Eppertshäuser Gewerbegebiet wird zehn Jahre alt

500 Arbeitsplätze mehr im Park 45

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Eine Übersicht über den Eppertshäuser Park 45. Die blau markierten Grundstücke sind allesamt verkauft. Bei den weißen Grundstücken „D6“, „D7“, „D8“ und „D2.1“ handelt es sich um Grundstücke in Privatbesitz. - Repro: jd/Vorlage: LBBW Immobilien Kommunalentwicklung

Eppertshausen - Hauser Trucks, Tupperware, AC-Motoren und Müller Umweltdienst („Kanal-Müller“): Diese Unternehmen prägen heute das Eppertshäuser Gewerbegebiet Park 45 aufgrund der Nutzung der vier größten Flächen besonders stark. Von Jens Dörr

Neben diesen Platzhirschen und dem Fachmärkte-Zentrum (unter anderem mit Rewe, Penny und NKD) an der Einfahrt nahe der Kreisstraße 180 sind in den vergangenen zehn Jahren 30 weitere Betriebe auf dem 20 Hektar großen Areal (Nettobauland 16,6 Hektar) zwischen Eppertshausens Westen und der Bundesstraße 45 angesiedelt worden. Weitere neue Unternehmen folgen in Kürze. Ein Jahrzehnt nach dem ersten Vermarktungserfolg – am 1. Februar 2007 sagte die einst in Dieburg ansässige Firma Hauser ihren Umzug in den Park 45 zu – zogen nun im Eppertshäuser Rathaus unter anderem Bürgermeister Carsten Helfmann sowie die Verwaltungsmitarbeiter Jürgen Geist (Wirtschaftsförderung) und Volker Murmann (Gewerbeamt) im Rahmen eines Pressegesprächs Bilanz. „Der Park 45 ist für uns ein großer Erfolg“, fasste Helfmann das wichtigste wirtschaftspolitische Projekt der Gemeinde zusammen. Was er einerseits mit Blick auf das absolut Geschaffene meinte, andererseits auch auf das Tempo, mit dem der Gewerbepark seit dem Abschluss der letzten Grundstückskäufe im April 2005 – abgesehen vom späteren Zukauf des „Eissner-Geländes“ 2008, dem ein Rückbau und die Beseitigung der störenden Asphalt-Mischanlage und einer Recycling-Firma folgten – prosperiert.

Als die Erschließung des Geländes durch die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung, die bis heute Eppertshausens Projektpartner beim Park 45 ist, im Jahr 2007 vollzogen war, habe man damit gerechnet, bis zum Jahr 2017 etwa 40 Prozent der Flächen zu verkaufen, erinnerte Helfmann. Tatsächlich ist heute nahezu jeder Quadratmeter verkauft: 97 Prozent der Flächen sind an diverse Unternehmen aus Produktion, Logistik, Handwerk und Handel gebracht worden, „eigentlich haben wir sogar mehr als 100 Prozent verkauft“, spielte der Bürgermeister darauf an, dass man zur Ursprungsgröße des Gewerbeparks später ja auch noch die drei Hektar des „Eissner-Geländes“ hinzugewonnen habe. Nur noch zwei Grundstücke im Park 45 sind derzeit zu habeACn: eins mit einer Größe von 5000 Quadratmetern und eins mit 3860 Quadratmetern.

Andere noch nicht fertig bebaute Flächen haben hingegen bereits Käufer gefunden und werden in absehbarer Zeit nicht mehr brachliegen: So siedelt sich neben den Fachmärkten die Wachtel GmbH (Gebäudetechnik) an, die mit 50 Mitarbeitern aus Messel übersiedeln wird. Die Gessler GmbH (Sicherheitsbeleuchtung und Notstrom-Systeme) kommt mit 35 Mitarbeitern aus Nieder-Roden, darüber hinaus mit 15 Mitarbeitern die Spedition Bäuerlein. Dafür, dass Bäuerlein in der Einstein-Straße eins der letzten freien Grundstücke zum Preis von 100 Euro pro Quadratmeter kaufen kann, machten Eppertshäuser Gemeindevertreter den Weg erst in ihrer Sitzung Ende Januar den Weg frei.Durch die Ansiedlungen, die schon existieren oder in Kürze folgen, hat Eppertshausen deutlich früher als geplant auch sein Ziel nahezu erreicht, bei Vollvermarktung des Parks 45 dort 500 zusätzliche Arbeitsplätze direkt vor den Toren der Gemeinde anzusiedeln. Aktuell sind es 360 Arbeitsplätze, mit den oben genannten neuen steuert man auf die Marke von 500 zu. Natürlich handele es sich dabei um keinen Nettogewinn an Jobs, räumte Helfmann ein, weil in anderen Gemeinden dafür Arbeitsplätze verloren gingen. Auch handelt es sich bei den Beschäftigten im Park 45 nur zu einem kleinen Teil um Eppertshäuser. Zudem macht die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Eppertshäuser Gemarkung (1241 Personen, Stand Juni 2015) deutlich, das in der Gemeinde nicht nur im noch jungen Gewerbepark im Westen Geld verdient wird.

Ansturm auf Gewerbemeile

Gerade mit Blick auf die Gemeindefinanzen aber zahlt sich der Park 45 zunehmend für Eppertshausen aus. Zwar flossen von dort in den vergangenen zehn Jahren insgesamt „nur“ 2,15 Millionen Euro an Gewerbesteuer und 350.000 Euro an Grundsteuer B. Auch sitzt Eppertshausens größter Gewerbesteuer-Zahler – die Habasit GmbH, wie Helfmann am Donnerstag durchblicken ließ – im „Gewerbegebiet Ost“. Zehn der 20 größten Gewerbesteuer-Zahler Eppertshausens wirtschaften aktuell aber schon im Park 45. Dort machten allein die Vorauszahlungen für 2016 (445.000 Euro) deutlich, dass die Park 45-Unternehmen einen immer größeren Batzen am derzeitigen Eppertshäuser Gewerbesteuer-Gesamtaufkommen (2,8 Millionen Euro in 2016) beitragen dürften. Volker Murmann erläuterte zudem, dass hinsichtlich der Grundsteuer „fünf größere Objekte noch gar nicht von der Einheitswertstelle des Finanzamts bewertet“ worden seien. Hier darf sich Eppertshausens Kämmerer Friedhelm Saal bald auf Nachzahlungen für den Gemeindesäckel freuen – von den noch nicht gebauten Gebäuden gar nicht erst zu reden. Vorwürfe, der Park 45 habe gerade mit Blick auf die Fachmärkte dazu beigetragen, dass etwa Penny oder das damals noch solvente Unternehmen Schlecker (eröffnete zeitweilig einen XXL-Markt im Gewerbepark) die Eppertshäuser Wohngebiete verlassen hätten und umgezogen seien, lassen Murmann und auch Bürgermeister Carsten Helfmann unterdessen nicht gelten. Sie betonen: „Diese Einkaufsmärkte wären heute weg. Ohne das Gewerbegebiet Park 45 hätte die Gemeinde Eppertshausen gar keinen Vollsortimenter mehr.“

Quelle: op-online.de

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