Abenteuer im Container

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Beim Umzug in die Container mussten die Stephan-Gruber-Schüler selbst mit anpacken: Sie verstauten ihre Sachen in Kisten und beschrifteten diese ebenso wie das Mobiliar, damit die Umzugsfirma wusste, wohin was muss.

Eppertshausen ‐ Für viele Jungen und Mädchen ist ein Abenteuer. Seit dem Ende der Herbstferien findet der Unterricht an der Stephan-Gruber-Schule im Container statt – zumindest teilweise. Von Jasmin Frank

Ich habe mich richtig auf den ersten Morgen nach den Ferien gefreut, weil ich so gespannt war, wie es hier drinnen aussieht“, erzählt Celina Scharf aus der Klasse 3b. Sie konnte es kaum erwarten, die kleine Containerlandschaft vor dem Franz-Gruber-Platz in Augenschein zu nehmen. „Wir hatten vorher ja ganz schön viel Arbeit. Alles haben wir selbst in Kisten gepackt und jedes Teil hier drinnen beschriftet. Denn woher sollen die Leute sonst wissen, was wohin gehört?“, berichtet Celinas Banknachbarin Marie-Sophie Schledt. Da hat die Drittklässlerin recht, die Verlegung der Innenausstattung hatte ein professionelles Umzugsunternehmen übernommen, wie die stellvertretende Schulleiterin Christiane Lachheb berichtet: „Für uns bedeutet die Renovierung vor allen Dingen zwei Belastungen. Zum einen muss alles organisiert werden, denn die beiden Gebäudeteile werden nacheinander etwa drei Monate lang bearbeitet, so dass erst die eine Hälfte unserer etwa 200 Kinder umzieht, und dann die andere. Zum zweiten haben wir natürlich viel Lärm in den Klassen, die noch im Gebäude verbleiben.“

Ein weiteres Problem waren die Toiletten

Einiges musste beim Umzug der Grundschüler bedacht werden, ging es um mehr, als ein paar Möbel umzuräumen. Das Hauptproblem ist die Straße, die die Kinder nun von ihrem Schulhof und der Sporthalle trennt. Deshalb bittet die Schulleitung eindringlich alle Eltern darum, ihre Kinder morgens nicht mit dem Auto direkt vor die Schule zu fahren. Damit im Unterrichtsalltag nichts passiert, treffen sich alle Schüler an ihren gewohnten Sammelstellen und gehen dann mit den Lehrkräften gemeinsam zum Unterricht oder in die Pause.

Ein weiteres Problem waren die Toiletten, die ja auch während der Schulstunden besucht werden müssen. Doch dafür wurde eine Lösung gefunden: Ein separater Container beinhaltet die sanitären Einrichtungen. „Wir müssen natürlich das eine oder andere Opfer bringen“, meint Lachheb, „aber zum Ausgleich haben wir in einem halben Jahr ein tiptop saniertes Gebäude. Und bis jetzt läuft alles nach Plan.“

Die Kinder singen gerne mit

Erneuert werden am Grundschultrakt Fenster, Heizungen, Decken und Beleuchtung. Zudem bekommt das Haus eine Wärmeisolierung und einen neuen Anstrich. Zu guter Letzt wird noch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert. Doch bis dies alles erledigt ist, gehen ein paar Monate ins Land. Musiklehrerin Gisela Munz, für die nun auch alles neu ist, arrangiert sich mit den Gegebenheiten: „Ich finde die Klassenzimmer in den Containern eigentlich schön hell und vor allen Dingen warm. Ich war auch in den Ferien schon mal da und habe in meinem Raum die Kisten ausgepackt. So fühlen sich die Kinder wohler und ich habe gleich meine Materialien zur Hand“, berichtet die Pädagogin, die diesen Morgen in der 3b mit einem schönen Lied beginnt. Die Kinder singen gerne mit. Vieles sieht im Container genauso aus wie in einem herkömmlichen Klassenzimmer. Aber ein paar Dinge sind dann doch anders. „Die Tafel ist ganz anders als sonst“, stellt Nina Bangnowski fest. Komisch finden die Kinder auch den Sichtschutz aus Planen, der vor den Fensterfronten angebracht wurde. „Da können wir gar nicht sehen, wer alles zum Franz-Gruber-Platz geht“, sagen sie. Doch Lehrerin Munz ist ganz froh, dass die Kinder nicht abgelenkt werden und kann so in aller Ruhe mit dem Unterricht fortfahren.

Quelle: op-online.de

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