Ziel: anderen Kindern helfen

Geballte königliche Präsenz: Zu dreizehnt traten die Sternsinger in der Kindertagestätte St. Joseph auf. - Fotos (2): Sell

Dieburg - „Hier in Dieburg sind wir sehr willkommen“, sagt Gemeindereferentin Jutta Lehmann-Braun, wenn sie über das diesjährige Dreikönigssingen in der Gersprenzstadt spricht. Freundlich empfingen die Bewohner der 250 angemeldeten Haushalte die Sternsinger. Von Fabian Sell

Manche Häuser besuchten die verkleideten Heiligen Drei Könige überdies aus Tradition, denn die sie begleitenden Betreuer der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul wussten, dass sie dort willkommen sind.

Überdies kam es auch mehrmals vor, dass sie ins Haus gebeten oder auf der Straße von freiwilligen Spendern angehalten wurden.

Umhänge, Untergewänder und Kopfbedeckung - in dieser kunstfertigen Bekleidung waren die 26 Sternsinger unterwegs. Jene Gewänder haben Frauen aus der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul genäht und erst in diesem Jahr um ein neues Exemplar erweitert. Weihrauch, Feuerzeug und Kohle lagen indes in den Umhängetaschen der jungen Könige bereit; so konnten sie ihr Weihrauchgefäß entzünden und schwenkend den süßen Duft des Räucherwerks verströmen lassen. Auch Kreide trugen sie mit sich. Damit malten sie den Segen „Christus segne dieses Haus“ in der lateinschen Abkürzung „C+M+B“ an jede Haustür.

Obligatorisch war auch die Spendenbox, mit der sie um Geld für notleidende Gleichaltrige baten.

Gemäß dem Aktionsmotto „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!“ werden die Spenden dieses Jahr Kindern zugute kommen, die ihre Heimat verlassen mussten. Als Vorbereitung auf das Sternsingen haben die Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren auch einen Dokumentarfilm angesehen. In diesem besucht der Reporter Willi Weitzel ein Flüchtlingslager in Malawi, das von den gesammelten Spenden der Sternsinger unterstützt wird. Darüber hinaus fließt das Geld auch in weitere Projekte: So wird etwa auch Taifun-Opfern auf den Philippinen geholfen.

Ursprünglich ins Leben gerufen wurde das Dreikönigssingen bereits 1959. Seitdem hat sich die Aktion des Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Sich für notleidende Gleichaltrige einzusetzen, ist auch den Dieburger Sternsingern wichtig: „Dass man anderen Kindern hilft“, begründet etwa der zwölfjährige Christoph seine Motivation, nun schon zum vierten Mal dabei zu sein.

Der Antrieb der Sternsinger war so stark, dass es am vergangenen Montag in der Kindertagesstätte St. Joseph gar zu einer ungewöhnlichen Szene kam: Statt den üblichen vier Sternsingern sangen 13 Kinder. Mit so vielen Teilnehmer hatte Gemeindereferentin Jutta Lehmann-Braun nicht gerechnet. Denn nach den fest eingeteilten Gruppen der Vortage war die Teilnahme am Montag freiwillig.

So war die Freude über die geballte Präsenz der Sternsinger in den besuchten Kindertagesstätten sowie im Altenzentrum St. Rochus groß. Mit Rührung in der Stimme lobte etwa eine alte Dame die Kinder und Jugendlichen: „Ihr habt das gut gemacht. Vielen Dank.“

Kommentare