Abenteuer im Kerzenschein

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Weihnachtliche Geschichten und Gesang im Kerzenschein gibt es beim lebendigen Adventskalender der katholischen Gemeinde St. Sebastian.

Eppertshausen ‐ Ein faszinierendes Phänomen lässt sich dieser Tage in dem kleinen Ort beobachten. Üblicherweise ziehen sich die Eppertshäuser nach einem anstrengenden Arbeitstag in ihr Heim zurück. Doch dieser Tage setzt eine Völkerwanderung ein, sobald es dunkel wird und die Lichter angehen. Von Jasmin Frank

Von allen Seiten strömen Jung und Alt, Kind und Senior zusammen und marschieren zielstrebig durch die Straßen. Ein geheimer Ruf scheint sie hervorzulocken. Nun, es ist der Ruf des „Lebendigen Adventskalenders“.

Wir machen dieses Projekt schon seit etwa zehn Jahren und es ist ein großer Erfolg“, erzählt Pfarrer Harald Christian Röper. Heidi Kramer, Mitglied der katholischen Gemeinde, hatte den lebendigen Adventskalender initiiert. Ab und an findet die besinnliche Zusammenkunft bei einer der hiesigen Institutionen, etwa einem Kindergarten oder Verein statt. Zumeist aber werden die Besucher von Privatleuten willkommen geheißen.

Wer die Adventsabende in Gesellschaft verbringen möchte, erfährt im Internet-Auftritt von St. Sebastian, wo sich die nächsten Türen des lebendigen Adventskalenders öffnen.

Sybille Frank hat Hof und Garage zur Verfügung gestellt. Heißer Tee und Glühwein, leckere Kekse und ein paar frische Schnittchen stehen bereit, dabei sorgt Kerzenlicht für eine angenehme Stimmung. „Wir machen schon zum vierten Mal mit. Es macht mir immer wieder Spaß. Jeder Anbieter kann machen, was er gerne möchte, ob er ein Gedicht vorträgt oder alle etwas gemeinsam singen, ist ihm selbst überlassen. Manche üben auch wochenlang vorher ein Stück auf einem Instrument ein“, freut sich die Gastgeberin. Eine Geschichte über die Entstehung des Weihnachtsbaumes hat sie für diesen Dezemberabend ausgesucht. Die anwesenden Kinder lauschen gebannt. Kein Wunder, die Geschichte erzählt von zwei Geschwistern, die sich im Wald verlaufen und Abenteuerliches zu bestehen haben.

"Es macht Spaß, die Tage zu zählen."

Teelichter halten die Anwesenden in Händen. Dann und wann sorgen die Mini-Kerzen für Unruhe, wenn heißer Wachs auf Kinderfinger tropft. Doch das ist nicht weiter schlimm, meint zumindest die elfjährige Lora Bierwagen, der es hier gut gefällt: „Ich gehe immer noch sehr gerne zu dem Adventskalender, obwohl ich schon etwas älter bin. Zu Hause habe ich ja auch noch einen Kalender, es macht einfach Spaß, die Tage zu zählen.“

Die meisten Besucher des Adventskalenders sind bereits oft mit von der Partie gewesen. Tatsächlich findet sich in der weihnachtlichen Runde noch ein Neuzugang: Jaqueline Vitasovic ist mit ihren Kindern Vivian und Benjamin gekommen, Gastgeberin Sybille Frank hat sie persönlich eingeladen. „Mir gefällt es gut und den Kindern auch. Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir gekommen sind“, sagt Vitasovic.

Quelle: op-online.de

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