Gutes Miteinander mit Islamgemeinde betont

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Ahmadiyya Muslim Jamaat eröffnet eine religiöse Zeitreise und bietet heute und morgen interessante Vorträge an. Bürgermeister Carsten Helfmann (2. von rechts) durchschnitt im Beisein von Rafiq Butt (links), Vorsitzender der 70-köpfigen Münsterer/Eppertshäuser Ahmadiyya-Gemeinde, CDU-Lokalpolitiker und Verdienstorden-Träger Rainer Eder (rechts) das Band und eröffnete anschließend auch im Rahmen der Ansprachen die Ausstellung.

Eppertshausen - Mit dem Besuch des Bundesvorsitzenden Abdullah Uwe Wagishauser klappte es aufgrund kurzfristiger Terminprobleme zwar nicht, dennoch war der kleine Saal der Eppertshäuser Bürgerhalle am Donnerstagnachmittag gut gefüllt: Von Jens Dörr

Vor drei Dutzend Gästen eröffnete die Ahmadiyya Muslim Jamaat, islamische Gemeinde mit weltweit zehn Millionen Mitgliedern in 204 Ländern, ihre „Islamausstellung - Eine Reise durch die islamische Zeit“. Bürgermeister Carsten Helfmann durchschnitt im Beisein von Rafiq Butt, Vorsitzender der 70-köpfigen Münster/Eppertshäuser Ahmadiyya-Gemeinde, Bundesvorstands-Mitglied Hammad Härter sowie dem Vorsitzende der Gemeindevertretung Eppertshausen, Rainer Eder, das Band und eröffnete damit auch die Ausstellung. Sie ist noch am heutigen Samstag und morgen von 11 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Am heutigen Samstag findet um 18 Uhr zudem ein Vortrag mit dem Titel „Glaubensfreiheit im Islam“ statt, am Sonntag um 18 Uhr ein Vortrag über Prophet Muhammed.

Zur Eröffnung führte zunächst ein Film in Geschichte, Philosophie und aktuelles Wirken der Ahmadiyya Muslim Jamaat besonders in der Bundesrepublik ein. Die Ahmadiyya-Gemeinde betont kontinuierlich ihren Leitsatz „Liebe für alle, Hass für keinen“. Sie lebt nicht nur in Deutschland seit Jahrzehnten nach diesem Motto und ist jenen, die sich näher mit ihr befasst haben, als sehr gut integrierte und friedliche islamische Gruppierung bekannt. Auch deshalb ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland, wie die Katholische und Evangelische Kirche, als öffentliche Körperschaft anerkannt.

Gleichwohl erfahre die Ahmadiyya-Gemeinde, deren Mitglieder meist einen Migrationshintergrund besitzen, noch immer vorurteilsbehaftete Darstellungen besonders in den Medien, sagte am Donnerstag Ahmad Ashrat, in der heimischen Ahmadiyya-Gemeinde zuständig für den interreligiösen Dialog. „Es ist daher Sinn und Zweck dieser Ausstellung, über die wahren Grundlagen des Islam aufzuklären“, so Ashrat. Das geschieht an Schautafeln etwa unter den Aspekten „Glaubensfreiheit im Islam“, „Der Heilige Koran“ und „Dschihad - ein missverstandener Begriff“, aber auch unter durchaus überraschenden Titeln wie „Goethe und der Islam“.

Speziell über die Ahmadiyya Muslim Jamaat, deren spiritueller Führer ein Kalif ist, gibt es ebenfalls nähere Informationen. So erfährt man in der Ausstellung beispielsweise einiges über das Bekenntnis der Gemeinde zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Auch der Stellenwert der Bildung wird hervorgehoben. „Das Bildungsniveau unserer Mitglieder liegt in Deutschland sogar einen Tick über dem Gesamtdurchschnitt“, formulierte es Bundesvorstands-Mitglied Härter stolz und doch mit vornehmer Zurückhaltung. In der Ahmadiyya Muslim Jamaat befänden sich viele Akademiker. Einer der bekanntesten war Dr. Abdus Salam, der 1979 den Physik-Nobelpreis erhielt. Über das „sehr gute Miteinander“ konkret in Eppertshausen sprach bei der Eröffnung auch Bürgermeister Helfmann. Das Wirken der Ahmadiyya Muslim Jamaat vor Ort werde zum Beispiel durch Baumpflanzungen, Blutspenden und Aufräumaktionen an Neujahr offensichtlich.

Quelle: op-online.de

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