Das Wurftrampolin wartet schon

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Schulleiter Lothar Oberle (links), der Vorsitzende des Fördervereins, Ralf Grießling, Lehrerin Susanne Ackermann und der Vorsitzende des Schulelternbeirats, Günter Hüttig (rechts), freuen sich mit den Kindern über die Spielgeräte.

Dieburg (lho) ‐ Langeweile auf dem Pausenhof? Für die Schüler der Marienschule ist das seit Ende der Herbstferien kein Thema mehr. Vielmehr stehen sie nun große Pause für große Pause vor der Frage: Was spiele ich heute?

Balancierkreisel, Wurftrampoline, Hockeyschläger, Hula-Hoop-Reifen, Pferdegeschirre, Rasenski und viele andere Spiele mehr warten nun beim Pausenklingeln in der Spielausleihe auf die Grundschulkinder. „Den Kindern macht es großen Spaß“, konnte Susanne Ackermann, Marienschul-Lehrerin und Spielausleihe-Koordinatorin in den letzten Monaten beobachten.

Jedes Kind erhält einen Ausweis, mit dem es in der Pause ein Spiel in dem kleinen Zwischengebäude auf dem Pausenhof ausleihen kann. Um den Ausweis zu bekommen, mussten Kind und Eltern die mit der Nutzung des Angebots einhergehenden Regeln unterschreiben. „Die Kinder lernen dadurch, sorgsam mit den Spielsachen umzugehen“, so Ackermann. Trotzdem geht auch einmal etwas zu Bruch: Ein gerissenes Pferdehalfter, ein zerbrochener Holzstiel und so manches mehr wartet im „Spielehospital“ - einer mit einem roten Kreuz markierten Kiste - auf seine Reparatur. Ackermann lässt sich im Schadensfall berichten, wie es dazu kommen konnte. Beim Spielen kann auch mal etwas kaputt gehen, das ist klar. Nur wenn sich herausstellen sollte, dass ein Kind nicht sorgfältig mit seinem ausgeliehenen Spiel umgegangen ist, muss das Spiel durch das Kind beziehungsweise dessen Eltern ersetzt werden. Doch das ist glücklicherweise nicht häufig der Fall, schließlich wissen die Kinder ihr buntes Spieleangebot zu schätzen.

Nach dem Aufräumen wird der Boden gekehrt

Große Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein legen bei der Spielausleihe auch die Schüler der 4. Klassen an den Tag. Jeweils drei von ihnen sind pro Pause für die Ausgabe der Spiele zuständig. Sie nehmen die Leihausweise ihrer Mitschüler entgegen, holen ihnen das gewünschte Spiel aus den beschrifteten Boxen im Regal und hängen den Ausweis nach Klassen sortiert bis zur Rückgabe des Spiels an eine Wand. Wird es nach der Pause zurückgegeben, gibt es auch den Ausweis zurück und das Spielgerät wandert wieder in seine Box.

„Ich war ganz verblüfft, wie gut die Kinder das schon gleich von Anfang an gemacht haben“, freut sich Ackermann. „Sie räumen von selbst alles auf und kehren sogar den Boden.“ Die Viertklässler seinen mächtig stolz darauf, dass sie nun eine solch wichtige Aufgabe haben. „Und die Kleinen akzeptieren, wenn die Großen ihnen etwas sagen“, schildert Ackermann den reibungslosen Ablauf an der Ausleihe.

Über 3.000 Euro in das Schulprojekt investiert

Nebenbei gibt es auch mit den ausgeliehenen Spielen jede Menge zu lernen: Einige Spiele fördern die Beweglichkeit, andere das Gleichgewicht, wieder andere die Wahrnehmung oder das Spielen in der Gemeinschaft. Über den abwechslungsreichen Inhalt in den bunten Kästen der Spielausleihe und die Logistik hatte sich in der Vorbereitung zusammen mit Susanne Ackermann ein kleines Team intensive Gedanken gemacht. Das Team hatte auch alles soweit vorbereitet, dass es nach den Herbstferien losgehen konnte mit der Spielausleihe.

Möglich gemacht hatten das Projekt indes vor allem auch der Förderverein der Marienschule und der Schulelternbeirat. Sie steuerten die dafür nötigen finanziellen Mittel bei. 2.000 Euro gab es vom Förderverein für die Anschaffung der Pausenhofspiele, der Regale und Kisten für deren Aufbewahrung. Der Schulelternbeirat steuerte 1.200 Euro bei, dafür wurden Pausenhofspiele, aber auch solche, die im Klassenraum bleiben, angeschafft.

Ein Spiele-Doktor wird noch gesucht

Spielen wird in der Marienschule groß geschrieben, betont Schulleiter Lothar Oberle. Auch bei der Projektwoche Anfang April soll sich alles um das Thema drehen. Bei einem Sponsorenlauf soll Geld für die Anschaffung weiterer Spiele gesammelt werden. Ackermann weiß auch schon, was als nächstes auf dem Einkaufszettel steht: Noch mehr von den bei den Kindern schwer beliebten Wurftrampolinen und noch weitere Balancierspiele.

Nachdem Schulelternbeirat, Förderverein, Schulleitung und Lehrerschaft mit der Spielausleihe den Kindern eine große Freude bereitet haben, gibt es noch zwei Dinge, mit denen man nun ihnen im Gegenzug eine Freude bereiten könnte. Knapp 100 Mitglieder zählt der Förderverein der Marienschule. Wie viel diese erreicht haben, lässt sich beim Blick auf die mit ihren neuen Geräten spielenden Kinder sehen. „Toll wäre es, wenn die Eltern von jedem Marienschulkind dem Förderverein beitreten würden, dann könnten wir noch mehr für die Kinder tun“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins, Ralf Grießling. Gesucht wird zudem auch noch ein „Doktor“, der sich des „Spielehospitals“ annimmt. Ein handwerklich begabter Bastler, der sich bei der Reparatur der zu Bruch gegangenen Spielgeräte einbringen möchte, würde das Ausleihe-Team komplettieren. Sein Lohn: Zu sehen, wie viel Spaß die Marienschüler mit ihren Spielgeräten auf dem Pausenhof haben.

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