Richtiges Zähneputzen und zahngesunde Ernährung waren diese Woche in der Gutenbergschule Thema

Zähnefletschen im Karies-Tunnel

Dieburg J Zahnlücken und Wackelzähne: Für viele Gutenbergschüler ist das in ihrem Mund momentan Alltag, der hier und da vielleicht noch durch den Besuch der Zahnfee einen magischen Touch erhält. Von Laura Hombach

Die Milchzähne der Grundschüler machen Platz für die Zähne, die ihnen dann über viele Jahrzehnte treue Kaudienste leisten sollen. Damit sie das auch tun, gilt es, sie gut zu pflegen.

Ob die Schüler der Gutenbergschule ihre Zähne heute Morgen wohl auch gründlich geputzt haben? Beim Besuch im Karies-Tunnel kommt es ans Schwarzlicht. Den imposanten Tunnel, einen nicht minder beeindruckenden Zahnputzbrunnen sowie weitere Informationsstationen haben Mitarbeiter des Arbeitskreises Jugendzahnpflege Darmstadt/Odenwald in der Gutenbergschule aufgebaut. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Darmstadt will der Arbeitskreis den Schülern richtiges Zähneputzen und zahngesunde Ernährung vermitteln.

Wenn die Bakterien emsig werden

Schon an der ersten Informationsstation staunt so mancher Schüler nicht schlecht, wieviel Stück Würfelzucker in solch beliebten Frühstücksleckereien wie Kakao oder Nussnougat-Creme stecken. Was passiert, wenn dieser Zucker von Bakterien in Säure verwandelt wird, zeigt Sebastian Pflugbeil, Zahnarzt im schulärztlichen Dienst, gleich darauf eindrucksvoll. In null Komma nichts frisst sich Säure durch einen Styroporzahn. Zugegeben, das geht schneller als im wahren Leben und ist auch nur zur Demonstration gedacht. Doch was soeben noch so abstrakt am Styroporzahn zu sehen war, wird beim Gang durch den Karies-Tunnel gleich ein ganzes Stück realistischer.

Jedes Kind verteilt einen kleinen Tropfen fluoreszierendes Zahnbelag-Färbemittel auf den Zähnen, dann geht es durch den Vorhang hinein in den Tunnel. Mit gebleckten Zähnen stehen die Kinder vor den an der Seitenwand angebrachten Spiegeln und begutachten das Ergebnis ihres morgendlichen Zähneputzens. Dort, wo die Färbeflüssigkeit leuchtet, gibt es beim Einsatz der Zahnbürste Nachbesserungsbedarf.

Bei der Interpretation dessen, was das Färbemittel in den Kindermündern anzeigt, hilft Prophylaxehelferin Heike Mattheß. Beim einen müssen die Zähne am Zahnfleischrand noch besser geputzt werden, beim anderen macht ein schräg stehender Zahn das erfolgreiche Wirken der Zahnbürste schwierig. Einige Kinder verlassen den Tunnel aber auch mit der schönen Gewissheit, dass sie beim Zähneputzen schon alles richtig machen.

Doch auch für die Putzprofis kann eine Auffrischung in richtigem Zähneputzen nichts schaden. Und so geht es zum gemeinsamen Bürstenkreisen an den Zahnputzbrunnen. „Vergesst mir die Eckzähne nicht“, mahnt Prophylaxehelferin Petra Horn, die ein überdimensionales Gebiss samt ebensolcher Zahnbürste in Händen hält und die richtigen Putzbewegungen vormacht. Die Kinder putzen mit kleiner Bürste im eigenen Mund nach.

Das Erfolgserlebnis für das ordentliche Putzen gibt es gleich im Anschluss beim neuerlichen Gang durch den Karies-Tunnel: Nur noch die weißen T-Shirts leuchten im Schwarzlicht. An den Zähnen findet das Plaque-Färbemittel nichts mehr, woran es sich festsetzen kann.

Alle zwölf Klassen der Gutenbergschule sowie die Grundstufenschüler der Anne-Frank-Schule durften im Lauf der Woche den Parcours zur Zahngesundheit besuchen.

Mit Zahnputzset nach Hause

Damit die Schülerzähne auch weiterhin so blank bleiben, wie sie nach der gemeinsamen Putzaktion poliert sind, bekommt jedes Kind ein Zahnputzset mit auf den Weg. Zusammen mit dem Wissen um richtiges Putzen und zahngesunde Ernährung, das ihnen die Mitarbeiter des Arbeitskreises Zahngesundheit anschaulich vermittelt haben, sind die Schüler nun gut gewappnet, um Zahnbelag und Karies erst gar keine Chance zu geben.

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