Mit Offenheit gegen Vorurteile

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Zahlreiche Interessierte verschiedener Nationen waren gekommen, um sich über das Islamsiche Opferfest zu informieren.

Münster/Eppertshausen - Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Eppertshausen und Münster ist für ihre Offenheit und ihr Integrationsbestreben bekannt. So beteiligen sich ihre Mitglieder regelmäßig am gesellschaftlichen Leben. Von Jasmin Frank

In Eppertshausen beispielsweise reinigen sie am Neujahrstag Straßen und Plätze von Feuerwerkskörpern und nehmen an den kreisweiten Müllsammelaktionen teil. Diese Orientierung lobte am Mittwochabend auch Bürgermeister Walter Blank auf einer Informationsveranstaltung der Gemeinde über das Islamische Opferfest, Id-Ul-Adha.

„Die Gemeinde steht für Toleranz, Friede und Öffnung, und ich habe hier immer eine große Ehrlichkeit erfahren“, so Blank. Auch Moderator Ahmad Ashraf betonte, das Ziel der Ahmadiyya-Gemeinde sei es, Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen, so sei bei ihnen unter anderem die Gleichberechtigung von Mann und Frau selbstverständlich.

Anlass war das islamische Opferfest, das in den vorangegangenen Tagen gefeiert wurde und auf die Geschichte des Opfers durch Abraham zurückgeht, die, wie die Gastgeber betonten, nicht nur in der islamischen, sondern auch in der christlichen und jüdischen Tradition eine Rolle spielt. Auch in Eppertshausen und Münster wurde das Fest gefeiert, das einen ähnlichen Stellenwert hat wie das Weihnachtsfest für Christen.

Spenden statt Tieropfer

„Wir haben vor allem am Montag gefeiert. Ursprünglich erstreckt sich das Fest über drei volle Tage, aber das ist wegen der beruflichen und schulischen Verpflichtungen unserer Mitglieder natürlich nicht einzuhalten“, erzählt Mirza Baig aus Münster. Baig, der auch im Ausländerbeirat aktiv ist, schmunzelt: „Unsere Kinder haben es gut – sie bekommen am Opferfest Geschenke. Aber wenn die Christen in ihrer Umgebung Weihnachten feiern, gehen sie auch nicht leer aus und bekommen noch einmal etwas geschenkt.“

Der feierliche Tag begann für die Mitglieder der Gemeinde mit einem gemeinsamen Gebet in der Schaafheimer Kulturhalle. „Angehörige aus der gesamten Region, auch aus Reinheim oder Dieburg, kommen dort zusammen“, erzählt Rafiq Butt aus Eppertshausen. Der engagierte Hausmeister der dortigen Grund- und der Sprachheilschule berichtet, wie das Fest abläuft: „Nach dem Gebet fahren die Familien nach Hause und dort gibt es ein Festessen, das zumeist aus Lammgerichten besteht. Im Anschluss werden die Geschenke ausgetauscht. Viele Familien treffen sich dann mit Verwandten oder Freunden.“ Der Tradition gemäß sollte am Opferfest auch ein Tier geopfert werden, was sich in modernen Gesellschaften nicht umsetzen lässt. „Die meisten Muslime geben Geld an ihre Gemeinde, die dann Tiere schlachten lässt. Prinzipiell wird das so erstandene Fleisch gedrittelt: Ein Teil geht an die Verwandtschaft, ein Teil an Bedürftige und der dritte Teil kann behalten werden“, informiert Butt.

Die Münsterer und Eppertshäuser Muslime der Ahmadiyya-Gemeinde haben einen regen Kontakt untereinander, der auch im Anschluss an den Informationsabend deutlich wurde: Alle Familien hatten für zahlreiche pakistanische Spezialitäten gesorgt, die bei einem anregenden Austausch über die Tradition des Festes und das Leben in der Gemeinde umgehend genossen werden konnten.

Quelle: op-online.de

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