Eppertshausen, Münster und Messel wollen enger zusammenarbeiten

Abwasser ist bald gemeinsame Angelegenheit

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Eppertshausen Kläranlage wird derzeit noch von der Entega betreut.

Eppertshausen/Münster/Messel - Abwasser ist eine teure Angelegenheit für die Gemeinden. Um es für die Bürger etwas günstiger zu gestalten, kommt es bei der Betriebsführung von Kläranlagen zur interkommunalen Zusammenarbeit. Von Thomas Meier 

Eppertshausen beschloss, baldmöglichst eine enge Kooperation mit Münster und Messel einzugehen. Im vergangenen Jahr gab Eppertshausen rund 200 .000 Euro für Erweiterungen und Aufrüstung seiner Kläranlage aus, im Haushalt für 2017 stehen nochmal so viele Gelder bereit. Die Kommune expandiert, da muss eine Abwasserbehandlung gleichziehen. Bis zum 31. Januar 2016 hatte die Gemeinde einen vollzeitbeschäftigten Ver- und Entsorger für den Betrieb der Öko-Anlage eingestellt. Die Betriebsführung des im Amtsdeutsch „Abwasserbehandlungsanlage“ genannten Klärwerks wurde bis zu diesem Zeitpunkt durch eine Kombination von eigenem Personal und externen Dienstleistern sichergestellt. Für eine Kläranlage muss jederzeit, Tag und Nacht, jemand zuständig sein. Seit dem 1. Februar vergangenen Jahres hat die Entega AG aus Darmstadt die vollständige Betriebsführung inklusive der Wochenend- und Rufbereitschaftsdienste inne.

Jürgen Geist, Leiter des Fachbereichs III an Eppertshausen Verwaltung und zuständig für Bau, Umwelt und Gebäudeunterhaltung, erklärt: „Im vergangenen Jahr wurden parallel zur weitergehenden Betriebsführung durch Externe die Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit der Gemeinden Messel, Münster und Eppertshausen im Bereich der Abwasserbehandlung geprüft. Durch den bestehenden Personalpool Münsters sowie je eine Vollzeitstelle in Messel und Eppertshausen kann eine gesicherte Betriebsführung der drei kommunalen Anlagen für den Tagesbetrieb und den Wochenend- und Rufbereitschaftsdienst sichergestellt werden.“

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ausgebildetes Fachpersonal ist vorhanden und kann sinnvoll in drei Gemeinden eingesetzt werden. Keine Kommune muss auf teure Fremdbetriebsführung aus der Wirtschaft ausweichen, und das Beschaffungswesen, also die Bedarfsbestellungen für den Betrieb von Kläranlagen mit beispielsweise teuren Laborbedarf, können die drei Gemeinden bedeutend günstiger einkaufen, da es bei Großbestellungen hohe Rabatte gibt.

In Messel kündigte die Gemeinde den Vertrag mit der Entega über die Betriebsführung ihrer Kläranlage bereits, sie wird sich ab Dezember dem interkommunalen Bündnis anschließen. Durch die Gemeinde Münster wurde federführend – in Abstimmung mit Messel und Eppertshausen – bereits der Entwurf einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Zusammenarbeit ausgearbeitet.

Eigentlich wollte Eppertshausens Gemeindevertretung bereits in ihrer letzten Sitzung 2016 beschließen, die Abwasserbehandlung via interkommunaler Zusammenarbeit ab 1. Februar mit Münster und Messel zu realisieren, doch wird der Grundsatzbeschluss wohl erst in der März-Sitzung fallen. Wie Geist erläutert, seien noch versicherungstechnische Fragen endgültig zu klären.

Auch wenn die perspektivischen Vorteile für den Zusammenschluss für die Kommunen für sich sprechen, sind doch Hürden zu überwinden. „Unter den Verwaltungsfachleuten der Gemeinde gibt es keine Probleme, wir arbeiten schon lange immer wieder einmal zusammen und verstehen uns als große Familie“, sagt Geist. Auch die Politiker seien vom Zusammenschluss angetan. Die Probleme liegen anderweitig. So schrieb Eppertshausen die Stelle für einen gelernten Ver- und Entsorger zunächst regional, später bundesweit aus. „Auf die Stellenanzeige haben sich lediglich sechs Personen beworben, von denen nur zwei Interessenten eine Ausbildung in diesem Berufsbild und auch schon eine mehrjährige Berufserfahrung haben“, verdeutlicht Geist das Dilemma. Mit den beiden Aspiranten wurde die Kläranlage besichtigt und die Tätigkeiten im Detail besprochen. Eine Bewerberin sagte ab, die weitere sagte zu und könnte am 1. Februar auch anfangen. Jetzt müssen die Politiker beschließen.

Quelle: op-online.de

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