Ein Jahr nach dem Start einer Online-Plattform

Wunschzettel der Dieburger Radler

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Eine Schwachstelle im Dieburger Radwegenetz ist nach Ansicht der Befragungsteilnehmer die Querung der L3094 auf der Darmstädter Straße hinter der Einmündung des Burgwegs.

Dieburg - Das Fahrrad als Verkehrsmittel wird immer wichtiger. Aber dafür müssen auch die Wege entsprechend sein. Der Landkreis hat die Bürger online gefragt, und die haben zahlreich geantwortet.

„Mit dem Fahrrad in die Zukunft“ – diese Überschrift war vor etwa einem Jahr in einer Pressemitteilung des Landkreises Darmstadt-Dieburg zu lesen. In einem hessenweiten Programm zur Optimierung des Radwegenetzes konnten die Bürger auf einer Online-Plattform Anregungen zur Verbesserung des Radverkehrs eingeben. Unterteilt in die drei Meldungstypen „Gefahrenstellen“, „Neue Verbindungen“ und „Ausbessern vorhandener Verbindungen“ erfolgten über 700 Einträge landkreisweit. Die Vorschläge für die Region rund um Dieburg bezogen sich gleichmäßig verteilt auf diese Aspekte. Die Online-Einträge beinhalten neben sinnvollen Vorschlägen, freilich auch unverständliche Meldungen, wie diese: „Radweg Abu. Auffahrt in Habitsheim. Hoher Bordstein“. In der Landkarte bezieht sich dieser Text allerdings auf einen Punkt nahe des Radweges von Semd Richtung „Lange Bank“ in Höhe der Brücke über die B 45.

Neben dieser Meldung muss sich Heiko Wolf im Dieburger Bauamt aber auch mit den Vorschlägen befassen, die Hand und Fuß haben. Wie er erläutert, sind innerörtliche Veränderungen am Radwegenetz Sache der jeweiligen Kommune, während die Strecken darüber hinaus im Radwegekonzept des Landkreises Darmstadt-Dieburg betrachtet werden. Die im Online-Portal vorgeschlagenen Verbesserungen für Dieburg liegen dem Magistrat der Stadt vor, aber inwieweit 2018 noch Gelder verfügbar sind, zeigen die nächsten Haushaltsberatungen.

Gefahrenstellen

Fünf Einträge der Kategorie Gefahrenstellen für den Bereich Dieburg beinhaltet das Portal. So wird zum Beispiel die Überquerung der K 128 südlich des Campusgeländes als gefährlich erachtet. Auch zwischen den Radwegen, die jeweils am Bahnhof auf der östlichen wie auch auf der westlichen Seite des Bahnhofgeländes enden, fehlt eine gefahrenfreie Verbindung.

Neue Verbindungen

Viele Bürgereingaben wünschen sich einen durchgehenden Radweg von Dieburg nach Gundernhausen entlang der K128. Auch auf die fehlende Verbindung zwischen Schwimmbad- und Sauer-Kreisel wird hingewiesen und damit begründet, dass Radler, die von Groß-Zimmern oder Gundernhausen ins Dieburger Schwimmbad wollen, auf diesem Stück die Kreisstraße benutzen müssen. Andere Hinweise betreffen durchgehende Radwege Richtung Groß-Umstadt, und auch ein Radschnellweg von Dieburg nach Darmstadt entlang der B 26 wird für sehr sinnvoll erachtet.

Rechtsabbiegende Laster für Radler besonders oft tödlich

Verbesserungsbedarf an bestehenden Wegen

Fährt man mit dem Rad von Dieburg nach Münster, so sieht auch der Gelegenheitsradler, dass die Radwege links und rechts der Straße sehr schmal sind und eine Ausbesserung der Oberflächen nötig ist. Auch der Rad- und Fußgängerweg auf der ehemaligen Bahntrasse Richtung Groß-Zimmern ist sanierungsbedürftig. Der Schotterweg ist nach längeren Regenperioden oder Tauwetter schlecht befahrbar und zudem immer wieder von Hundekot verschmutzt. Ein anderer Verbesserungsvorschlag beschreibt den Übergang von der Darmstädter Straße auf den Radweg entlang der L 3094 hinter der Einmündung des Burgwegs. Hier verzögere die langsame Ampelschaltung sowohl den Rad- wie auch den Autoverkehr.

Wie das beauftragte Ingenieurbüro auf Anfrage mitteilt, arbeitet man derzeit die Stellungnahmen der Kommunen und weiteren beteiligten Institutionen in das Konzept ein. Da sich deshalb noch Änderungen in den Maßnahmenempfehlungen ergeben können, ist der Abschluss des Projektes bis Jahresende vorgesehen, aber detaillierte Informationen seien erst Anfang 2018 zu erwarten. (zwk)

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