Ausstellung „Hessen fairändert!“

Gegen die Konsumgesellschaft

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Die Wanderausstellung „Hessen fairändert“ zeigt die Auswirkungen hiesigen Konsums auf die Weltbevölkerung. Erstmals ist die Schau am Standort Eppertshausen zu sehen.

Eppertshausen - Wer die Exportananas erwirbt, unterstützt Umweltverschmutzung und Ausbeutung von Arbeitskräften. Wer einen PC kauft, subventioniert die Rüstungsindustrie im Kongo. Die Kehrseite der süßen Tafel Schokolade: Kindersklaven haben den Rohstoff geerntet. Von Ursula Friedrich 

Aufmerksamen Verbrauchern bietet sich in der Ausstellung „Hessen fairändert!“ im Rathausfoyer in Eppertshausen die Chance, Zusammenhänge der Weltwirtschaft ganz neu zu erleben. Die Ausbeutung der Menschen in den produzierenden Ländern, Monokulturismus, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit – diese Themen rücken plötzlich ganz nah. Denn obwohl diese Probleme mehrere hundert, ja tausende Kilometer fern sind, ist man durch den Kauf einer Banane oder eines Pfunds Kaffees Teil des Zyklus.

„Gegen den Ausverkauf der Einen Welt“, lautet das Motto der Wanderausstellung des Eine-Welt-Vereins und des Weltladens Eppertshausen, die in der Gemeinde erstmals gezeigt wird. Freilich dient die Ausstellung auch der Werbung in eigener Sache. Verbrauchern bietet sich im Weltladen Eppertshausen auf dem Franz-Gruber-Platz 8 die Chance, aktiv gegen die Missstände im globalen Welthandel vorzugehen – ein noch breiteres Warensortiment bietet der Weltladen in Dieburg. Vor rund 40 Jahren wurde fairer Handel von den Kirchen initiiert. Inzwischen gibt es in Hessen 70 Weltläden.

Die neue Ausstellung „Hessen fairändert!“ ist im Foyer des Rathauses auf dem Franz-Gruber-Platz bis zum 27. März zu sehen. Öffnungszeiten des Rathauses: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und Montag von 16 bis 18 Uhr. Weitere Infos, Termine und Führungen unter info@weltladen-eppertshausen.de.

In Eppertshausen hat sich das ehemalige Missio-Lädchen aus den 80er Jahren ebenfalls kräftig gemausert. „Am 27. August 1993 haben wir unseren Weltladen eröffnet“, sagte Klemens Euler, Vorsitzender des Eine-Welt-Trägervereins. Den mit 10.000 Euro bescheidenen Umsatz der Pionierzeit hat das Weltladen-Team inzwischen auf 90.000 Euro angehoben. 35 Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich mit, um das Projekt am Laufen zu halten. Weltläden bieten mehr als den Verkauf fair gehandelter Produkte, wie sich angesichts der neuen Ausstellung zeigt. Die Mannschaft, die hinter dem Betrieb des Ladens steht, hat einen Bildungsauftrag und engagiert sich nachhaltig, Missstände aufzudecken.

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Quelle: op-online.de

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