Umfassende Kanalsanierung steht an

Zuckerstraße wird zur Großbaustelle

Die Zuckerstraße, Dieburgs Hauptflaniermeile, wird 2013 oder 2014 durch Kanal- und Straßenarbeiten ihr Gesicht verändern. - Foto: Dörr

Dieburg - Die Fußgängerzone steht vor einer großen Herausforderung: Nächstes Jahr oder 2014 stehen umfassende Kanal- und Straßensanierung an. Man rechnet mit einer Baudauer von sieben Monaten. Von Jens Dörr

Eins vorweg: Mit dem, was die rund 40 Anwohner und Geschäftsleute der Dieburger Zuckerstraße am Donnerstagabend im Parlamentssaal des Rathauses zu Ohren bekamen, gingen sie vorbildlich konstruktiv um. Und das, obwohl gerade die Ladenbesitzer und -betreiber etwas hörten, was ihr Geschäft in einiger Zeit nicht unbedingt positiv beeinflussen dürfte: In der kompletten Zuckerstraße müssen Kanal und insbesondere die Hausanschlüsse saniert werden.

Im Zuge dieser Bauarbeiten wird auch der Bodenbelag erneuert. Hinzu kommen Arbeiten von Telekom und HSE. Diplom-Ingenieur Michael Reitzel, dessen Zimmerner Büro die Planung des Projekts übernimmt, nannte den Unternehmern die voraussichtliche Dauer der Bauphase: Sie soll insgesamt sieben Monate betragen.

Ob die Sanierung 2013 oder 2014 durchgeführt wird, blieb am Donnerstag noch offen. Die Fußgängerzone steht auf jeden Fall vor einer großen Herausforderung.

Die Stadt, vertreten durch Bürgermeister Dr. Werner Thomas und Michael Dingeldey vom Bauamt, muss sich diesmal nicht nachsagen lassen, die Beteiligten zu spät informiert oder nicht mitgenommen zu haben. „Wie hätten Sie’s denn gerne?“, fragte Reitzel und Thomas warf ein: „Das gibt’s nur in Dieburg.“ Was meint: Anwohner und Geschäftsleute sollen aktiv an der Gestaltung der „neuen“ Zuckerstraße mitwirken dürfen. Das betrifft vor allem den künftigen Boden, über den die Kunden in Dieburgs ladenreichster Einkaufsstraße schlendern werden.

Reitzel unterteilte die Zuckerstraße in „Bereich 1“ (Marktplatz bis Fastnachtsbrunnen) und „Bereich 2“ (Fastnachtsbrunnen bis „PM“/Herrngraben). Im Wesentlichen gilt aber für beide Bereiche: Zunächst müssen der in der Mitte der Zuckerstraße verlaufende Hauptkanal und die Hausanschlüsse saniert werden, wie Untersuchungen der Kanalinspektoren der Müller Umweltdienst GmbH aus Eppertshausen ergeben hätten. Unter anderem seien einige Dichtungen wohl schadhaft. Wie der Hauptkanal mit seinen 25 Zentimetern Durchmesser – er verläuft unter der für jeden sichtbaren Rinne in der Zuckerstraße – müssen auch die Hausanschlüsse in offener Bauweise saniert werden. Genauere Untersuchungsergebnisse würden in den nächsten Tagen folgen, so Reitzel.

Die Arbeiten am Hauptkanal würden – insbesondere im Bereich von Dalles bis „PM“ – etwa vier Wochen in Anspruch nehmen, führte Reitzel aus. Die Hausanschlüsse verschlängen noch einmal die gleiche Zeit. Danach wäre die Straßenerneuerung dran - mit dem Löwenanteil der Bauphase, konkret 16 Wochen. Für die Arbeiten der Versorger seien voraussichtlich weitere vier Wochen zu rechnen, so Reitzel, dessen Team in die Planung aber noch nicht tiefer eingestiegen ist.

Insgesamt müsse also sieben Monate lang gebaut werden, was nur in der frostfreien Zeit klappe. Mit Rücksicht auf den Frost und das wichtige Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels komme voraussichtlich am besten ein Zeitraum von März/April bis September/Oktober infrage, war der Konsens der Beteiligten. Für die Planung benötige das Ingenieurbüro Reitzel voraussichtlich drei Monate, die Ausschreibung der Arbeiten dauere im Anschluss weitere drei Monate. Das alles unter dem Vorbehalt, dass das Stadtparlament der Sanierung zustimmt und aus den städtischen Mitteln nach erster Kalkulation 455 000 Euro - davon 320 000 Euro für den Straßenbau – bereitstellen lässt.

Weil im Optimalfall noch mindestens sechs Monate bis Baubeginn vergehen würden, erscheint die Durchführung für 2013 derzeit unwahrscheinlicher als die für 2014. Bürgermeister Thomas stellte unabhängig vom Jahr klar: „Vor dem Martinsmarkt Anfang November muss die Sache fertig sein.“

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