Zwischen Matrix und Subwoofer

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Über Audio-Technik Konzepte für die Römerhalle diskutierte der Bauauschuss in Dieburg 

Dieburg ‐ Subwoofer, Line-Array, Induktionsschleifen, Digitale Matrix, Mischpulte, Equalizer, Linienstrahler und, und, und… In die jüngste Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend hätte man sich am besten mit einem Handbuch für Medien- und Veranstaltungstechnik unterm Arm begeben. Von Laura Hombach

All diese Begriffe schwirrten zwei Stunden lang durch den Sitzungssaal, während die Ausschussmitglieder herauszufinden versuchten, wie die beste technische Ausstattung für die Römerhalle aussehen könnte. Rudolf Hornung, Sprecher einer Gruppe von Experten, die von der Stadt gebeten worden war, ein Medientechnikkonzept für die Römerhalle zu erstellen, erläuterte die Planungen.

Als „Rundum-sorglos-Paket“ bezeichnete Ferdinand Böhm (SPD) nach Hornungs Präsentation die mit rund 200.000 Euro veranschlagte Ausstattung der Halle. Herzstück sind dabei zwei so genannte Line-Arrays, die auf der Bühne von der Decke hängend die komplette Beschallung des Raumes gewährleisten. Zwei Mischpulte für Ton und Licht, Weißlichtscheinwerfer, Mikrofone, Monitore für die Akteure auf der Bühne, eine drahtlose Schwerhörigenanlage, eine drahtlos Intercom-Anlage, ein Beamer und ein Laustärkenmess-System runden das Paket ab.

„Die Auswahl der Komponenten ist vernünftig“, bestätigte auch Michael Steinmetz, der in Münster eine Firma für Medienveranstaltungstechnik betreibt und als weiterer Berater zur Diskussion geladen war. „Wenn man eine solche Anlage bietet, ist man attraktiv für den Kunden“, so Steinmetz.

Rund 40.000 bis 60.000 Euro billiger

Allerdings sollte man vorher eines wissen: Was soll die Halle können?, warf er die Frage aller Fragen auf. Auch die Ausschussmitglieder konnten sie nicht beantworten. Bringen professionelle Veranstalter und Bands sowieso ihr eigenes technisches Equipment mit? Braucht die Römerhalle eine solch professionelle Anlage, bei der die Mischpulte nur von Fachleuten bedient werden können? Wie lange dauert es, bis die Ausstattung auf dem neuesten Stand der Technik zum alten Eisen wird? All das Fragen, die sich den Politikern stellten.

Gänzlich für Verwirrung sorgte dann die Präsentation von Johannes Heppenheimer, Inhaber der Dieburger Firma „Audiance“. Er präsentierte ein eigenes Audio-Technik Konzept, das die Stadt rund 40.000 bis 60.000 Euro billiger käme, als die von Hornung vorgestellte Ausstattung. „Wo ist der große Unterschied?“, wollte Dr. Harald Schöning (CDU) wissen. Wieder eine Frage, auf die es keine befriedigende Antwort gab.

Zu wenig Ahnung von der Materie habe man, da waren sich die Ausschussmitglieder nach zwei Stunden zwischen Digitaler Matrix und Line-Array einig. Deshalb soll nun die Verwaltung einen unabhängigen Prüfer mit dem Vergleich zwischen den beiden Konzepten beauftragen. Dieser soll den Politikern dann das Für und Wider des „Rundum-sorglos-Pakets“ und der von Heppenheimer vorgestellten Alternative erläutern.

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