Zwei neue Mediziner in Eppertshausen

Ab April wieder drei Hausärzte

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Matthias Röckel, Facharzt für Allgemeinmedizin, verstärkt sich im Sandweg ab April mit einer neuen Kollegin. Schon zu Jahresbeginn neu in der Hausarzt-Praxis eingestiegen sind (von links) die Arzthelferinnen Yvonne Thomas und Merve Durna sowie die Auszubildende Madeleine Spindler.

Eppertshausen – Aus Sicht der Patienten wieder deutlich komfortabler wird ab 1. April die Hausarzt-Versorgung im Ort:

Nimmt als örtlicher Facharzt für Allgemeinmedizin momentan einzig Matthias Röckel auch Kassenpatienten an – Wolfgang Trausmuth führt in Eppertshausen eine hausärztliche Praxis ausschließlich für Privatpatienten –, so praktizieren in der Gemeinde in wenigen Wochen wieder drei Allgemeinmediziner. Röckel hat für seine Praxis im Sandweg eine neue Kollegin gefunden, die im April ihre Arbeit aufnimmt. Zeitgleich startet auch Christine Schwinn, die bis Ende 2018 eine Praxisgemeinschaft mit Röckel gebildet hatte, auf eigene Faust in neuen Räumen.

Röckel wird in Kürze von Ute Lessing unterstützt. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin praktizierte zuletzt in Maintal und schnuppert derzeit schon einmal wöchentlich an ihrem neuen Arbeitsplatz im Sandweg rein. Lessing wird bei Röckel zunächst angestellt sein, „perspektivisch ist aber das Ziel, mit ihr eine Praxisgemeinschaft zu bilden“, sagt der Arzt.

Der Allgemeinmediziner kann seinen Patienten dann wieder entspannter gegenübertreten, da die Arbeit in seiner Praxis ab April aufs Neue auf die Schultern zweier Ärzte verteilt sein wird. „Seit Jahresbeginn arbeite ich 70 Stunden pro Woche und habe für die Eppertshäuser Patienten auch meinen Winterurlaub geopfert“, berichtet Röckel von der intensiven Phase, in der er die einzige Anlaufstelle für Kassenpatienten im mehr als 6 000 Einwohner zählenden Ort ist. „Ich hoffe, dass die Leute in den letzten Wochen nicht zu sehr darunter leiden mussten, dass ich relativ kurz angebunden war“, baut der Mediziner auf das Verständnis der Patienten. „Nur so aber kann ich es bis zum Start meiner neuen Kollegin gewährleisten, die Praxis am Laufen zu halten.“ Zumal mit dem Weggang von Christine Schwinn zum Jahreswechsel auch ein komplett neues Praxisteam loslegte – drei neue Arzthelferinnen, von ihnen eine in Ausbildung.

Neben den beiden vollen Sitzen im von der Gemeinde gemieteten Objekt im Sandweg finden die Eppertshäuser ab April mit Christine Schwinn eine dritte Allgemeinmedizinerin im zweiten Obergeschoss des Volksbank-Gebäudes in der Bahnhofstraße. „Wir hoffen, dass wir bis Ende März mit der Einrichtung der Praxis fertig werden“, blickt Schwinn voraus. „Zeitlich wird es knapp, wir wollen für die Patienten aber auf jeden Fall am Montag, 1. April, öffnen.“

So viel kassieren niedergelassene Ärzte

Bürgermeister Carsten Helfmann freut sich ob der in Kürze wieder besseren Hausärzte-Versorgung in Eppertshausen: „Wenn wir bald wieder drei Sitze haben, ist das für uns sehr schön. Das ist dann wieder der Stand, wie wir ihn vor einigen Jahren hatten.“ Er sei auch überzeugt davon, dass es genügend Patienten für drei in Vollzeit tätige Allgemeinmediziner geben werde: „Es haben sich ja auch früher, als Eppertshausen sogar weniger Einwohner als heute hatte, über Jahrzehnte drei Hausärzte gehalten.“ Helfmann beruft sich dabei auch auf die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung, die von 1 671 potenziellen Patienten (also erwachsenen Einwohnern) pro vollem Hausarzt-Sitz ausgeht. Drei volle Sitze entsprächen nach dieser Kalkulation rund 5 000 Patienten – zieht man von den mehr als 6 000 Eppertshäusern die Kinder ab, die bis ins Teenager-Alter in der Regel zu speziellen Kinderärzten gehen, käme es ab April rechnerisch ziemlich genau hin.

Matthias Röckel zieht diese Zahlen aufgrund seiner eigenen Erfahrungen in den anderthalb Jahren seit Eröffnung seiner (damals noch mit Christine Schwinn gestarteten) Praxis indes in Zweifel: „In den anderthalb Jahren, in denen es in Eppertshausen für Kassenpatienten ja nur uns gab, waren 3 000 verschiedene Menschen bei uns. Pro Quartal hatten wir etwa 1 600 Fälle, und das recht konstant. Selbst wenn sich diese Zahl leicht erhöht, weil zum Beispiel Eppertshäuser aus Praxen in den Nachbarorten zurückkehren, dürfte die Zahl der Fälle für drei volle Sitze kaum auskömmlich sein.“ Für seinen Teil freilich werde er daran arbeiten, auf lange Sicht für die Menschen in Eppertshausen da zu sein. (jd)

Quelle: op-online.de

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