Schauspiel Frankfurt eröffnet Regie-Studio

Eine Chance für Theater-Talente

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Alexander Eisenbach, Johanna Wehner und Ersan Mondtag sind die ersten Stipendiaten im Regie-Studio.

Frankfurt - Zu Beginn der Spielzeit 2013/14 startet das Schauspiel Frankfurt ein in der deutschen Theaterlandschaft einmaliges Projekt, das Regie-Studio.

Drei junge, begabte Regisseure, die von einem prominent besetzten Kuratorium unter mehr als 150 Bewerbern ausgesucht wurden, können ohne existenziellen Druck ein Jahr lang inszenieren, eigene Projekte und Formate entwickeln und an ihrer künstlerischen Handschrift arbeiten. "Wir machen Ernst mit dem Auftrag Next Generation", sagte Intendant Oliver Reese.

Über 150 Bewerber

Die Kuratoren des Regie-Studios Michael Billenkamp, Jan Bosse, Martine Dennewald und Clara Topic-Matutin sind quer durch die Republik gereist, haben über 60 Inszenierungen angeschaut und mehr als 150 Bewerbungen gesichtet. Dabei sei es vor allem darum gegangen, Regisseure mit sehr unterschiedlichen Inszenierungsstilen zu finden, berichtet Michael Billenkamp. Bei der Endauswahl habe es keine Diskussion gegeben, alle Kuratoren seien gleichermaßen überzeugt gewesen von dem großen Potenzial und Talent, das Johanna Wehner, Alexander Eisenach und Ersan Mondtag mitbringen.

Johanna Wehner, die an der Bayerischen Theaterakademie August Everding studierte, inszeniert "Die Geierwally" mit Eysoldt-Ring-Trägerin Constanze Becker in der Hauptrolle. Wehner arbeitete bereits für Theater in Stuttgart, Heidelberg, Aix-en-Provence, Jena und Freiburg. Für ihre Inszenierung von "Der goldene Drache" (Roland Schimmelpfennig) am Staatstheater Stuttgart wurde sie von "Theater heute" mehrfach als beste Nachwuchsregisseurin nominiert.

Der Intellektuelle im Dreierbunde ist Alexander Eisenach. Eisenach assistierte Sebastian Hartmann am Schauspiel Leipzig. Er arbeitete mit renommierten Regisseuren wie Sebastian Baumgarten, Robert Borgmann und Martin Laberenz zusammen. Mit Thomas Manns "Wälsungenblut" eröffnet er das Regie-Studio am 15. September.

Ersan Mondtag hospitierte bei Thomas Langhoff, Frank Castorf und Nurkan Erpulat sowie bei Vegard Vinge, bevor er 2011 zum Regiestudium an die Otto-Falckenberg-Schule ging. Dieses hat er soeben abgebrochen, weil er überzeugt ist, dass ihm die Theaterpraxis mehr bringt. Für die Schaustelle der Pinakothek der Moderne entwickelt er derzeit mit dem Kollektiv "Dauerperformance # 1- Eine Versuchsanordnung" seine bislang umfangreichste Arbeit. Seine erste Box-Inszenierung hat am 12. November Premiere.

Festival zum Abschluss

Die Talente haben ein facettenreiches Programm erarbeitet, das im September unter dem Motto Walhalla steht. Performances, Lesungen und Musikabende nehmen auf die Stücke im Schauspielhaus Bezug, setzen sich mit tagesaktuellen, brisanten Themen auseinander oder bereichern den Spielplan auf spontane Art.

Das Regie-Studio endet mit einem Festival, für das die Jungregisseure je einen Abend in den Kammerspielen erarbeiten. Diese Stücke werden an einem Wochenende mit allen in dem Jahr gebauten Inszenierungen vor Fachpublikum gezeigt.

Quelle: op-online.de

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