Erstes Äla ertönt: Saal fastnachtstauglich

Ein Zuhause für Dieburger

Die Bühnentauglichkeit erprobten die Tänzerinnen der Tanzschule Wehrle schon beim Eröffnungsabend. Fotos (2): Faerber

Dieburg J Nach fast dreijähriger Bauzeit ist es vollbracht - oder zumindest fast: Am Mittwochabend wurde die neue Römerhalle mit rund 400 Ehrengästen eingeweiht (wir berichteten). Von Lisa Hager

An den Außenanlagen bleibt einiges zu tun und sicher wird auch die eine oder andere Kinderkrankheit auftreten, sobald der Dauerbetrieb läuft.

Dennoch überwog die Freude an diesem Abend, bei dem neben dem Hauptredner, Hausherrn Bürgermeister Dr. Werner Thomas, unter anderem Stadtverordnetervorsteher Dr. Harald Schöning erstmals die neue Bühne erklomm. Er erinnerte an den „steinigen Weg“, den man von den ersten Ideen bis zur Realisierung gegangen sei. Vor fünf Jahren habe das Parlament erstmals über eine neue Halle auf dem Altstadtgelände diskutiert. Damals sei man noch von einem Konzept mit Tiefgarage ausgegangen. Viele Pläne haben man wegen Einsparungen begraben müssen. Und trotzdem läge man mit den Mehrkosten heute um 50 Prozent über dem ersten Ansatz, merkte er kritisch an. Damit habe man es sogar ins Schwarzbuch des Steuerzalerbundes geschafft. Allerdings solle man heute nicht mehr über Vergangenes, sondern über die Zukunft reden.

Sein Vorredner, Architekt Tilman Lange, war auch mit der Vergangenheit eingestiegen: Er erinnerte an seine Dieburger Kindheit, in der der Standort der Römerhalle auf dem Weg zur Marienschule gelegen habe. Er sei stolz, dass die Auswahl der Parlamentarier auf ihn gefallen sei und er die Halle entwerfen durfte. Er wünschte der Römerhalle „ein stets volles Haus und glückliche Stunden“.

Und KVD-Präsident Friedel Enders testete die Halle gleich mal auf Fastnachtstauglichkeit: Er forderte die Gäste auf, ein donnerndes, dreifaches „Dibborsch, Äla“ ertönen zu lassen. „Na, es klingt doch“, war er mit der Akustik zufrieden.

Die Tanzschule Wehrle beteiligte sich mit schwungvollen „Getanzten Epochen“. Die Tänzerinnen zeigten, dass eine Allemande aus dem 18. Jahrhundert und aktueller HipHop durchaus kompatibel sind. Im musikalischen Teil ließen es sich „Feel Harmony - Die Speeslochfinken“ nicht nehmen, der Halle ein eigenes Geburtstagslied zu widmen.

Bei einem Tag der offenen Tür am Martinsmarkt-Sonntag (6. November) können sich dann auch die Dieburger Bürger mit ihrer neuen Halle vertraut machen. In dem Rahmen wird nachträglich ein symbolischer Grundstein verlegt, in dessen Kassette ein Exemplar des Dieburger Anzeigers mit dem Eröffnungsbericht untergebracht werden soll, wie Thomas ankündigte. Beim Tag der offenen Tür werden die Dieburger sicher auch schauen, wo ihr Geld geblieben ist: Die Römerhalle wird auf 7,6 Millionen Euro Gesamtkosten (brutto) geschätzt. Die Schlussabrechnung ist noch nicht erstellt.

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