Neue Allgemeinärzte in Eppertshausen

Der Mietvertrag ist unterzeichnet

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Wichtiger Moment für Eppertshausen: Dr. Christine Schwinn und Dr. Matthias Röckel unterschreiben gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Helfmann (stehend) und Erstem Beigeordneten Lutz Murmann (r.) den Mietvertrag für die Praxis im Sandweg 8. Ab November werden Schwinn und Röckel interimsweise bis in den Februar hinein aber schon im Objekt Nieder-Röder Straße 55 praktizieren.

Eppertshausen - Der Mietvertrag für die gemeindeeigene Praxis im Sandweg ist unterschrieben. Die Allgemeinmediziner Dr. Christine Schwinn und Dr. Matthias Röckel starten in Eppertshausen ab November zunächst in einer Interimspraxis. Von Jens Dörr 

Die hausärztliche Versorgung wird sich in Eppertshausen in wenigen Wochen deutlich verbessern: Nachdem Allgemeinmedizinerin Heike Berger vor wenigen Tagen ihren halben kassenärztlichen Versorgungssitz nach Ober-Roden verlegt hatte und in Dr. Volker Kühnscherf nur noch ein Arzt für die 6 400 Einwohner übrig geblieben war, präsentierten Bürgermeister Carsten Helfmann und Erster Beigeordneter Lutz Murmann auf einer Pressekonferenz nun die in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen getroffene personelle Lösung. Mit Dr. Christine Schwinn (34, verheiratet, drei Kinder, wohnt in Hergershausen) und Dr. Matthias Röckel (58, verheiratet, drei Kinder, Langen) unterschrieben im Beisein der Medienvertreter die baldigen neuen Ansprechpartner für kränkelnde Eppertshäuser gemeinsam mit Helfmann und Murmann den Mietvertrag für das Objekt Sandweg 8.

Dort verlässt der bisherige Mieter – ein Mediziner, der ausschließlich privatärztliche Abrechnungen vornimmt – Ende Januar 2018 die rund 200 Quadratmeter großen, ebenerdig gelegenen Räumlichkeiten. Dann endet auch der Mietvertrag und ab Februar steigen Schwinn und Röckel mit einer Gemeinschaftspraxis zu einer reduzierten Miete (wir berichteten) ein. Im Februar dürften allerdings noch kleinere Renovierungsarbeiten und der Einzug dominieren. Im Sandweg kann voraussichtlich ab März praktiziert werden.

Helfen können die beiden Ärzte den Eppertshäusern aber schon ab November. Ihre Zulassung von der Kassenärztlichen Vereinigung für Eppertshausen gilt seit dem 1. Oktober; bis Ende dieses Monats richten Schwinn und Röckel eine Interimspraxis im Objekt Nieder-Röder Straße 55 (Eingang um die Ecke an der Mozartstraße) ein. Gemeinsam mit einer schon feststehenden Arzthelferin und womöglich noch einer zweiten und dritten unterstützenden Kraft soll die durch Heike Bergers Weggang vergrößerte Lücke in gut vier Wochen geschlossen sein. Mehr noch: In Vollzeit beider Ärzte und bei Öffnungszeiten, die montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags zusätzlich bei 15 bis 18 Uhr liegen sollen, entspannt sich die Lage in Eppertshausen wesentlich.

Da der Schlüssel der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen mindestens einen Hausarzt-Sitz für etwa 2000 Einwohner als notwendig erachtet und mit Schwinn, Röckel und Kühnscherf nun drei Sitze vertreten sind (wenngleich bei Schwinn und Röckel auch in einer Gemeinschaftspraxis unter einem Dach organisiert), stellt Eppertshausen in Kürze wieder die angestrebte Grundversorgung sicher.

Schon in der jüngsten Gemeindevertretersitzung hatten insbesondere CDU-Bürgermeister und -Fraktion zufrieden festgestellt, dass für die Ansiedlung insbesondere die eigene Weitsicht durch den Kauf des Objekts im Sandweg durch die Gemeinde ausschlaggebend gewesen sei. Mehr als 400.000 Euro investierte Eppertshausen dort, für 1500 Euro Nettomiete pro Monat wird das Objekt ab Februar vermietet (bislang für 1800 Euro).

Röckel betonte am Mittwoch das Gleiche. Zusammen mit Schwinn habe er sich auch für eine Ansiedlung in Nieder-Roden interessiert, wo er von der Stadt Rodgau indes wesentlich weniger Unterstützung als in Eppertshausen erfahren habe. „Hier war es leicht, die Räumlichkeiten haben es ganz besonders erleichtert.“

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Was man unterdessen schon mal vor dem ersten persönlichen Kennenlernen über die beiden Mediziner wissen könnte? Schwinn arbeitete bereits am Darmstädter Elisabethenstift, im Schaafheimer Fachärztezentrum und zwischenzeitlich zudem ein Jahr in Groß-Zimmern. Auch in jüngster Vergangenheit, da ihre drei Kinder zur Welt kamen, blieb sie über Wochenenddienste in der Kreisklinik in Groß-Umstadt fachlich am Ball.

Röckel nahm einen ungewöhnlichen Weg: Er habe ursprünglich Internist werden wollen, ging dann aber in die Industrie, wo er in der Entwicklung von Arzneimitteln arbeitete. „Es war aber immer mein Wunsch, eines Tages auch Patienten zu versorgen.“ Als bei seinem langjährigen Arbeitgeber Umstrukturierungen anstanden, nahm er dies als finalen Antrieb, in eine dreieinhalbjährige Weiterbildungszeit einzusteigen. Die verbrachte er in verschiedenen Praxen unter anderem in den Schwerpunkten Geriatrie (Altersheilkunde) und Kardiologie (Herzheilkunde).

Sowohl Schwinn als auch Röckel werden am Ort aber das komplette hausärztliche Spektrum - in alternativlosen Fällen auch mit Hausbesuchen - abdecken.

Quelle: op-online.de

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