Eine Lanze für Cooper gebrochen

Offenbach - Fast jeder kennt die „Lederstrumpf“-Saga, fast niemand ihren Verfasser. Geschweige denn weitere Werke James Fenimore Coopers . Schade, wie eine Lesung im gut besuchten Offenbacher Bücherturm bewies. Von Markus Terharn

Zur Ehrenrettung des US-Autors (1789 bis 1851) waren Robert Becker und Wolfgang Breidenstein angetreten. Sie besorgten nach 180 Jahren eine Neuübersetzung seines Romans „Die Monikins“. Die einer Wiedergutmachung gleichkam, wie erheiternde Beispiele früherer Übertragungsfehler bewiesen, etwa „Hornvieh“ für „Corned Beef“. Drei Auszüge aus der Gesellschaftssatire zeigten: Erstens einen Visionär, dessen Schilderung wirtschaftlicher Verflechtungen im Licht der gegenwärtigen Finanzkrise Bestand hat. Zweitens einen guten Stilisten, der sprachliche Schönheit mit packender Handlung verbindet. Und drittens einen Humoristen von hohem Rang.

Im ersten Teil hatten Becker und Breidenstein ihr Publikum durch das Leben des Schriftstellers geführt; eine kostenlose Geschichtsstunde. Cooper war nicht nur Pionier der Wildwestliteratur, er bereicherte auch das Genre des Seeromans – ein Milieu, das er aus eigener Anschauung kannte. Wer da an Herman Melville oder an Jack London dachte, lag nicht falsch.

„Die Monikins“ seien keine leichte Kost, warnte Becker, der sich mit dem Kollegen das Mikro hin und her schob. Beider Buchvorstellung war aber beste Werbung, es mit der Lektüre zu probieren!

Quelle: op-online.de

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