Am Ende sind alle bedient

Frankfurt - Wer die Dramatische Bühne in der Frankfurter Exzess-Halle besucht, der erlebt einen Theaterabend der zwanglosen Sorte. Zweierlei kann man sich sicher sein: Dass Regisseur Thorsten Morawietz ein Händchen für Texte hat. Und dass die Exzess-Halle ein ganz eigener Charme umgibt. Von Franziska Ehrhardt

„Diener zweier Herren“ ist eine moderne Umdeutung von Morawietz nach der Vorlage des italienischen Dramatikers Carlo Goldoni. Die junge Beatrice verkleidet sich als Mann, um sich vor der Eheschließung ihrem Verlobten Florindo unerkannt zu nähern und herauszufinden, was der wirklich über sie denkt. Tiodina liebt den Dichter Goldoni, soll aber den reichen Vega heiraten und will das unbedingt verhindern. Im Zentrum der amourösen Verwicklungen steht Diener Truffaldino, der sich mehreren Herren gleichzeitig verpflichtet hat, um sein Gehalt aufzubessern. Um die Figuren entspinnt sich ein verzwicktes Verwirrspiel, das nur Truffaldino durchschaut.

Zum Spielplatz der Eitelkeiten wird die Bockenheimer Bühne – Liebe und Streit, Lüge und Leid, Fremd- und Selbsttäuschung bestimmen das bunte Treiben, bis am Ende doch alles gut wird. Leicht und locker, dennoch hintergründig kommt das Stück daher, das Ensemble offeriert Komödiantentum und Schmierentheater in voller Pracht, ein jeder kriegt sein Fett weg.

Mit opulenten Kostümen, viel Schminke und noch mehr Hingabe bringt das Ensemble ein kurzweiliges Maskenspiel des Menschseins auf die Bühne, dessen Protagonisten zuweilen wie Karikaturen aus dem echten Leben erscheinen: Die launische Rotzgöre Tiodina (Sarah Kortmann) zum Beispiel, eine echte Superzicke, die ihren Geliebten mit ihren Stimmungsschwankungen terrorisiert. Oder der Einfaltspinsel Florindo (Julian König), der mit seinem schlichten Geist und seiner unbeholfenen Gestik gleichermaßen für Lacher sorgt. Durch den wahnwitzigen, überzogenen und doch irgendwie wahren Zweifrontenkrieg um Rivalitäten und Missverständnisse führt gekonnt Thorsten Morawietz als Truffaldino, der so treffend resümiert: „Die Menschen sind ziemlich dämlich zwar, aber irgendwie auch wunderbar.“ Wunderbar auch die Premiere, für die es überschwänglichen Applaus gab.

Bis 20. Dezember jeweils Freitag, Samstag, Sonntag.

Quelle: op-online.de

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