Bauarbeiten in der Zuckerstraße

Bagger als Attraktion

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Die Bauarbeiten in Dieburgs Fußgängerzone laufen auf Hochtouren. Im östlichen Bereich wird die neue Gasleitung verlegt.

Dieburg - Bei den Bauarbeiten in Dieburgs Zuckerstraße sind Fingerspitzengefühl und Wachsamkeit gefragt. Der Zeitplan wird bislang eingehalten. Von Lisa Hager

„Das ist ja eine richtige Attraktion hier“, sagt der Besucher aus Münster und schaut ehrfurchtsvoll nach oben zur Baggerschaufel, die gerade passgenau zwischen den beiden gegenüberliegenden Häusern in der Zuckerstraße schwenkt. Er hat seinen kleinen Sohn mitgebracht, der – an der Hand von Papi – die riesigen Baumaschinen bestaunt.

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Es ist gerade so viel Platz, dass sich das Baufahrzeug kollisionsfrei um die eigene Achse drehen kann. Viel Fingerspitzengefühl und Können ist hier gefragt – und das haben die elf Mitarbeiter der Firma Weber aus Michelstadt, die derzeit in drei Kolonnen an sechs Tagen die Woche von 7 bis 17.30 Uhr in Dieburgs Fußgängerzone arbeiten. „Wir müssen auf alles achten“, sagt Polier Volker Schmitt, der seine Augen überall hat. „Es ist etwas völlig anderes hier im belebten Innenstadtbereich mit geöffneten Geschäften zu arbeiten als auf einer abgesperrten Baustelle irgendwo draußen.“

Seine Arbeiter müssen sich nicht nur im Untergrund, wo gerade der neue Hauptkanal verlegt wird, auf Überraschungen gefasst machen. Neben der eigentlichen Arbeit gilt es auch, ständig auf Passanten – darunter auch Mütter mit Kinderwagen, Kinder mit Rädern oder und ältere Menschen mit Rollatoren – zu achten. „Bislang läuft alles gut“, sagt Schmitt. Es gab noch keinerlei Kollisionen oder gar Unfälle. Auch auf die Eingänge zu den Geschäften muss Rücksicht genommen werden. „Wir werden beispielsweise den Zugang zum Sanitätshaus Klein als erstes fertig machen, damit die Kunden, die ja oft gehbehindert sind, bald wieder an ihr Ziel kommen“, verspricht Schmitt. Und auch auf das Eiscafé mit seinen Sitzgelegenheiten im Freien wird – soweit möglich – Rücksicht genommen.

Bis 10. Mai soll Hauptkanal ausgetauscht sein

Der ständige Kontakt mit den in der Zuckerstraße ansässigen Geschäftsleuten, die unter dem bis Ende Oktober dauernden Arbeiten zu leiden haben, sei da von großer Wichtigkeit. Aber auch die Arbeiter mit ihren vier Baggern und drei Lkws, die ständig zeitgleich in der engen Zuckerstraße zugange sind, dürfen sich nicht gegenseitig behindern. Depots für Baumaterial wurden außerhalb angelegt, beispielsweise am Containerplatz am Bauhof.

Bis 10. Mai, so der Zeitplan, soll der Austausch des 130 Meter langen Hauptkanals über der Bühne sein. Vier Meter am Tag rücken die Arbeiten voran. Eine Kolonne – das sind drei Arbeiter mit je einem Bagger und einem Lkw – ist derzeit damit beschäftigt.

Zwei weitere Kolonnen arbeiten schon im östlichen Abschnitt Richtung Römerhalle an der Verlegung der neuen Gasleitung.

Zeitgleich kommen aber auch andere Versorgungsleitungen noch mit unter die Erde. „Da kommt noch ein Internetkabel mit rein zum Gas“, sagt Schmitt.

Die ausgehobenen Gruben sind so eng, dass weiter unten auch viel anstrengende „Handarbeit“ mit der Schaufel nötig ist. Nachdem die Gasleitung verlegt ist, geht es an die Hausanschlüsse zwischen Marktplatz und Steinstraße. Auch Jungfernstieg und Pfarrgasse werden miteinbezogen. Dann sollten die großen Löcher zu sein, meint Schmitt. Später kommt eine vierte Kolonne dazu: Dann geht es an den Straßenbau, die Vorbereitung für die Pflasterarbeiten.

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