Drei Stockwerke für Jogis Elf

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Manuel Schmelzer (links) und Perry-Sven Dutiné vor ihrem Kunstwerk.

Eppertshausen - Es gibt viele Arten, seine Sympathie für die deutsche Nationalelf zu zeigen. Perry-Sven Dutiné aus Eppertshausen hat sie alle übertroffen und sein Haus in eine überdimensionierte Deutschlandfahne verwandelt. Von Alexander Kroh

„Eigentlich bin ich gar nicht so fußballbegeistert“, gibt der 41-jährige Maler und Lackierer zu, doch bei großen Turnieren fiebert auch er mit. Als die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine immer näher rückte, überlegten Dutiné und sein Mitarbeiter Manuel Schmelzer, wie sie ihre Unterstützung für die Nationalmannschaft am besten ausdrücken könnten.

„Aus dem Bauch heraus“ wurde entschieden: die Hausfront wird angemalt. Gesagt, getan. Etwa sieben Stunden lang waren die beiden Männer beschäftigt, bis das zweistöckige Haus in der Hauptstraße in den Länderfarben Schwarz, Rot und Gold erstrahlte. Besonders knifflig sei das Auftragen der roten Farbe gewesen, sagt Dutiné, denn „Rot deckt nicht so gut“. Deswegen musste der Teil erst rosa grundiert werden. „Das Haus sah aus wie die Villa Kunterbunt“, meint Kollege Schmelzer und muss bei der Erinnerung lauthals lachen.

Dutzende Handykameras gezückt

Schon beim Bemalen haben vorbeifahrende Autos gebremst und dutzende Handykameras wurden gezückt. „Es kam auch gleich einer mit einem Fünf-Liter-Bierfass vorbei“, weiß Dutiné zu berichten. Das wurde selbstverständlich erst nach getaner Arbeit angezapft.

Der Maler und sein schwarz-rot-goldenes Haus sind mittlerweile zu einer echten Attraktion geworden, Autofahrer, die aus Richtung Rödermark kommen, drehen im Kreisel nach Münster noch eine Runde, um sich das Haus ein weiteres Mal anzugucken; vor dem Gebäude steigen regelmäßig Fotosessions. „Gehst du jetzt durch den Ort, wirst du ständig angequatscht“, sagt Frau und Bürokraft Tanja Dutiné mit einem Lächeln auf den Lippen. Die beiden Kinder der Familie, der siebenjährige Cedric und die zwölf Jahre alte Tochter Annabelle sind hellauf begeistert von ihrem EM-Haus. „Nur geil“, war der Kommentar von Annabelle, als sie das Werk ihres Vaters zum ersten Mal erblickte.

Bis zum Herbst in den Deutschlandfarben

Bis zum Herbst will der gebürtige Dietzenbacher Dutiné sein Haus noch in den Deutschlandfarben stehen lassen, dann soll es neu gedämmt werden und bekommt auch einen anderen Anstrich.

Dutiné und sein 32-jähriger Spezi Schmelzer verstehen sich nicht nur bei der gemeinsamen Arbeit gut, auch privat. Das erste Deutschlandspiel haben die beiden beim Public Viewing des SV Münster verfolgt. „Ein nervenaufreibendes Spiel“, fasst Schmelzer zusammen, der übrigens mit dem Dortmunder Namensvetter im DFB-Aufgebot nicht verwandt oder verschwägert ist. Er ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat auf das Dach seines Autos ebenfalls eine große Deutschlandfahne lackiert.

Für den weiteren Turnierverlauf zeigen sich die beiden Männer optimistisch. Das Viertelfinale schauen sie sich mit ihrem 13-köpfigen Stammtisch auf Mallorca an. „Heute Abend schmeißen wir aber erstmal die Holländer raus und am Ende gewinnen wir das Ding“, ist Schmelzer überzeugt. Und dann? So ein schwarz-rot-goldenes Haus ist ja kaum noch zu übertreffen, oder? „Dann streichen wir noch das Dach an, direkt unter der Einflugschneise, damit alle wissen, wo Eppertshausen ist.“

Quelle: op-online.de

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