Info-Abend der Fiege-Gegner

BI zählt schon 1710 Unterstützer

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Gefragte Gesprächspartner waren am Dienstagabend unter anderem CDU-Parlamentarier Dr. Harald Schöning (zweiter von rechts) und der Grünen-Stadtverordnete Stephan Weber (Mitte).

Dieburg - „Es wird zwar immer von Bürgerbeteiligung gesprochen - wenn sie aber da ist, wird sie oft als nervig empfunden.“ Von Jens Dörr 

 Das meinte Michaele Krumbach, Vorsitzende der inzwischen rund 400 Mitglieder zählenden Bürgerinitiative Bebauung Dieburger Dreieck (BIBDD), die sich kritisch mit dem geplanten Großlager-Bau des Logistikunternehmens Fiege zwischen B45 und B26 auseinandersetzt, am Dienstagabend im Pater-Delp-Haus. Damit spielte sie erneut auf eine - vermeintliche - Beratungsresistenz der Stadtverordneten an, die Mitglieder und teils auch Sprecher der BIBDD sowie außen stehende Gegner des Vorhabens immer wieder anprangern.

Wohl auch deshalb kamen am Dienstag lediglich drei der 37 Mitglieder des Stadtparlaments zur Veranstaltung, die sich explizit an sie gerichtet hatte. Dr. Harald Schöning (CDU), Albrecht Achilles (FDP) sowie Stephan Weber (Grüne) wagten sich in die Höhle des Löwen und unter die rund zwei Dutzend Anwesenden, die der Fiege-Ansiedlung praktisch durchweg ablehnend gegenüberstanden. SPD und UWD waren nicht vertreten.

Woran der somit nur bedingt mögliche Austausch zwischen den organisierten Projektgegnern und den Volksvertretern weitestgehend scheiterte, darüber konnte letztlich nur spekuliert werden. Einerseits ballen sich gerade in dieser Woche die Fiege-Termine. Andererseits, das ist immer wieder aus Hintergrundgesprächen mit Stadtverordneten zu erfahren, fühlen sich einige Parlamentarier in der Auseinandersetzung über Gebühr kritisiert und teils auch diskreditiert.

Offene Ohren für die Kritiker

Offene Ohren für die Kritiker brachten am Dienstag derweil Schöning, Achilles und Weber mit. Zunächst präsentierte für die BIBDD Uwe Wichert, der seit 40 Jahren in Dieburg lebt, noch einmal anschaulich die bereits häufig geäußerten zentralen Kritikpunkte, streifte Aspekte wie die Natur- und Lebensraumzerstörung, Lärm, Verkehr und Feinstaub, ungeklärte Fragen bei der Bekämpfung im Brandfall („Diese Halle löscht keiner“) und die in den Augen der BIBDD stattfindende „Rückentwicklung der Stadtleitbilder“.

Aus der monologischen Anklage („Ich verstehe nicht, warum die Stadtverordneten nicht auf das bei uns versammelte Know-how zurückgreifen - unter uns sind Professoren und Doktoren“) wurde beim Rundgang zwischen erläuternden Schaubildern ein Dialog. Dabei war das Trio aus dem Parlament gefragter Gesprächspartner.

Bekannt wurde bei der Veranstaltung unterdessen, dass die Zahl der gesammelten Nein-Stimmen zum Projekt inzwischen auf 1 710 angewachsen ist. Demnächst soll es zudem eine Informationsveranstaltung für jedermann geben. Ein Termin werde in Kürze bekanntgegeben.

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