Zirkuskunststücke waren härteste Nuss

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Hefele und Lampe sind beide Leiter der Theater AG der Alfred-Delp-Schule und studieren mit der Theatergruppe der gymnasialen Oberstufe ihr aktuelles Theaterstück ein.

Dieburg -  „Ihr holt die Extrawurst, Sybille bringt die Bank weg und dann kommt erst der Blumenstrauß“, mit direkten Regieanweisungen zu jeder Szene unterstützt Hans-Dieter Hefele die Schauspieler.

Zwischendurch berät er sich mit Christian Lampe und nimmt kleine Korrekturen vor. „Isabella, bitte erst klatschen, wenn Du den Blumenstrauß bekommst, noch nicht vorher“. Isabella sieht ihn verwundert an. „Du weißt, was als nächstes passiert, deswegen hast du zu früh Reaktionen auf die Blumen gezeigt“, klärt Hefele sie auf. In der nächsten Szene klappt es jetzt besser, Isabella setzt den Rat direkt um.

Hefele und Lampe sind beide Leiter der Theater AG der Alfred-Delp-Schule und studieren mit der Theatergruppe der gymnasialen Oberstufe ihr aktuelles Theaterstück ein. Auf dem Programm steht „Das Gauklermärchen“ von Michael Ende. „Wir führen schon seit 25 Jahren Theaterstücke auf und haben daher schon viel gespielt“, sagt Hefele lächelnd. „So langsam ging uns die Auswahl an entsprechenden Stücken aus.“

Nach intensiver Beratung der ganzen Theatergruppe einigte man sich dann einstimmig auf das Stück aus der Feder von Ende.

Die Geschichte handelt von Jojo und seinem kleinen Zirkus. Dieser Zirkus ist finanziell am Ende. Um die wenigen bunten Wagen, die ihnen verblieben sind, stehen Bagger bereit, um mit den Ausschachtungsarbeiten für eine geplante Chemiefabrik zu beginnen. Als Entschädigung bietet der Konzern den Gauklern an, als Werbezirkus für seine Produkte durchs Land zu ziehen. Bedingung dafür ist allerdings, dass Eli, ein geistig behindertes Mädchen, das die Zirkusleute drei Jahre zuvor nach einem Chemieunfall todkrank im Straßengraben aufgelesen haben, in ein Heim verfrachtet wird.

Von Existenzängsten geplagt sind die Gaukler schon fast entschlossen, Eli im Stich zu lassen. Noch einmal setzen sie sich zusammen und lauschen dem Märchen, das Jojo ihnen als Gute-Nacht-Geschichte erzählt.

„Nachdem das Stück feststand, wurde die Besetzung aufgestellt“, blickt Hefele zurück. Nach den Herbstferien ging es endlich los, die ersten Proben standen an. Es folgte eine reine Probenwoche, für die die ganze Truppe in die Jugendherberge nach Zwingenberg fuhr. Hier widmeten sich die Schüler den ganzen Tag dem Stück. Oftmals probten sie durchgehend vom Frühstück bis weit nach dem Abendessen.

Vor allem das Erlernen kleinerer und größerer Zirkusstückchen ließ manchen fast verzweifeln. Ebenso war das Thema Gesang ein Part, der bei den Akteuren großer Überzeugungsarbeit bedurfte.

Aber die Schauspieler erhielten in dieser Probenwoche professionelle Unterstützung von einem richtigen Zirkus und durften sich einige Kunststücke abschauen.

Während der Abwesenheit der Schauspiel AG baute die Bühnenbild AG unter Leitung von Rolf Peters die Kulissen. „Wir arbeiten dieses Jahr nur mit wenigen Requisiten“, erzählt Hefele. „Bei diesem Stück erreichen wir viel Wirkung durch die Lichtführung.“ Aber die Bühnenbild AG übernimmt neben der Gestaltung der Kulisse noch weitere Aufgaben. So ist sie auch komplett für die Kostüme und das Schminken der Akteure zuständig. Insgesamt hat das Stück 35 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen.

„Eine Woche vor der Premiere steigt die Spannung natürlich sehr“, verrät Hefele. „Diese Szene, die wir jetzt proben, stand schon eine Weile nicht mehr an. Deswegen sind Texthänger momentan an der Tagesordnung.“

Das machen die Schüler jedoch mit viel Engagement wieder wett. Man achtet nicht nur auf seinen eigenen Part, sondern unterstützt aktiv jeden anderen Mitspieler. „Diese Woche sind die Schüler drei Tage komplett freigestellt, um intensiv zu proben“, so Hefele, „und dann kann der Premierenabend am Freitag kommen.“

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