„Adam“ ist heim gekommen

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50 Jahre alt wird Feuerwehrauto „Adam“ dieser Tage. Allen Grund zu feiern für die Eppertshäuser Brandschützer und Sammler Dirk Kaiser (Dritter von rechts).

Eppertshausen - Adam heißt nicht nur der erste Erdenbürger, sondern auch das einzige Fahrzeug der Feuerwehr Eppertshausen , das einen Namen trägt. Diesen erhielt es zu Ehren seines einstigen Fahrers Adam Beckmann. Von Jasmin Frank

Nun feiert das altehrwürdige Gefährt einen runden Geburtstag: Es wird dieser Tage ein halbes Jahrhundert alt.

„Genau genommen wurde unser Tanklöschfahrzeug am 13. Juli 1961 für den Straßenverkehr zugelassen“, erzählt Gemeindebrandinspektor Herbert Müller. Zusammen mit einem Katastrophenschutzwagen aus Ober-Roden und Urberach sei es damals zu einem sogenannten Katastrophenschutzzug zusammengestellt worden. „Damit gehörte das Auto der Bereitschaft des Landkreises Dieburg an“, ergänzt Müller.

Zum Geburtstag führten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Eppertshausen und Oldtimersammler Dirk Kaiser das Gefährt nun auf dem von der Feuerwehr hergerichteten Sankt-Florians-Platz vor. Mit den technischen Daten kennen sich die Männer gut aus. „Das Fahrgestell ist ein Unimog U 404 mit 82 PS, 6-Zylinder Benzinmotor mit Doppelvergaser und 6-Gang-Getriebe mit zwei Rückwärtsgängen“, spult der Gemeindebrandinspektor herunter. Zudem habe das Tanklöschfahrzeug Vierradantrieb, was es sehr geländegängig mache.

Genau das ist auch der Grund, weshalb sich Sammler Kaiser, der gleich mehrere Fahrzeuge dieser Art gemeinsam mit einem Freund in einer Halle in Bad König stehen hat, für den alten Adam interessiert. „Ich sammle die Autos nicht nur und bastle an ihnen herum, ich fahre sie auch – und das natürlich im Gelände“, erzählt der Eppertshäuser mit leuchtenden Augen. Die ganze Familie ist von dem Hobby begeistert. Seine Frau Martina sitzt ebenfalls häufig hinter dem Steuer der großen Feuerwehren und seine Kinder fahren gerne mit. „Es ist aber viel ruckeliger, als in einem normalen Auto“, kommentiert Sohn Erik.

Freundschaften zwischen Feuerwehrleuten, die bis heute anhalten

Wäre Dirk Kaiser nicht bereit gewesen, das altgediente Fahrzeug in seine Sammlung aufzunehmen, hätte dem guten Adam vielleicht das unrühmliche Ende in einer Schrottpresse bevorgestanden. Denn auch wenn der Beschaffungspreis 1960 über 20. 000 DM betrug und sich im Aufbau ein 800 Liter fassender Löschwassertank sowie eine Feuerlöschkreiselpumpe befinden, ist das Vehikel von modernen Konkurrenten schon vor vielen Jahren überholt worden.

Vor allem bei Waldbränden in den 70er und 80er Jahren war das geländegängige Auto im gesamten Kreisgebiet im Einsatz. Im Oktober 1990 endete dann Adams aktive Zeit in Eppertshausen. Allerdings nur dort, denn nach der Wiedervereinigung wurde das Fahrzeug nach Weißbach in Sachsen zur Eppertshäuser Partnerfeuerwehr überführt.

Der kleine Beitrag zur Aufbauhilfe Ost mündete in Freundschaften zwischen Feuerwehrleuten, die bis heute anhalten. Bis Mitte des Jahres 2009 war das Tanklöschfahrzeug in Weißbach bei Einsätzen mit von der Partie. Doch inzwischen gibt es auch dort eine Neuanschaffung – und so kam es, dass Adam ausgemustert wurde.

„Als wir erfuhren, welches Schicksal unserem Adam bevorstand, haben wir uns entschlossen, ihn zu retten und so wurde er im November 2009 wieder von uns abgeholt und nach Hause gebracht“, schmunzelt Gemeindebrandinspektor Müller. Viel Überzeugungsarbeit musste nicht geleistet werden, um den Eppertshäuser Oldtimerfreund Kaiser für das Prachtstück einzunehmen, der meint: „Er ist ja noch gut erhalten, ich werde den Motor wieder einstellen und ein paar Roststellen entfernen. Dann ist er wieder gut in Schuss.“ Somit darf sich Adam wohl demnächst wieder im Gelände austoben.

Quelle: op-online.de

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