Xynthia erstürmt Mithras

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Informierten die Besucher bei der Ausstellungseröffnung: Laudator Dr. Andreas Hensen (von links), Museumsmitarbeiterin Karin Zuleger, Museumsleiterin Maria Porzenheim, Erster Stadtrat Wolfgang Schupp und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning.

Dieburg (ves) ‐  „Eines der Themen dieser Ausstellung ist die Darstellung der Energie“, erläuterte Museumsleiterin Maria Porzenheim den Anwesenden in ihrer Begrüßungsrede und wies auf eins der Hauptausstellungsstücke, die interaktive Windsäule, hin.

Das ausgerechnet der Wind die Künstlerin Farangis Yegane am Erscheinen hinderte, erschien fast symbolisch. Durch entwurzelte Bäume, die Sturmtief „Xynthia“ auf die Straße wirbelte, wurde die Malerin auf ihrer Anfahrt nach Dieburg blockiert und musste unverrichteter Dinge wieder umdrehen. In ihrer Abwesenheit eröffnete der Erste Stadtrat Wolfgang Schupp gemeinsam mit Porzenheim die neue Sonderausstellung „Zum Beispiel Mithras – zweiter Teil“. Den Eröffnungsvortrag zum Thema Mithraskult hielt Dr. Andreas Hensen vom Kurpfälzischen Museum aus Heidelberg.

Der Mithras-Kult ist eine geheime Mysterienreligion, die sich in der Zeit vom 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus im gesamten Römischen Reich sehr stark verbreitete. Für den Geheimkult gibt es nur wenige Schriftquellen, so dass man auf die Interpretation archäologischer Funde angewiesen ist. Der Mithraskult ist im Museum in besonderer Weise vertreten: Das im Jahr 1926 in Dieburg gefundene drehbare Kultbild ist eines der bedeutendsten Exponate des Hauses und in der Art seiner Darstellung einzigartig in Europa.

Anspielung auf Symbolismus

Die Künstlerin Farangis Yegane erhielt durch ihren Mann, einen Iraner, Zugang zur persischen Kultur“, erklärte Hensen dem Publikum. Auf vielen Reisen durch den Orient forschte sie nach dem Wesen und den Gemeinsamkeiten der Religionen.

Bis zum 16. Mai sind die Bilder im Museum Schloss Fechenbach (Eulengasse 8) zu sehen. Begleitend zur Ausstellung finden Malaktionen und Vorträge statt.

Farangis Yegane, deren Künstlername übersetzt „die aus dem Frankenland stammende“ bedeutet, gab bereits 1996 ihre erste Ausstellung im Dieburger Museum zum Thema Mithras. Schon damals zog die Gegenüberstellung der archäologischen Exponate des Mithraskultes mit den Werken der Malerin ein überregionales Publikum an. Der zweite Teil der Ausstellung spielt auf den Symbolismus an, der bis zu den persischen Wurzeln des Kultes zurückreicht. „Yegane hat als Künstlerin das Recht, Bilder intuitiv umzusetzen und zuzulassen“, so Hensen. „Es sind eigene Interpretationen möglich.“

„Imposante Darstellung“

Das Publikum zeigte sich von den Arbeiten der Künstlerin begeistert. „Diese Darstellung ist imposant und die Farbgebung sehr gelungen“, urteilte eine Besucherin über das Werk „Der Wind“.

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