Alle Jugendlichen wurden Meister

+
Über zwanzig Jugendliche trainieren beim TTC und dann ist in der Halle außer dem Klicken der Bälle nichts zu hören.

Eppertshausen - Als sich der Eppertshäuser Tischtennisclub im Jahr 1954 gründete, entwickelte er eine ungewöhnliche Vereinsfinanzierung: Es wurde ein Roggenfeld gekauft und aus dem Erlös des Getreides konnte der erste Tischtennistisch, der von einem Schreiner gefertigt wurde, angeschafft werden. Von Jasmin Frank

Doch so kurios die Geschichte heute klingen mag, sie stellt nicht den Höhepunkt der Vereinsgeschichte dar, der hier vorgestellt werden soll.

„Wir sind besonders stolz auf unsere Jugendabteilung. Nicht nur, dass sie immer größer wird, sie ist auch sehr erfolgreich“, freut sich der Vereinsvorsitzende Reimund Viertl. Die Erfolge können sich sehen lassen: In drei Kreisklassen waren die drei Jugendmannschaften aus Eppertshausen angetreten und alle holten den Meistertitel. „Wir waren ja schon in den Vorjahren erfolgreich, aber dass alle unsere Jugendmannschaften Meister geworden sind, ist ein absolutes Highlight“, meint Viertl stolz.

Ein Grund für das gute Abschneiden und die Begeisterung der Jungen an ihrem Sport ist Trainer Damian Popschek. Wenn die Nachwuchstalente vom Tischtennis erzählen, wird er immer wieder erwähnt. „Wir von der ersten Mannschaft hätten am Anfang nicht gedacht, dass wir Meister werden, nur unser Trainer hat uns so weit gebracht. Wir haben uns dann sehr gefreut und auch gefeiert, für unseren Trainer war das ein tolles Gefühl“, erzählt Oliver Hies.

Insgesamt 24 Kinder und Jugendliche spielen bei dem Verein und trainieren drei Mal pro Woche. Während der Übungsstunden herrscht eine freundliche, aber disziplinierte Atmosphäre. Wenn Popschek ruft: „Stopp!“, hören alle sofort auf zu spielen, halten die Bälle fest und konzentrieren sich auf das, was ihr Vorbild ihnen erklärt. Danach werden die Ratschläge und Anweisungen direkt umgesetzt. „Disziplin, Pünktlichkeit und Trainingseifer sind mir sehr wichtig. Natürlich soll der Sport auch Spaß machen, aber wenn jeder kommt, wann er will, nicht zuhört und nur Quatsch macht, kann man nichts erreichen“, erläutert Popschek.

Hälfte des Erfolgs eines Spielers hängt vom Material ab

Er hat ein Geheimrezept, das er durchaus zu verraten bereit ist: „Die Hälfte des Erfolgs eines Spielers hängt vom Material ab. Deshalb können die Jungs bei mir jeder etwa 30 Beläge und Hölzer durchtesten, bis wir wissen, was für ein Schläger der richtige für sie ist.“ Zudem wird auch immer wieder etwas gemeinsam unternommen, vom Pizzaessen bis zum Mitternachtstraining in der Mehrzweckhalle mit Übernachtung. Popschek ist auch wichtig, dass nicht nur Leistungsträger gefördert werden, sondern auch Kinder Spaß am Sport haben, die vielleicht nicht die typischen Tischtennisspieler sind.

„Aber man kann nie wissen, was aus einem Kind wird, bei unserem Till Körner war am Anfang auch noch nicht klar, welche Leistung er bringen kann“, erklärt der Trainer. Das Nachwuchstalent stimmt ihm zu: „Erst mit der Zeit bin ich immer besser geworden, aber wenn man lange trainiert, kann man sich immer auf den Punkt konzentrieren und hat genug Kondition.“ Er hat sich für die Top 32 des Hessischen Tischtennisverbands qualifiziert und tritt Anfang September gegen die Besten des Bundeslandes an. Die erste Jugendmannschaft, die in der ersten Kreisklasse den Meistertitel geholt hat, zeigte so gute Leistungen, dass sie in der kommenden Saison gleich zwei Klassen höher, in der Bezirksliga, antritt. „Unser großes Ziel ist es, bis Ende 2012 genug Jugendliche herangezogen zu haben, um sie in unserer ersten Herrenmannschaft einsetzen zu können“, so Viertl. Er scherzt, dort habe manch ein gestandener Spieler nach den letzten Vereinsmeisterschaften schon Angst vor dem Nachwuchs, denn die Jugendlichen hätten die Herren zum Teil in ihre Schranken verwiesen.

Wunsch: Eine Mädchenmannschaft

Informationen zum Verein finden Sie auf seiner Homepage

„Jetzt geht es immer weiter voran und ich habe an sich nur noch einen einzigen Wunsch: Eine Mädchenmannschaft “, lacht Popschek, der hofft, dass sich auch weiblicher Nachwuchs rekrutieren lässt. Vielleicht ist das ja nach den nächsten Ferienspielen am 1. August der Fall, denn der Verein bietet dort seit Jahren einen Tag zum Schnuppern an und immer wieder sind Kinder davon so begeistert, dass sie bei dem schnellen Sport bleiben.

„Ich habe letztes Jahr mitgemacht und nun bin ich richtig froh, dass ich Tischtennis spiele, mir macht es unheimlich viel Spaß“, erzählt Patrick Bourhofer, der sein Training nicht lange unterbrechen will und schon zum Trainer blickt, um nichts von den Anweisungen zu verpassen.

Quelle: op-online.de

Kommentare