Kooperation mit der Deutschen Glasfaser

Bis 2020 superschnelles Internet?

+
Schon jetzt haben einige Eppertshäuser superschnelles Internet. Unser Foto stammt aus einem Haushalt in der Kolpingstraße. Hier kommen die Glasfasern vom Vorgarten durch die Wand in einen Abstellraum.

Eppertshausen – Jetzt geht es ums Anmelden: Die Gemeinde kooperiert mit der Deutschen Glasfaser, um dem schnellen Internet auf die Beine zu helfen. 40 Prozent der Haushalte müssen mitmachen. Von Jens Dörr

Privathaushalte und Unternehmen in Eppertshausen könnten 2019 in ein deutlich schnelleres Internet-Zeitalter aufbrechen: Bei der Online-Nutzung sind – mit Ausnahme des Neubaugebiets „Im Eichstumpf“ und Sonderlösungen für Firmen – derzeit noch 50 Mbit Datenvolumen pro Sekunde beim Download das Höchste der Gefühle. Beim Hochladen von Daten ins World Wide Web ist der Wert (der zudem je nach örtlicher Gegebenheit schwankt) oft wesentlich niedriger. Die Gemeinde hat nun durch einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Glasfaser Holding GmbH, einem Spezialisten für Entwicklung, Bau und Betrieb von Glasfaser-Anbindungen, den Weg zum wesentlich schnelleren Transfer der auch in Eppertshausen immer größeren Datenmengen freigemacht.

Im Frühjahr wollen sowohl die Deutsche Glasfaser als auch die Entega mit Vertragsangeboten für Privathaushalte und Unternehmen in Eppertshausen in die Vermarktung gehen. Dabei werden sie unterschiedliche Pakete anbieten – für Privathaushalte zum Beispiel 200 Mbit pro Sekunde oder noch mehr, teils in Verbindung mit weiteren Serviceleistungen, bei der Entega etwa im Zusammenhang mit der Lieferung von Strom. Für Unternehmen sollen (zu deutlich höheren Konditionen, da mit einem umfangreicheren Service verbunden) bis zu 1 000 Mbit pro Sekunde möglich sein.

Den – potenziellen – Deal hat Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann über ein Jahr lang mit der Deutschen Glasfaser verhandelt, ehe Gemeinde und Unternehmen Anfang Dezember der Kooperationsvertrag besiegelten. Von einer Umsetzung profitieren würden alle Eppertshäuser Wohngebiete und auch die drei Gewerbegebiete „Park45“, „Gewerbegebiet West“ und „Gewerbegebiet Ost“. Ausgenommen wären fürs Erste nur weit außerhalb liegende Objekte wie die Thomashütte. Bisher ist Glasfaser bis ins Haus hinein aufgrund der erst punktuell vorhandenen Infrastruktur nur im Neubaugebiet „Im Eichstumpf“ (zirka 300 Haushalte) möglich.

Ob jeder der 2284 Eppertshäuser Haushalte, für den das superschnelle Internet auf diesem Weg bisher noch nicht möglich war, tatsächlich damit versorgt werden kann, entscheiden die Einwohner selbst. Laut Deutscher Glasfaser müssen 2019 mindestens 40 Prozent der Haushalte aufs schnellere Internet umsteigen, sei es über Verträge bei diesem Unternehmen selbst oder aber bei der Entega.

Letztere würde die Deutsche Glasfaser alle Bauarbeiten übernehmen lassen und dann bei ihr bestimmte Leistungen einkaufen. Bei den Firmenangeboten liegt der prozentuale Wert der benötigten Abschlüsse deutlich niedriger.

Bilder: Passionsspiele in Eppertshausen

2019 also werden Deutsche Glasfaser und Entega versuchen, die Eppertshäuser mit ihren Offerten zum Vertragsabschluss zu bewegen. Schließen genügend Haushalte einen Vertrag ab, „würde die Deutsche Glasfaser im ersten Quartal 2020 bauen und könnte die ganze Sache schon im Sommer 2020 abschließen“, schätzt Helfmann nach dem Austausch mit dem Unternehmen den zeitlichen Horizont ein. Kommen genügend Abschlüsse zusammen, damit der Ausbau rentabel wird, würde mit den Bauarbeiten begonnen. Zunächst würden Haupt- und Unterverteiler errichtet, danach die Glasfaser-Kabel unterirdisch bis in die Häuser verlegt. Dazu werden in schmalen, nicht sehr tiefen Gräben Leerrohre für die Glasfasern per „Spül-Bohr-Verfahren“ unter dem Gehweg durchgezogen. Die Leitungen, die aus 96 Glasfasern bestehen, werden so von den oberirdischen Verteilerstationen über kleinere Unterverteiler bis in die Privathaushalte oder Firmensitze gebracht.

Ob es in Eppertshausen tatsächlich dazu kommt, entscheiden nach dem baldigen Vermarktungsbeginn allein die Kunden. Den Steuerzahler kostet die mögliche Verbesserung der Infrastruktur im Ort laut Helfmann „keinen Cent“. Alle Bauarbeiten bezahle die Deutsche Glasfaser.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare