Zelt für 1500 Gäste, Bar länger offen

Freut sich auf Dieburg: Franz Widmann, der vom 12. bis 15. Juli das 58. Schlossgartenfest ausrichtet. Fotos: dörr

Alter Bekannter beim Schlossgartenfest: Franz Widmann übernimmt die Ausrichtung in diesem Jahr und kann sich auch ein langfristiges Engagement vorstellen. Musik gibt es von den Partybands Maxxx und OHLALA. Belebt werden soll der Montags-Frühschoppen. VON JENS DÖRR

Dieburg – Neue Chance für das Schlossgartenfest: War das von der Stadt veranstaltete und von einem professionellen Festwirt ausgerichtete Dieburger Heimatfest in den vergangenen vier Jahren der Regie von Ilona Böhm (Gastronomie Hamel-Zelt) stark kritisiert worden, soll es in diesem Jahr Franz Widmann vom gleichnamigen Festzeltbetrieb aus Landshut richten. Widmann gastierte bereits einmal (2012) in Dieburg und stemmt auch die Hauptarbeit an der 58. Auflage vom 12. bis 15. Juli. Anfang Juni richtete Widmann die 830-Jahr-Feier der Markt Hösbach aus und sprach dort über seine Pläne für das diesjährige Schlossgartenfest.

Dort wird Widmann für das Essen und die Getränke im Festzelt sowie im Biergarten verantwortlich sein, darüber hinaus für die Bar und das Musikprogramm. Den Vergnügungspark auf der Nordseite des Festplatzes organisiert das Kulturamt der Stadt, deren Magistrat als offizieller Festveranstalter auftritt und sich mit dem Bajuwaren vertraglich zunächst auf eine Zusammenarbeit ausschließlich 2019 verständigt hat.

„Wenn sich das Fest rechnet, dann wird es sicher zu einem festen Termin für uns werden“, sagt Widmann und kann sich damit grundsätzlich vorstellen, das Dieburger Schlossgartenfest dauerhaft zu übernehmen. So wie er beispielsweise seit Jahren auf dem Aschaffenburger Volksfest und der Lohrer Spessartfestwoche präsent ist. Was ob dieser gesetzten Termine für Dieburg hieße, dass sich das Heimatfest an der Gersprenz am zweiten Juli-Wochenende einpendeln würde.

Doch so weit ist es noch lange nicht. Widmann macht keinen Hehl daraus, dass Dieburg für ihn nur zum Dauerthema werden könnte, wenn die Zahlen stimmen. „Ich hoffe, dass wir an jene aus 2012 anknüpfen können“, sagt er. Wozu er auch selbst seinen Beitrag leisten wolle: „Die – in Anführungszeichen – Fehler, die wir damals gemacht haben, wollen wir abstellen.“ Dazu zählt er etwa die falsche Einschätzung der Feierei in der gerade bei den jüngeren Besuchern beliebten Bar, wo oft erst nach Mitternacht und damit nach Ende der Musik im Festzelt richtig Trubel ist. „Die Bar werden wir länger offen lassen“, verspricht Widmann. Auch die Preisgestaltung – etwa beim Dieburger „Nationalgetränk“ Hütchen (Asbach-Cola) – war damals einigen Gästen sauer aufgestoßen.

Daran, dass die Festzeltbetriebe Franz Widmann nun mal aus Bayern kommen und die Optik des für Dieburg geplanten 1 500-Personen-Zelts sowie das Speisenangebot entsprechend sind, wird der Festwirt allerdings auch in Südhessen nicht rütteln. Fast jedenfalls: „Wir bringen fürs Bier hier auch kleinere Gebinde mit“, lächelt er. Soll heißen: Gibt’s zum Beispiel auf dem Landshuter Frühjahrsdult nur Maßbier, schenkt Widmann den Dieburgern den Gerstensaft auch in 0,4-Liter-Gläsern aus. Lieferant soll die Darmstädter Brauerei werden.

Den Hunger stillen können soll man im Schlossgarten dank Wurstbraterei, Schaschlikstand, Käsestand und Hendlbraterei – alles integriert ins Zelt, erhältlich in Selbstbedienung oder bei den bei Widmann direkt angestellten Servicekräften. Die transportieren Speisen und Getränke auch in den Biergarten, wo (neben dem Zelt) weitere Getränkestationen sein werden.

Ein kleines Weindorf wie in den vergangenen Jahren wird es auf dem 58. Dieburger Schlossgartenfest zwar nicht mehr geben; Widmann verspricht aber „zwei, drei Weinstände“ mit Sitzgelegenheiten. Ein Angebot an Weinen war dem Freundeskreis Dieburger Schlossgartenfest besonders wichtig gewesen.

Der Freundeskreis hält hinter den Kulissen sowohl den Draht zur Stadt als auch zu Widmann und bietet seine Expertise an. Zur Gruppe Dieburger, denen das Fest derart am Herzen liegt, zählt unter anderem Wolfgang Dörr. Er war als Ex-Rathausmitarbeiter viele Jahre federführend mit dem Schlossgartenfest betraut und ist auch aus zwei Jahrzehnten an der Spitze des Karnevalvereins in der Planung, Organisation und Durchführung großer Feste gestählt.

Wie bei Zelt und Personal tritt Widmann in Dieburg auch bei der Musik in Vorleistung. Gebucht hat er bereits die Maxxx Partyband aus Amberg sowie die Münchner Partyband OHLALA. Dabei soll es nicht bleiben – und Dieburger Gruppen und Vereinen, die sich in freien Zeitfenstern zum Beispiel mit Tanzauftritten ins Bühnenprogramm einbringen möchten, verspricht der Festwirt ebenfalls ein offenes Ohr.

Eine weitere Zusage, die ihm wichtig ist: „Es bleibt an allen Tagen und zu allen Zeiten beim freien Eintritt. Ein Volksfest muss für jeden kostenlos sein.“

Wieder stärker beleben will der Profi außerdem den Frühschoppen am Festmontag (15. Juli) – und dazu gerade die Dieburger Firmen gleich in zweierlei Hinsicht gewinnen: Als Besuchergruppen, die im Schlossgarten zumindest eine ausgedehnte Mittagspause machen sollen, und als Sponsoren für das zu dieser Zeit vergünstigte Bier. „Ich finde es immer schade, wenn gewachsene Traditionen einschlafen“, sagt er. Jene des Dieburger Schlossgartenfests wieder zu stärken, hat sich Franz Widmann für dieses Jahr fest vorgenommen.

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