Jetzt wird das Leitbild konkreter / Paten machen Vorschläge

In Zeiten leerer Kassen: pfiffige Ideen gefragt

Dieburg - (eha)  „Auch wenn ich heute nicht zum Zuge gekommen bin, war es eine höchst spannende Veranstaltung.“ Thomas Disser, Pate des Leitbild-Projektes „Tourismus“, war wie die andere Paten beim zweiten Treffen positiv überrascht. „Gute Ideen, die dank intensiver Vorbereitung zum Teil direkt umgesetzt werden können“, fasste Bürgermeister Dr. Werner Thomas den Abend zusammen.

Alle Paten waren sich bei Ausarbeitung der Ideen der Tatsache bewusst, dass eigentlich kein Geld zur Verfügung steht. So waren pfiffige Lösungen gefragt. Und da haben sich die Paten einiges einfallen lassen.

Eva Rosenau, zuständig für die Barrierefreiheit und Integration behinderter Menschen hat bereits Zusagen Dieburger Geschäfte, außen eine Telefonnummer anzubringen, wenn der Eingang nicht barrierefrei ist. „So können Rollstuhlfahrer von der Tür aus Hilfe anfordern,“ erklärt Rosenau, die auch Kosten für Rampen ermittelt.

Saleem Mirza, Pate des Projektes „Das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen“ konnten einen ganzen Maßnahmenkatalog vorstellen. Er hat unzählige Gespräche mit verschiedenen Religionsgemeinschaften, Vereinen und Institutionen geführt. „Migranten haben wenig Kontakt zur den deutschen Mitbürgern“, so das Fazit. „Gruppenbildung und Ängste führen zur Isolation.“ Dabei gebe es zum Beispiel im Jugendcafé ein Angebot nur für Mädchen, an dem auch muslimische Töchter teilnehmen könnten, ohne dass Eltern Angst um sie haben müssten. Und auch die Migranten wollten etwas tun. Mirza hat schon Zusagen für einen Blutspendetag oder einen „Tag der Kulturen“. „Und eine Religionsgemeinschaft wünscht sich eine Dieburger Fahne für die Moschee“, konnte Mirza erfahren.

Für Ingeborg Steffens, die sich für das Senioren-Projekt einsetzt, hat ein neues Alten- und Pflegeheim in Dieburg oberste Priorität. Hierzu hat sie schon mehrere Gespräche geführt. Auch ein Demenzgarten ist schon entworfen. Wünschenswert sei ein Mehrgenerationenspielplatz, ein Spielplatz, der auch Fitnessgeräte für ältere Menschen enthält, „die dabei genauso viel Spaß haben wie die kleinen Besucher“.

Barbar Selter-Weitzer stellte ein Grünkonzept vor, das die Parkanlagen, Stadtbäume bis hin zum Straßenbegleitgrün umfasst. Sie setzte dabei auf preiswerte und pflegeextensive Lösungen und riet zum Abrufen von Fördermitteln für Brachflächen.

Jörg von Mörner stellte gleich zu Anfang seines Vortrags klar: „Mit Umgehungsstraßen wird die Verkehrsbelastung in Dieburg nicht verringert, sondern verlagert.“ Man müsse daher Konzepte entwickeln, die wirklich zur Reduktion des Verkehrs führten. „Da ist zum Beispiel das Verkehrschaos morgens an den Schulen.“ Hier gäbe es Projekte wie den „Walking Bus“, die teilweise sogar schon angeboten werden. Kinder gehen, begleitet von einem Elternteil, zur Schule und sammeln andere Mitschüler ein. Der Schulweg werde zum Erlebnis, der Bewegungsarmut entgegen gewirkt.

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