Abrissbirne schwebt über alter Halle

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Weiterhin schwebt die Abrissbirne über der Mehrzweckhalle. Öffnet die Bürgerhalle, sind ihre Tage wohl gezählt.

Eppertshausen ‐ Viele Fragen stellen sich derzeit die Bürger Eppertshausens, wenn es um ihre alte, aber noch immer gern aufgesuchte Mehrzweckhalle geht. Von Jasmin Frank

Viele fühlen sich in ihr heimisch und verbinden viele Erinnerungen mit ihr, haben in der Halle gefeiert, Sport getrieben, Sitzungen abgehalten und ihre Kinder eingeschult. Soll das alles nun wirklich der Abrissbirne zum Opfer fallen?

Vielleicht war es gerade diese nostalgische Verbundenheit, die in den letzen Wochen die Gerüchteküche anheizte, in der Hoffnungen auf den Erhalt des Gebäudes hochgekocht wurden. Gerade im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen an der Stephan-Gruber-Schule war zu hören, dass der Landkreis an der Halle Interesse angemeldet habe. Von Plänen, der Kreis wolle das Gebäude kaufen, um dort weiter Sportstunden und Schulversammlungen abhalten zu können, war ebenso zu hören wie von einer Nutzung des Geländes als zusätzlicher Schulhof. Beides sei mit der erhöhten Kinderanzahl durch den Umzug der Sprachheilschule „am Amorbach“ nach Eppertshausen zu begründen.

Doch wer in diese Richtung Erwartungen gehegt hat, muss diese wohl begraben, denn der Kreisbeigeordnete Christel Fleischmann erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wir haben derzeit keine Pläne für die Mehrzweckhalle. Sicher wäre es eine gute Sache, wenn sie erhalten bleiben könnte, aber dafür sind keinerlei Geldmittel eingeplant.“

2 000 Quadratmeter stünden für Projekt bereit

Auch der Kauf des Geländes zwecks Schulhofnutzung stünde nicht zur Debatte, immerhin handele es sich um bebaubaren Grund mit den entsprechenden Preisen. „Für den Sportunterricht steht die neue Bürgerhalle zur Verfügung, an der unser Landkreis ja gerade deswegen finanziell beteiligt ist“, so Fleischmann.

Abgerissen wird die Mehrzweckhalle derzeit nicht, denn erst, wenn die neue Bürgerhalle steht und vollständig nutzbar ist, kann auf die Räumlichkeit verzichtet werden. Doch was wird dann passieren? „Die Gemeindevertretung ist auf der Suche nach einen privaten Investor, der dort Möglichkeiten für barrierefreies Wohnen schafft. Die Nutzer können Senioren sein, aber natürlich auch andere Menschen, die auf solche Vorrichtungen angewiesen sind“, erklärt Bürgermeister Carsten Helfmann den derzeitigen Sachstand.

Etwa 2 000 Quadratmeter stünden dann für das Projekt bereit. Es sei durchaus diskutiert worden, ob der enge Kontakt von Senioren und Kindern nicht zu Reibungspunkten führen könnte. „Auch die Bewohner unserer Seniorenwohnanlage haben laufend Berührung zu Kindern, liegt die Einrichtung doch direkt an einer Spielstraße. Auch wenn es dort immer mal wieder Beschwerden einiger älterer Menschen gibt, freut sich doch ein Großteil über die Verbindung zur jüngeren Generation“, meint Helfmann, der zudem darauf verweist, dass die Schule ja nur in den Pausen Kinderlärm verursache und zudem zwölf Wochen im Jahr Ferien seien, in denen gar nicht getobt werde.

Solle sich kein Investor finden, erwägt die Gemeinde sogar, das Projekt selbst zu stemmen, doch das ist vorerst noch Zukunftsmusik. Doch eines ist nach derzeitigem Stand der Dinge klar: Die Mehrzweckhalle muss fallen, und die Eppertshäuser müssen sich ihre Erinnerungen an längst vergangene Zeiten ohne das lieb gewonnene Bauwerk erhalten.

Quelle: op-online.de

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