Interview mit Ewald Gillner

Partnerschaftsverein Codigoro-Eppertshausen wird 15 Jahre alt

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Ewald Gillner (mit Hut, hier mit zwei Helfern beim „Italienischen Abend“ in der Bürgerhalle) setzt sich als Vereinsvorsitzender für die Partnerschaft zwischen Eppertshausen und Codigoro ein.

Eppertshausen - Seit nun 15 Jahren ist die Gemeinde Eppertshausen mit der norditalienischen Kleinstadt Codigoro (12.000 Einwohner) verschwistert.

Offiziell gemacht wurde dies mit der Unterzeichnung der Urkunde 2002 zunächst im Po-Delta unweit der Adria-Küste, ein Jahr später schließlich in Südhessen. Ebenfalls 2002 gründete sich der Partnerschaftsverein Codigoro-Eppertshausen, der die Partnerschaft kontinuierlich mit gegenseitigen Besuchen fördert. „Partnerschaften, die nicht von der Politik initiiert werden, sondern aus persönlichen Freundschaften und Kontakten heraus entstehen, sind besonders wertvoll“, findet Ewald Gillner, Vorsitzender des Vereins. „Denn die Partnerschaft ist ja kein Selbstzweck. “ Im Interview mit unserem Mitarbeiter Jens Dörr spricht der Eppertshäuser über die Entwicklung der Partnerschaft in anderthalb Jahrzehnten.

Als sich der Partnerschaftsverein 2002 gründete, mischten in Eppertshausen zunächst 30 Personen mit. Wie hat sich der Verein seither erweitert?

Die Zahl der Mitglieder ist zunächst rasch auf 60 angestiegen. Inzwischen liegen wir bei etwa 100, was eine recht konstante Zahl ist.

Wodurch wird die Partnerschaft mit Codigoro – und damit auch der Verein – für diese Menschen attraktiv?

Es ist - kurz zusammengefasst - die Begegnung auf kultureller und sportlicher Ebene, das Kennenlernen von Land und Leuten. Dadurch baut man Hemmnisse ab und erlangt ein größeres Verständnis von Besonderheiten des anderen. An die fremde Sprache führen wir Interessierte durch unseren Italienisch-Kurs heran, der kostenlos ist und auch für Nichtmitglieder offen steht.

Der ist nur eine der Aktivitäten des Partnerschaftsvereins ...

Wir gestalten die Kerb mit und nehmen am Weihnachtsmarkt, zu dem uns jedes Jahr eine Gruppe aus Codigoro besucht, teil. Wir leisten einen Beitrag zur Ferienfreizeit der Gemeinde und präsentieren uns dieses Jahr beim Vereinstag am 24. September. Zudem veranstalten wir einmal im Jahr einen Italienischen Abend. Diesmal findet er am 20. August in der Bürgerhalle statt. Wir mussten ihn vom 19. August auf diesen Sonntagstermin verlegen. Höhepunkt ist natürlich die jährliche Fahrt nach Italien.

Wann findet die nächste Reise dorthin statt?

Sie wird vom 8. bis 12. September sein, wozu man sich auch noch anmelden kann. Eine der Besonderheiten wird diesmal ein Tagesausflug nach Padua sein. Zudem war in diesem Jahr über Fronleichnam schon ein Jugendteam des FV Eppertshausen mit unserer Unterstützung dort.

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Den Austausch gerade zwischen den jungen Menschen in beiden Gemeinden sähen Sie gern noch intensiviert ...

Ja, wir sind da jederzeit für Anfragen von Vereinen und Schulen offen. Wir haben bereits den Austausch von Schülern und Berufspraktikanten unterstützt und Gesang- und Sportvereine haben uns bei unseren Fahrten nach Italien begleitet. Junge Fußballer aus Codigoro haben schon mehrfach an Turnieren in Eppertshausen teilgenommen. Es gibt allerdings auch einen Verein, den wir nach diversen Vorfällen vor einigen Jahren nicht mehr mitnehmen. Die größte Herausforderung innerhalb unseres eigenen Vereins wird es sein, uns auf lange Sicht zu verjüngen und jüngere Leute für die Vereinsarbeit zu begeistern.

Welche Seite – Eppertshausen oder Codigoro – pflegt die Partnerschaft aus Ihrer Sicht intensiver?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Organisatorisch läuft die Partnerschaft in Italien mehr über das Rathaus und bei uns mehr über den Verein. Wir kommen bei unseren Besuchen in Codigoro aber sehr intensiv mit den Leuten und der Kultur in Berührung. Wenn man dort durch die Straßen läuft und entdeckt wird, reißen die Leute die Fenster auf und begrüßen einen. Umgekehrt stellen die Italiener, wenn sie einmal bei uns sind, immer wieder fest, dass wir gar nicht so steif sind, wie sie immer glauben. Der Partnerschaftsgedanke ist auf jeden Fall auf beiden Seiten vorhanden.

Inwiefern wird das 15-jährige Bestehen von Verein und Partnerschaft besonders gefeiert?

Neben unserem normalen Programm mit dem anstehenden Italienischen Abend und der Fahrt nach Codigoro ist nichts Spezielles geplant. Wir hatten erst zum zehnjährigen Bestehen ein viertägiges Fest inklusive Akademischer Feier, Musikprogramm und der Einweihung des Codigoro-Platzes an der Bürgerhalle. Alle fünf Jahre etwas in dieser Größenordnung zu machen, wäre zu viel. (jd)

Quelle: op-online.de

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