Zeugnisübergabe an LGS

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens

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Insgesamt 88 Abiturienten der Landrat-Gruber-Schule bekamen in der Gutenbergschule ihre Zeugnisse überreicht.

Dieburg - „I’ve been locked out of heaven“, Ich wurde vom Himmel verstoßen, sang die Band Switch der Kinder- und Jugendförderung Babenhausen zu Beginn der Abitursfeier der Landrat-Gruber-Schule (LGS). Von Corinna Hiss 

Im siebten Himmel dagegen befanden sich die 88 Abiturienten des beruflichen Gymnasiums, die nach drei Jahren auf der LGS nun ihre Zeugnisse in Empfang nehmen konnten. Dass der gestrige Tag ein besonderer sein sollte – nicht nur im Hinblick auf das Spiel der deutschen Nationalmannschaft – wurde an diesem Nachmittag mehrfach betont. Lehrer und Schüler gleichermaßen blickten auf die gemeinsame Zeit zurück, ließen die guten und schlechten Momente Revue passieren und waren sich einig: Etwas geht nun zu Ende.

Über die Reifeprüfung sprach auch Schulleiter Thomas Reinholz und wies darauf hin, dass die Abiturienten es nicht „endlich geschafft“ haben, wie viele meinen, sondern dass der eigentliche Ernst des Lebens erst bevorstehe.

Aus 25 verschiedenen Schulen hatte sich die Jugendlichen vor drei Jahren zusammengefunden – jetzt zeigten sie sich ein letztes Mal als Gemeinschaft, bevor jeder seinen eigenen Weg einschlägt. Und die Zukunft dieses Jahrgangs scheint vielversprechend zu sein: 21 Schüler schafften im Abiturzeugnis eine eins vor dem Komma. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,46 sind die Abgänger der LGS deutlich besser als ihre Vorgänger.

Ausbildung, Studium oder Ausland?

Reinholz verglich seine Schule mit einer Galeere, die von drei Reihen Ruderern vorangetrieben wird. „Bei der ersten Reihe, den Elftklässlern, klappt das Rudern noch nicht ganz so gut, die zweite Reihe – Zwölftklässler – wissen aber, wie es läuft und bringen das Schiff voran“, sagte der Schulleiter. Mit einem leichten Schmunzeln nannte er dann die dritte Reihe, die Abiturienten, die schon teilweise das Ruder zur Seite gelegt gelegt hätten, weil sie wüssten, dass ihre Dienstzeit bald zu Ende ist.

Ausbildung, Studium, Freiwilliges Soziales Jahr oder doch lieber Ausland? Die Abiturienten, die schon bald die Qual der Wahl haben, genossen den Moment, in dem sie ihr Zeugnis in den Händen hielten.

Dass der Abschluss keine Selbstverständlichkeit ist, betonte auch Otmar Bäcker, Leiter des beruflichen Gymnasiums. „Mit 150 Schülern sind wir vor drei Jahren gestartet, jetzt stehen hier nur noch 88“, sagte er. Einige verließen die Schule vorher, zwei Jugendliche hatten die Prüfungen nicht bestanden.

Bilder der Zeugnisübergabe

Zeugnisübergabe an Landrat-Gruber-Schule

Kursweise wurden die Gymnasiasten auf die Bühne gerufen und konnten dort ihr Zeugnis entgegennehmen. Besonders geehrt wurden außerdem zehn Schüler, die neben der Vorbereitung aufs Abitur im Mathe-Stützkurs den Elftklässlern Nachhilfe gegeben hatten. Auch die 21 Besten verdienten sich einen Extra-Applaus und einen Buchpreis.

Nicht nur die Abiturienten wurden beschenkt, auch an die Lehrer wurde gedacht. Die originellen und sehr persönlichen Geschenke der Schüler zeigten, wie sehr sie in den vergangenen drei Jahren mit den Lehrern zusammengewachsen waren, die sie all die Zeit gelobt, geschimpft, aber auch ermutigt hatten.

Ihre Freude über die Reifeprüfung brachte auch Abiturientin Elif Kaya in ihrer Schülerrede zum Ausdruck. „Das ist der wichtigste, aber auch zugleich der letzte Tag an dieser Schule“, sagte sie und erinnerte zum Schluss: „Lasst uns die besonderen Momente, die wir gemeinsam erlebt haben, in unseren Herzen und Köpfen für immer festhalten.“

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