Kein Revival zum 70-Jährigen

Zukunft des Dreiecksrennens steht in den Sternen

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Dicht gedrängt standen die Zuschauer 2014 an der Spieß-Kreuzung, wo dieses Foto entstand und heute ein Kreisel mit dem Sandstein-Relief von Ex-Rennfahrer Wilhelm Herz zu finden ist. Ob es das Revival nach 2005, 2009 und 2014 ein weiteres Mal geben wird, steht trotz des großen Interesses in den Sternen. Fest steht: 2018, wenn sich das erste Rennen zum 70. Mal jährt, bleiben Aschaffenburger und Groß-Umstädter Straße frei.

Dieburg - Erst vor Kurzem wurden das Sandsteinrelief und die Stele zur Erinnerung an das Dreiecksrennen eingeweiht. Für dieses Jahr steht fest: Eine Neuauflage wird es nicht geben. Von Jens Dörr 

Im Dieburg der Nachkriegsjahre lockte es bis zu 70.000 Motorsport-Fans in die Stadt: das „Dieburger Dreiecksrennen“, das von 1948 bis 1955 alljährlich Helden und Idole auf Motorrädern hervorbrachte. Dreimal lebte die Legende in Dieburg Jahrzehnte später wieder auf, erneut jeweils unter großem öffentlichen Interesse. Nach den Revivals 2005, 2009 und 2014 scheint demnächst wieder die Zeit gekommen. Ob das Ereignis aber überhaupt noch einmal stattfinden wird, steht in den Sternen. Hauptgrund ist den Machern zufolge die schwierige Zusammenarbeit mit den Behörden.

Vor allem auf Kreisebene sieht sich die veranstaltende „IG Dieburger Dreiecksrennen“ im Dieburger Automobil- und Motorradclub im ADAC ausgebremst. Dies schildert Ronald Gabele, zusammen mit rund einem Dutzend meist in Dieburg lebender Personen einer der Köpfe hinter dem Revival. „Es gibt in den Behörden ein paar Leute, die uns das Leben schwer machen und alles dafür tun, um es zu verhindern.“ Schon 2014 habe man „es nur durchgekriegt, weil wir den Landrat persönlich darum gebeten haben, sich dafür einzusetzen“.

Für 2018, wenn sich das erste Rennen zum 70. Mal jährt, steht bereits fest: Es wird kein Revival geben. Auf einen bestimmten Turnus – etwa eine Veranstaltung alle vier Jahre – sei man jedoch auch nicht festgelegt, betont Gabele. Also eine Chance für 2019? Gabele klingt skeptisch. „Wir haben vor allem Probleme mit den grün angehauchten Behörden“, sagt er. Schon vor 2014 hätten sich die Gespräche als schwierig entpuppt, sei den Machern immer wieder übermäßige Belastungen durch die (insgesamt rund 250) Motorräder und ihre Abgase vorgehalten worden. „Da ging es eher um die Verhinderung der Veranstaltung als um Kooperation“, blickt Gabele zurück.

Archivbilder

Dreiecksrennen in Dieburg

Die Reihe der Revivals mit ihren Demonstrationsläufen auf dem 3,3 Kilometer langen Stadtkurs, dessen zuschauerfreundlichste Bereiche sich in der Aschaffenburger Straße, am neuen „Spieß-Kreisel“ sowie in der Groß-Umstädter Straße befinden, will Gabele deshalb aber noch nicht für beendet erklären. „Wir sind in der Phase, dass wir mit den Leuten reden und sondieren, wer was machen könnte.“ Die Zustimmung des ADAC sei „das geringste Problem, der wäre sofort dabei“. Auch helfende Hände ließen sich wohl finden, wobei hier die Herausforderung sei, dass unter den Helfern einige selbst Motorrad fahren und auf einem Oldtimer gern dabei wären. „Als Veranstalter kann man aber nicht selbst Gaudi machen“, meint Gabele.

Momentan sei jedoch nichts konkret. Im Jubiläumsjahr 2018 müssen die Motorsport-Fans definitiv mit dem in Sandstein gehauenen Rennfahrer Wilhelm Herz Vorlieb nehmen, der sich auf dem „Spieß-Kreisel“ als Relief in Original-Fahrtrichtung in die Kurve legt.

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