Neu gegründetes FVCA-Garde-Team

Auch nach 15 Jahren: „Knackfrisch“

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„Knackfrisch“ präsentiert sich Freitag und Samstag bei den FVCA-Sitzungen.

Eppertshausen - „Wir haben 15 Jahre mal kurz pausiert”, sagt Elke König ironisch und zwinkert dabei mit dem Auge. 15 Jahre Pause sind eine lange Zeit, erst recht, wenn es sich um Sport oder körperliche Bewegung handelt. Von Michael Just

Doch bei der neu gegründeten Garde „Knackfrisch” ist sich „frau” sicher: Tanzen verlernt man nicht. Und wenn der Spaß stimmt, ist auch ein Comeback im reifen Alter möglich.

Bei den beiden FVCA-Fastnachtssitzungen am Freitag und am Samstag in der Bürgerhalle melden sich rund ein Dutzend Damen zurück, die einst aktiv waren. Die meisten von ihnen sind in Eppertshausen als ehemalige Garde-Tänzerinnen immer noch bekannt.

Mit Iris Gotta (48) hat die Truppe einen kompetenten Chef gefunden, der kurzerhand von den Kolleginnen für diese Aufgabe ernannt wurde. Die Zahnarzthelferin kann auf eine 14-jährige Erfahrung bei der lokal bekannten Showtanzgruppe blicken. Bettina Waldmann gehört ebenfalls zu den Aktiven. Ihr Name ist untrennbar mit dem Männerballet verbunden.

„So was für ältere Damen“

„Wir reden schon lange darüber, wieder etwas auf die Beine zu stellen”, erzählt Gotta. „So was für ältere Damen halt”, ergänzt sie schmunzelnd. Seit September dringen aus dem Haus der Vereine Kommandos zu flotten Latino- und Salsa-Rhythmen. Der Entschluss zum Comeback fiel aus einer Sektlaune heraus. Das Motto: „Wir können’s noch und wollen dies auch unter Beweis stellen.” Zu Beginn war der Kreis der Ehemaligen eher klein, doch dann wuchs er ziemlich schnell an. Die meisten Mitglieder haben Tanzerfahrung, die mehr oder weniger lang zurückliegt. Aber auch ein paar ganz neue Gesichter kamen dazu. Das Alter rangiert dabei zwischen 35 und Anfang 50.

Bei den Kostümen wurden die Damen im Internet fündig. Passend zur Musik zieren die Beine eine Hose mit Schlag. „Die liegt oben ziemlich eng an”, sagt eine Tänzerin nicht ohne Stolz, während Gotta aufpasst, dass die Euphorie nicht in den Himmel wächst. „In Röcke habe ich sie nicht hineinbekommen”, wirft sie ein. Auch wenn der fünfeinhalbminütige Auftritt ziemlich flott daherkommt, wollen die Damen keine Gymnastik-Weltmeisterinnen mehr werden. „Es geht rein um den Spaß”, heißt es unisono.

Gute Laune vorhanden

Wer bei den Proben einmal zugeschaut hat, der sieht, dass gute Laune offensichtlich vorhanden ist. Steht ein Geburtstag an, ist gegen ein Gläschen Prosecco oder Martini Doro nichts einzuwenden. Nach 15-jähriger Pause muss allerdings die Frage gestattet sein, ob es nach so langer Abstinenz Schwierigkeiten bei der Choreografie oder den Bewegungsabläufen gab. „Nein, das hat geflutscht. Vor allem, weil alle wollten und Lust drauf hatten”, sagt Gotta. Dabei erweckt sie mit ihren Mitstreiterinnen nicht den Anschein, dass es im Bewegungsapparat öfter mal geknackt hat.

Den Spaß, den man selbst hat, wollen die Damen aufs Publikum übertragen. „Wenn das nicht klappt, dann haben wir kein Problem damit, wieder aufzuhören”, meldet sich eine ehrliche Stimme aus der Riege zu Wort. Danach sieht es momentan aber nicht aus. Im Gegenteil: Wollte Knackfrisch zu Beginn erstmal den Auftritt abwarten, so überwiegt nun die Sicherheit, dass es so oder so in Zukunft weitergeht. Die Proben verrieten, dass man schon in der ersten Reihe sitzen und zweimal hingucken muss, um das Alter der Aktiven zu erkennen. Die Aussage, dass die Gruppe nichts verlernt hat, scheint deshalb alles andere als aus der Luft gegriffen.

Quelle: op-online.de

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