1 000 Bananen für 300 Wanderlustige

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Im Gleichschritt Marsch: Wanderer aus der gesamten Region machten sich am Sonntag auf den Weg durch die Wald- und Wiesenlandschaften von Eppertshausen. Viele nutzten die Gelegenheit für ein kleines Schwätzchen.

Eppertshausen - Schon morgens war der Franz-Gruber-Platz in Eppertshausen gut besucht, denn zum Start des jährlichen Kreiswandertages wurde ein ökumenischer Gottesdienst mit dem Motto „Auf dem Weg“ abgehalten. Von Jasmin Frank

Und damit alle Besucher nach dem Marsch über Stock und Stein auch wohlbehalten zurückkehren, konnte kirchlicher Segen ja nicht schaden.

Unter den Zuhörern war auch der scheidende Landrat Alfred Jakoubek, der von Pfarrer Harald Christian Röper zum Amtsabschied ein Buch mit besinnlichen Texten geschenkt bekam. „Und für alle, die nun kein solches Werk erhalten haben, gibt es noch Bananen auf der Strecke!“ scherzte Pfarrer Röper gut gelaunt.

Heiter ging es auch bei der Rede des Landrats weiter, der darauf hinwies, dass die diesjährige Strecke mit einer Besonderheit im Landkreis aufwarten kann: „Es gibt hier und heute keine Steigung. Lediglich ein Höhenunterschied von zwei Metern muss überwunden werden.“ Deshalb waren auch alle Altersklassen bei dem Marsch durch die Gemarkung vertreten, auch Kinderwägen und Bollerwagen konnten ohne Probleme mitgenommen werden.

Doch bevor es losging, wurde nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Carsten Helfmann das Mikrofon an den ersten Vorsitzenden des Odenwaldklubs, Norbert Anton, weitergereicht. Er und sein Verein, der am Wochenende sein 90-jähriges Bestehen feierte, waren maßgeblich für die Ausrichtung und Organisation des Kreiswandertages in der kleinen Gemeinde verantwortlich. Nun war es an ihm, die knapp 300 Wanderer traditionsgemäß mit einer Glocke auf den Weg zu bringen. Angeführt wurden die Gäste von Manfred Hechler, der für diesen Tag vom Odenwaldklub-Wanderwart zum Kreiswanderwart avancierte.

Unter das Wandervolk mischte sich auch politische Prominenz, wie etwa Staatssekretär Andreas Storm. Der Weiterstädter, der am liebsten Fahrrad fährt, hin und wieder aber auch zu Fuß unterwegs ist, freute sich auf die Zeit mit den Bürgern. „Bei der Bewegung an der frischen Luft kommt man immer gut mit den Menschen ins Gespräch. Erst kürzlich bin ich innerhalb von fünf Tagen durch die Städte und Gemeinden meines Wahlkreises gefahren und habe Land und Leute wieder ein Stück besser kennen gelernt.“, erzählte Andreas Storm

Ein gern gesehener Gast

Auch die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger war mit von der Partie. Da sie in Eppertshausen gute Bekannte hat, ist sie ein gern gesehener Gast, heute war aber der Kreiswandertag ausschlaggebend: „Ich bin eine begeisterte Wanderin. Auch in meinem letzen Urlaub war ich mit meinen Kindern viel zu Fuß unterwegs, noch laufen sie ja gerne mit.“, freute sich die Odenwälderin, die wie ihr Parteikollege auch den Kontakt zu den anderen Wanderern suchte.

Und die waren zahlreich vertreten und aus dem ganzen Umkreis angereist. Aus Dieburg waren mit dem Fahrrad beispielsweise Sabine Geschwentner mit dem befreundeten Ehepaar Martin und Margret Wilhoff gekommen. Alle drei wandern sehr gerne und nehmen auch regelmäßig an den Kreiswandertagen teil. Margret Wilhoff: „Wir wandern gerne in einer großen Gruppe, das ist einfach interessant. Es gibt eine vorgegebene Strecke und abwechslungsreiche Stationen, zudem lernen wir auch mal andere Leute kennen.“

Neben routinierten Wanderern von außerhalb gehörten aber auch Neuzugänge aus Eppertshausen zu dem Tross, wie etwa das Ehepaar Andreas und Andrea Sehring, das zwar gerne in Wald und Flur unterwegs sind, aber sonst eher alleine läuft. „Unsere Töchter waren im Odenwaldklub aktiv, so sind wir auf das Fest aufmerksam geworden. Und dann haben wir von der Wanderung gehört und dachten, da machen wir mal mit.“

Dass sie sich als jüngeres Paar doch ein wenig vom Durchschnittsalter abheben, machte den beiden nichts aus, schließlich haben sie ja am Wandern selbst genug Spaß. Und die allerjüngsten unter den Teilnehmern waren sie auch nicht, da auch ein paar Kinder auf die Strecke gingen. Wie die Brüder Benedikt (6) und Dominik (9). Den beiden Jungs machte der Rundgang nicht zu schaffen, da die Zeit schnell verging, vor allem, wenn man wie Benedikt gleich zwei Wanderstöcke sein Eigen nennen durfte.

Staatssekretär Andreas Storm (v.l.), Landrat Alfred Jakoubek und OWK-Chef Norbert Anton mit einem jungen Besucher.

Und bevor Dominik noch erzählen konnte, wie er die Wanderung findet, war schon der Rastplatz an der Hergershäuser Grenzschneise erreicht. Hier warteten auf die erschöpften Ausflügler Toiletten, Bänke zum Ausruhen und Erfrischungsgetränke. Als Stärkung lagen Bananen aus dem hiesigen Weltladen bereit, die, wie der Vorsitzende des Eine-Welt-Vereins, Klemens Euler, erläutert, garantiert fair gehandelt und ökologisch angebaut sind.

Ganz einfach war es aber nicht, so viele der beliebten Südfrüchte bereitzuhalten, erläutert Euler: „Da wir mit noch mehr Besuchern gerechnet haben, brauchten wir 1000 Bananen. Die Menge ist an sich nicht das Problem, aber das Obst musste ja auf den Punkt verzehrfertig sein. Das heißt, kein Stück durfte zu grün oder schon zu reif sein. Für uns war das ein organisatorischer Kraftakt, aber wir haben es Gott sei Dank noch geschafft.“ Die Gäste dankten es und griffen eifrig zu.

Wem trotz der Verköstigung die Kraft ausgegangen war, konnte nun mittels einer Abkürzung zurück nach Eppertshausen gelangen. Eine Gelegenheit, die mancherseits gerne wahrgenommen wurde. Für die anderen hieß es noch fleißig weiterlaufen, bis es nach weiteren fünf Kilometern durch die Gersprenzwiesen zurück auf den Eppertshäuser Festplatz ging, wo bei guter Unterhaltung und leckerem Essen dieser abwechslungsreiche Tag seinen Ausklang fand.

Quelle: op-online.de

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