen Rathaus-Chef Schritt. Der brillierte wenig überraschend besonders auf dem Rad. Und meisterte den Wettbewerb später sogar noch ein zweites Mal im Team des KVD, das die elf Narren unter den vielen Dutzend Teilnehmern aus Dieburg aufbot. Nur dass statt närrischem Hahnenkamm Badekappe und Fahrradhelm vor den zeitweiligen Schauern schützten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare