Auf einer Wellenlänge

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Surf-Spezialist Michael Scott Moore

Offenbach ist aus naheliegenden Gründen kein „Hot Spot“ für Wellenreiter. Träge wälzt sich der Main an der Stadt vorbei. Die perfekte Welle muss man woanders suchen. Zum Beispiel an Marokkos Küsten, vor indonesischen Inseln, rund um das Eiland Sao Tomé oder im Gaza Surf Club. Von Christian Riethmüller

Der aus Kalifornien stammende, seit einigen Jahren aber in Berlin lebende Journalist und Autor Michael Scott Moore ist für sein bislang nur auf Englisch vorliegendes Buch „Sweetness and Blood: How Surfing Spread from Hawaii and California to the Rest of the World, with Some Unexpected Results“ (Rodale Press, Inc.) kreuz und quer durch die Welt gereist, um an entlegenen oder schlicht unerwarteten Orten kleine Surfer-Szenen aufzuspüren.

Obwohl selbst begeisterter Surfer, ging es Moore bei seinem Projekt aber nicht etwa um einen besonderen Reiseführer für Enthusiasten des Wassersports. In seinen Reisereportagen beschreibt er das Surfen als Vehikel des interkulturellen Austauschs, das auch dann funktioniert, wenn sich Kulturen oder Länder feindlich gegenüberstehen. So kann Moore in seinem eindringlichsten Essay über eine seltene Allianz zwischen Palästinensern und Israelis berichten, die gemeinsam im Gaza Surf Club ihrer Leidenschaft nachgehen - die der Hamas anhängenden Palästinenser übrigens auf Surfbrettern, die ein amerikanischer Jude gespendet hat.

Ein Auswahl dieser spannenden Berichte hat Moore gestern zahlreichen Schülern an der Theodor-Heuss-Schule in Offenbach vorgestellt, wo er auf Vermittlung des amerikanischen Generalkonsulats und im Zuge der Frankfurter Buchmesse aus seinem Buch las und Fragen der Schüler beantwortete. Die erfuhren nicht nur, dass der Autor noch ledig ist, bisher keine ernsthaften Verletzungen beim Surfen erlitten hat und die Strände Marokkos empfiehlt, sondern vor allem, dass die gemeinsame Begeisterung für eine Sache alle Grenzen überwinden kann.

Quelle: op-online.de

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