Von 1919 bis zum Jahr 2009

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In der vollen Eppertshäuser Mehrzweckhalle feierte der Odenwaldklub seinen 90. Geburtstag - die Organisatoren hatten ein umfangreiches Programm mit Zeitreise auf die Beine gestellt.

Eppertshausen - Gleich doppelt rückte am Samstagabend die Landkreisspitze mit Landrat Alfred Jakoubek und seinem Beigeordneten Klaus Peter Schellhaas in die Mehrzweckhalle an. Der Grund: Der Odenwaldklub Eppertshausen beging mit einer großen Akademischen Feier seinen 90. Geburtstag. Von Michael Just

Auf die Gäste wartete ein Programm, das die Verantwortlichen um Vorsitzenden Norbert Anton sorgsam ausgearbeitet hatten – Anton führte galant mit Zylinder und Frack durch die Veranstaltung.

Gleich nach der Begrüßung waren alle Gäste zum Mitsingen aufgefordert: „Lauter Zepp’lins Leit“ hieß das Lied, das an den ersten Vereinsnamen „Sportgesellschaft Zeppelin“ erinnerte. Danach folgte eine chronologische Zeitreise durch neun Jahrzehnte. Jede einzelne Dekade wurde mit den wichtigsten Geschehnissen auf der Weltbühne, in Eppertshausen und beim OWK vorgestellt sowie im Anschluss noch mit einem musikalischen Klassiker der Epoche unterlegt. Das übernahmen das OWK-Mandolinenorchester sowie die Big-Band der Einhard-Schule Seligenstadt. Mit den jungen Schulmusikern hatte man einen glücklichen Griff getan – das wurde nicht nur an ihrer flotten Interpretation der James-Bond-Melodie deutlich.

Mit Frack und Zylinder moderierte Vereinschef Norbert Anton den Abend.

Zwischen den Zeitreise-Blöcken kamen die Laudatoren zu Wort: Landrat Alfred Jakoubek lobte, dass der OWK immer wieder die Unverwechselbarkeit seiner Heimat und ihr Brauchtum hervorhebe. Des Weiteren sei die lokale Umweltgruppe eine der aktivsten der Region. Nicht umsonst habe sie bereits zwei Mal den Umweltschutzpreis des Landkreises erhalten. „Als Dank findet der zwölfte Kreiswandertag am 30. August in Eppertshausen statt“, kündigte der Landrat an.

Bürgermeister Carsten Helfmann bezeichnete den OWK als „soziales Rückgrat der Gesellschaft.“ Seine Reputation reiche weit über Gemeinde- und Landesgrenzen hinaus. Dass diese bis nach Japan gehen, machte das Mandolinenorchester später mit dem Stück „Sakura“ deutlich. Eine Rede gleichermaßen zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken hatte die Vorsitzende der Ortsvereine, Marion König, vorbereitet. Wie sie sagte, reise man heute von Mallorca bis nach Timbuktu. Den Odenwald kenne dagegen keiner mehr so richtig: „Hinter Groß-Umstadt wird das Navi angeschaltet.“ Das sei schade, da Odenwald und heimischer Forst doch viele schöne Dinge zu bieten hätten, an denen man oft blind vorbei laufe. Zudem sei auch ein quakender Frosch nicht davor gefeit, wegen Lärmbelästigung angezeigt zu werden. „Schön, dass es den OWK gibt“, bilanzierte die Eppertshäuserin. Den Abschluss des Abends bildete der Auftritt der Groß-Umstädter Weinkönigin und der Austausch von Blumen und Präsenten.

Mit seinen derzeit rund 500 Mitgliedern kann der OWK optimistisch in die Zukunft schauen. Vor allem durch die Umwelt- und Musikgruppen verzeichnet er zahlreiche junge Mitglieder. „Vom Gesamt-OWK dürften wir in Eppertshausen die besten Nachwuchszahlen haben“, ist sich Wanderwart Manfred Hechler sicher. Viele OWK-Gruppen hätten leider den Brückenschlag zur Jugend verpasst und sich nicht rechtzeitig um den Nachwuchs gekümmert. „Wenn der Zug mal abgefahren ist, wird’s schwer. Sind die Mitglieder zu alt, lassen sich kaum noch Jüngere ansprechen“, führt Manfred Hechler aus.

Die kurzweiligen zwei Stunden der Akademischen Feier waren weit davon entfernt, das Sitzfleisch im Übermaß zu strapazieren. Ohnehin ließ sich im Anschluss beim Büfett, einer Ausstellung und der musikalischen Begleitung der Big-Band weiter vortrefflich über das Geburtstagskind sinnieren.

Quelle: op-online.de

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