Hofballett des KVD genießt neue Möglichkeiten der „Röha“ und hat keine Personalprobleme

Zweimal sieben auf einen Streich

Mit zwei schmissigen Tänzen wirbelt das Hofballett des KVD auch in der „Röha“ wieder über die Bühne. Foto: Dörr

Dieburg - . Holzsplitter sind von gestern: Fing sich auf der Bühne der „Ludwigshall“ einst die ein oder andere Tänzerin des KVD-Hofballetts auf diese Art eine Verletzung ein, so ist das in der „Römerhalle“ angesichts des veränderten Untergrunds heute keine Gefahr mehr. Von Jens Dörr

„So sind mehr Bodenelemente möglich“, erläutert Lena Göbel, die das Ballett des Dieburger Karnevalvereins seit fünf Jahren leitet. Sogar noch zwei Jahre länger in dieser Funktion tätig ist Annika Fink, die ihre Mitstreiterin sozusagen kongenial ergänzt. „Zwischen uns reichen schon Blicke“, lächelt Göbel und meint damit die wortlose Abstimmung untereinander, was gefällt und was nicht.

Das Hofballett: In diesem Jahr sind das inklusive Göbel und Fink 16 junge Frauen - ein bisschen Lady, ein bisschen Gaga, in Anspielung auf die Interpretin, die der Truppe in diesem Jahr einen von zwei Songs auf der Dieburger Fastnachtssitzung leiht. Neben den beiden Leiterinnen, die auch für die Choreografie verantwortlich zeichnen, mischen in dieser Kampagne mit: Alisha Heider, Svenja Fink, Katrin Kern, Linda Kern, Lena Wiedekind, Lea Poth, Carolin Stix, Louisa Gottwald, Theresa Busch, Marleen Schledt, Sarah Bressan, Hannah Hamich, Kathrin Rose und Carina Enders.

Sie wechseln sich teilweise ab, denn mit 16 wirbelnden Körpern würde es bei bestimmten Elementen auch in der „Röha“ eng. Bis zu 14 auf einen Streich könne man dort ins Scheinwerferlicht rücken, sind sich Göbel und Fink einig. In der „Luha“ war bei zehn, elf Personen Schluss.

Im Spätsommer 2011 begann das Training für die Sitzungen 2012, Motto „Frauen heben Frauen“. „Wir kommen auch ganz gut ohne Männer zurecht“, spielt Göbel darauf an, dass man die Herren der Schöpfung in den Reihen des Balletts vergebens sucht. Das Duo, das die Künstlerische Leitung trägt, macht sich schon lange vor dem Trainings-Start Gedanken: Im Mai 2011 begann die Vorbereitung, beispielsweise mit Blick auf die Musikauswahl. Später, aber nicht zu spät, steigt dann auch Claudia Poth-Joos in die Arbeit ein. Sie schneidert für das Hofballett und trägt dazu bei, dass neben der ureigenen Anmut und Schönheit der Tänzerinnen auch die Verpackung stimmt.

Nähme das Duo Göbel/Fink alle Interessentinnen auf, die ins Hofballett des KVD hinein möchten, hätte Poth-Joos bald einen 18-Stunden-Tag als Schneiderin. Zehn junge Frauen, die jetzt noch zuschauen, wollen 2013 mit von der Partie sein. Alle werden es am Ende aber nicht sein, denn eine solch große Fluktuation gibt es im Hofballett nicht und schiere Größe sei in der Formation auch kein erklärtes Ziel, betonen die Leiterinnen.

In der Hauptsache speist sich das Hofballett ohnehin aus dem eigenen Nachwuchs, dem Jugendballett des KVD. Wer dann bei den „Großen“ mindestens drei Jahre dabei ist, erhält einen Orden. Der kostet in der Anschaffung 20 Euro, weshalb das am Fastnachtsamstag als Froschkönige verkleidete Hofballett an diesem Tag der Straßenfastnacht auf findige Weise nach Einnahmen trachtet: Äla-Internet-Guru Berti Grimm hat ihnen Buttons mit der Aufschrift „I love Hofballett“ gefertigt, die die Tänzerinnen höchstselbst unter die Narrenschar bringen wollen.

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